Marco Rima als «Maskottchen»

Der Zürcher «Tagesanzeiger» setzt seine Mission fort. Marco Rima ist eine Unperson. Was auch immer er sagt und tut: Es muss falsch, daneben und fürchterlich gefährlich sein. Das neueste Kapitel in einer Geschichte der Obsession.

Der Komiker Marco Rima wurde in den vergangenen drei Jahren vom Liebling der Medien zur Reizfigur. Die Mischung aus Erfolg, Bodenständigkeit und einem gewinnenden Wesen verschaffte ihm lange Dauerpräsenz in Zeitungen, Radio und TV. Dann beschloss er, seine Meinung zur Coronapolitik öffentlich zu sagen. Ab sofort war er für die meisten Journalisten frei zum medialen Abschuss.

Dass er nach der Aufhebung der Massnahmen eine neue Tour lancierte, die erfolgreich verlief, war den wenigsten eine Zeile wert. Zu schreiben gab er nur, wenn die Chance bestand, ihn in irgendeiner Weise ins schiefe Licht zu rücken. Rima tut nun das einzig Richtige: Er liefert die dazu nötigen Vorlagen gleich selbst. Denn wenn man ohnehin schon eine Unperson ist, kann man diesen Ruf auch bewirtschaften. Kommt dazu, dass er nur seinen Job macht. Oder soll er vielleicht nun Döner braten?

Mit seinem neuesten Song, den er auf Youtube veröffentlicht hat (siehe ganz unten), liefert er Empörung mit Garantieschein. Er singt über Klimakleber, als Vorlage diente das einst populäre Kinderlied «Zehn kleine Negerlein» (Verzeihung, aber das Lied heisst nun mal so), und Rima erscheint gleich vierfach: Im Original, kostümiert als Indianer, als Weisser mit Rastafrisur und mit schwarz gefärbtem Gesicht. Eben einfach alles, was man nicht mehr tun sollte, wenn es nach der Twitterblase geht. Es ist das volle Programm (und übrigens, als Warnung, auch ein echter Ohrwurm).

Selbstverständlich überschlugen sich die Medien danach umgehend mit Berichten der Marke «darf man das?», um die Antwort gleich selbst zu geben. Die Alternative wäre gewesen, den neuesten Wurf von Marco Rima einfach zu ignorieren, wenn er einem nicht gefällt. Was nicht stattfindet, kann auch niemanden aufregen. Aber das schaffen die Medien einfach nicht. Der Empörungsreflex ist zu stark.

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Die originellste Reaktion, nicht zwingend im positiven Sinn, findet sich aktuell im «Tagesanzeiger». Der Kommentar von Andreas Tobler (nur für Abonnenten) ist grösstenteils eine Art Küchentischpsychologie. Der Redaktor erklärt uns, was Rima eigentlich wollte, um danach zu sagen, was er stattdessen tut. Der Komiker wolle provozieren, aber das sei «Blödsinn», er bediene nur vorgefasste Meinungen.

Da schliesst jemand von sich selbst auf die andern. In Wahrheit hält Rima den Leuten einen Spiegel vor, die ihre Meinung allen anderen aufzwingen möchten. Und es ist der «Tagi», der hier eine vorgefasste Meinung mit der entsprechenden Kundschaft bedient – nämlich seine eigene.

Tobler schafft es nicht mal, den Originaltitel des verwendeten Kinderlieds niederzuschreiben. Obschon das ja ein reines Zitat wäre und er sich selbst nicht der Verwendung des Worts «Negerlein» schuldig machen würde. Er lässt das Wort einfach zugunsten von drei Pünktchen aus. Weil er sonst sicher umgehend in die Hölle käme.

Damit liefert der Kommentator gleich das beste Argument dafür, dass Rimas Aktion durchaus nötig war. Die Schere im Kopf ist allgegenwärtig, sie greift in die Sprache ein mit dem Fernziel, das Denken zu verändern. Rimas Video zeigt spielerisch den Irrsinn, der darin liegt, eine bessere Welt erschaffen zu wollen, indem wir Frisuren, Maskeraden und Wörter auf eine Tabuliste setzen.

Gemäss dem «Tagesanzeiger» ist es Unsinn, wenn Rima kritisiert, was man heute alles nicht mehr darf und eine Meinungszensur beklagt. Denn was er da performe, «wurde vor ihm bereits hundertfach gemeint und gesagt», es gebe einen stetigen Dialog über Themen wie Rastalocken, Blackfacing und andere.

Diesen Dialog mag es am Stammtisch geben, bestimmt aber nicht ernsthaft geführt in den grossen Medien. Diese stürzen sich auf angebliche Grenzüberschreitungen wie den verkleideten Jodler in Walzenhausen und überlassen es den Lesern in den Kommentarfeldern, sich dafür oder dagegen auszusprechen. Im «Tagesanzeiger» hat jedenfalls in den letzten Jahren des Woke-Wahnsinns nie einer eine Stange gebrochen für die freie Rede, für Gelassenheit, für Verhältnismässigkeit.

Kurz und gut: Der Kommentator tut das, was er dem Objekt zuschreibt. Er haut einen raus, um sich bei der eigenen Klientel anzubiedern. Auf Kosten eines Mannes, der sehr klar erkannt hat, dass wir unterwegs in eine falsche Richtung sind.

Zuschlechterletzt wird Marco Rima im bewussten Artikel als «das Maskottchen vorgefasster Meinungen» bezeichnet. Wenn es ein «Maskottchen vorgefasster Meinungen» gibt, dann sind das die grossen Medien in der Schweiz, inklusive dem «Tagi».

(Zur Transparenz: Ja, ich bin gut befreundet mit Marco Rima. Aber das wäre nicht mal nötig, um einen klaren Gedanken in dieser Sache zu fassen)

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Wir sind nicht so wie die andern. – Ein Aufruf.

Die jüngsten Zeiten liefern unzählige Steilvorlagen für Schadenfreude. Man ist inzwischen sogar versucht, grausam zu sein. Aber diesen Gefallen dürfen wir den andern nicht tun. Denn es würde uns auf ihr Niveau herunterziehen. Wir müssen grösser sein als sie. Ein aktueller Fall – und der Versuch einer Anleitung.

Ich komme gleich zum Punkt. Aber diese Geschichte ist wichtig dafür.

Jessica Weaver-Day aus Ohio in den USA war Mutter von zwei Zwillingstöchtern im Alter von sechs Jahren. Am 11. November 2021 liess sie ihre beiden damals fünfjährigen Kinder gegen Covid-19 impfen. Davon berichtete sie in den sozialen Medien. Eineinhalb Stunden lang hätten die beiden aus Furcht vor der Spritze geschrien, bevor sie entmüdet den Kampf aufgaben. «I’m beat», schrieb die Mutter. «Ich bin erledigt.» Ihre Kinder vermutlich auch. Aber die Mission war erfüllt.

Im Januar 2022 schrieb Weaver-Day, dass sie nach dem «Booster» für mehrere Stunden starke Nebenwirkungen hatte. Aber die Impfung sei «es wert». Und die gute Nachricht sei, dass ihre kleinen Töchter nach ihrer zweiten Spritze, die sie in der Zwischenzeit erhalten hatten, keinerlei Probleme gehabt hätten ausser einem schmerzenden Arm.

Ab Juni 2022 berichtete die Mutter immer wieder von «seizures», also Krampfanfällen, bei ihrer Tochter Anna. Im September 2022 hatte die gesamte Familie Corona, gemäss eigenen Berichten drei Wochen lang. Am 2. Januar 2023 verbrachte Anna aufgrund ihrer Krampfanfälle fünf Tage im Spital.

Am 25. Januar 2023 fand der Vater seine Tochter regungslos im Bett. 15 Minuten nach der Ankunft in der Notaufnahme war Anna tot. Die Todesursache ist nicht bekannt. Die Mutter wünschte sich eine baldige Einäscherung. Die Beisetzung fand am 30. Januar 2023 statt.

Der Tod eines sechsjährigen Kindes ist an Traurigkeit kaum zu überbieten. Die Mutter hat derzeit aber noch mit weiteren Problemen zu kämpfen: Sie wird in den sozialen Medien mit Vorwürfen, Häme und Hass übergossen. Ihre begeisterte Chronologie der familiären Impfstory wird ihr nun zum Verhängnis.

Ich sage es offen: Ich habe Verständnis dafür, dass einige gar nicht anders können, als so zu reagieren. Wir, die wir dankend auf die Impfung verzichteten, wurden jahrelang wie Aussätzige behandelt. Man hat uns ausgesperrt, als unsolidarisch gebrandmarkt, als verantwortlich für Todesfälle bezeichnet. Wir waren schuld daran, dass es immer noch Massnahmen gab, wir waren durchgeknallte Spinner, welche die Gesellschaft in Geiselhaft nahmen. Wir waren schlimmer als das Virus.

Aber mein Aufruf: Lasst uns nicht so sein wie die Leute, die das alles getan haben. Wir müssen Grösse zeigen, so schwer es fällt. Im geschilderten Fall ist die Mutter Opfer, nicht Täterin. Ja, sie war gutgläubig und hat sich in die Irre führen lassen. Aber das war das Ergebnis der unvergleichbaren Terrorkampagne von Staat und Medien. Nicht jeder ist stark genug, dem zu widerstehen. Nicht jeder hat es in sich, einem Druck über mehrere Jahre hinweg standzuhalten. Nicht jeder hat die Kraft, die soziale Ausgrenzung auszuhalten. Wir sind alle verschieden. Wir haben alle unsere Geschichte.

Wir sind nicht wie sie. Wir sind nicht bereit, andere Menschen auf Knopfdruck zu diskriminieren, zu diskreditieren, zu denunzieren. Die andern haben das getan, bereitwillig, lustvoll, hörig. Wir nicht. Und deshalb darf man nun einfach um dieses Kind trauern. Ohne es zu instrumentalisieren. Die Wahrheit wird auch ans Licht kommen, ohne sich an denen schadlos zu halten, die letztlich auch nur ein Opfer des Systems sind.

Schreiben, was ist. Ohne Schranken. Dank Ihrer Unterstützung. Hier finden Sie alle Informationen.

SRF: Eine Marke im freien Fall

Ich halte nicht viel von Umfragen. Aber ich mache es jetzt mal wie die andere Seite: Wenn mir das Ergebnis passt, nehme ich die Befragung ernst. Hier geht es um den Wert von Schweizer Marken – und den Absturz des Schweizer Radio und Fernsehen.

Eine regelmässige Umfrage will erheben, welche Marken in der Schweiz besonders beliebt sind. Platz 1 gehört in diesem Jahr einer US-Marke, nämlich «Whatsapp». Erst auf Platz 2 folgt mit der Migros ein einheimisches Gewächs. Gut, vermutlich nützt man dieser Tage einen Messenger auch weitaus häufiger als einen Detaillisten. Zudem gibt es sowieso eine Verschiebung hin zu digitalen Marken. Mehr zur Befragung erfährt man hier.

Wie so oft scheinen mir die Verlierer weitaus spannender als die strahlenden Sieger. Typisch schweizerische Errungenschaften haben es immer schwerer. Ovomaltine kippte von Platz 18 auf 37 (wer trinkt das eigentlich noch?), Rivella von 22 auf 56. Die Fluggesellschaft Swiss, inzwischen ja auch nur noch sehr theoretisch (nein, nicht mal das) ein Schweizer Unternehmen, rutschte von Rang 33 auf 65 ab. Was ich einfach mal grosszügig auf den Impfpflicht-Irrsinn bei der Belegschaft schiebe.

Aber wer sich echt Gedanken machen muss, ist das Schweizer Radio und Fernsehen, kurz SRF. Das war mal eine echte Institution in diesem Land. Dieser gelang das Kunststück, von Platz 12 auf Platz 42 durchgereicht zu werden.

Das hat zunächst natürlich eine gewisse Logik. Meine eigenen Kinder wissen kaum mehr, dass es SRF gibt, analoges TV ist bei den Jüngeren kein Thema mehr, und auch in anderen Altersklassen ist der Pflichttermin um 19.30 Uhr oder 20.15 Uhr längst keiner mehr.

Andererseits versucht SRF ja mit Biegen und Brechen, auf anderen Feldern Fuss zu fassen. Die Sendergruppe grast mit Gebührengeldern fröhlich mit News im Bereich der privaten Onlinemedien und hat mit «Play Suisse» einen eigenen Streamingdienst aufgezogen, der nicht von einem durchgetakteten TV-Programm abhängig ist. Man versucht also fleissig, abseits der alten Sendegewohnheiten Land zu gewinnen, aber offenbar mit bescheidenem Erfolg. Unsere Vorfahren hätten sich jedenfalls nicht vorstellen können, dass 41 Marken beliebter sind als SRF, dieser heilige Gral im Tagesablauf.

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Vielleicht bin ich ja zu optimistisch, aber ich interpretiere das Resultat nun einfach mal so, wie es sein müsste, wenn die Welt ein gerechter Ort wäre: Der Lack ist ab. Inzwischen müsste wirklich jeder gemerkt haben, dass das, was uns das Programm von SRF vorsetzt, nichts mit Unabhängigkeit, Objektivität und Staatsferne zu tun hat. Private Medien sollen tun, was sie wollen (auch wenn sie in den letzten Jahren selbst meine Toleranzgrenze ausgereizt haben), aber wenn es um ein mit Zwangsgebühren finanziertes Medium geht, hört der Spass auf.

SRF blieb nicht erst, aber vor allem in der Coronazeit den Beweis schuldig, dass die dort angestellten Brigaden auf der Suche nach der Wahrheit sind. Bei jedem Schlüsselthema unserer Zeit huldigen die TV- und Radiosender dem Zeitgeist, ducken sich vor der Obrigkeit und haben keine Hemmungen, Kritiker dieses Kurses zu zensieren oder zu diskreditieren.

Wäre schön, wenn all das aus diesem blamablen Absturz zu lesen wäre. Aber in der Lesart der Verantwortlichen ist es sicher ganz anders. Die Frage war falsch gestellt, man befindet sich eben gerade in einer Transformation, es ist nur eine Momentaufnahme: Das sind die typischen offiziellen Reaktionen auf solche Resultate. Wenn überhaupt jemand danach fragt. Aber glücklicherweise kann sich ja jeder sein eigenes Bild machen. Auch wenn wir kritischen Köpfe für unsere Befunde wohl kaum TV-Sendezeit bei SRF erhalten würden.

Vielleicht sind doch nicht die Medien das Problem

Haben Sie in jüngster Zeit die Leserkommentare bei Medienbeiträgen gelesen? Falls nicht: Gut gemacht. Es ist nämlich nicht empfehlenswert. Da tut sich ein Abgrund der nackten Ignoranz und schieren Dummheit auf.

Was haben beispielsweise die Leser der Blätter von CH Media zu den Corona-Leaks, die von eben diesen Zeitungen aufgedeckt wurden, zu sagen? Sind sie entsetzt über den Korruptionssumpf, der sich da auftut? Nicht doch. Das war alles völlig in Ordnung. Hier ein paar Müsterchen.

Ich habe keinen blassen Schimmer, wen der Kommentator mir «verdientem Magistraten» meint. Ich habe auch keine Ahnung, wer da angeblich seit Langem schuldlos am Pranger steht. Aber selbst wenn es jemanden gäbe: Der darf nun aufgrund seiner angeblichen Verdienste tun, was er will? Und Leser XY regt sich nicht darüber auf, dass an ihm vorbei der Staat und ein Verlagshaus Politik betrieben haben?

Aber keine Angst. Es geht noch schlimmer:

Der Zweck heiligt die Mittel. Gut zu wissen. Wenn ein Bundesrat also findet, wir sollten nun alle dringend auf allen Vieren zur Arbeit kriechen und uns das als absolut zwingend verkauft, ist es auch völlig ok, wenn er mit der Verletzung des Amtsgeheimnisses dafür sorgt, dass uns diese Botschaft medial als richtig verkauft wird. Denn es ist ja das «Richtige», also darf man das auch. Und bitte, lasst uns gar nicht erst darüber diskutieren, dass man in einer Demokratie allenfalls darüber befinden sollte, was richtig und was falsch ist. Das überlassen wir einfach der Regierung.

So. Noch nicht genug gekriegt? Bitte sehr. Es geht munter weiter:

Ach so! Das ist praktisch. In Zukunft sollte jeder geplante Bundesratsentscheid vorher durch eine Indiskretion an die Medien gelangen, damit wir uns «entsprechend einstellen» können. Und natürlich besteht nicht die Gefahr, dass diese Indiskretionen erst zu diesem Entscheid führen. Auf gar keinen Fall. Also: Uns kann gar nichts Besseres passieren als ein Leck im Bundesrat. Falls dieser jemals entscheiden sollte, dass wir ab morgen nicht mehr atmen dürfen, erfahren wir es immerhin rechtzeitig im «Blick» und können uns darauf einstellen.

Ja, wir haben ein Problem mit unseren Medien. Aber offenbar auch mit den Leuten, die diese Medien konsumieren.

Mir bleibt nur die Hoffnung, dass diese von jedem Verstand befreiten Zwischenrufe nicht die Regel, sondern bedauerliche Ausreisser sind.

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Warum Alain Berset völlig unschuldig ist

Meine Texte gibt es nicht nur mit Kante und in aller Ernsthaftigkeit, sondern auch satirisch. Zum Beispiel jeden Monat im gedruckten «Nebelspalter». Hiermit zum Abo empfohlen – und ein Müsterchen kostenlos für meine Leser.

Das Magazin des «Nebelspalter» ist seit Urzeiten der Satire verschrieben – bis heute. Hier könnt Ihr es abonnieren, und das mit meiner ausdrücklichen Empfehlung. Ich bin darin regelmässig mit Texten vertreten. Anbei ein Beispiel aus der aktuellen Ausgabe, die gerade für meine Leserschaft besonders lesenswert sein dürfte.

Alain Berset wurde missbraucht

Bundespräsident Alain Berset ist nicht etwa Täter, sondern das Opfer seines geschwätzigen Umfelds. Das zeigt unsere Chronologie der letzten drei Jahre.

Es war höchste Zeit, dass Alain Berset im vergangenen Jahr seinen Sprecher Peter Lauener loswurde. Dieser hatte eine unangenehme Eigendynamik entwickelt und einfach von sich aus Medien seiner Wahl über Interna informiert. Berset selbst war dabei immer völlig ahnungslos, ihn trifft keine Schuld. Und das war nicht das erste Mal, dass andere seine Macht missbrauchten. Immer wieder hat sein Umfeld ohne sein Wissen einfach gemacht, was es wollte. Und er war danach gezwungen, nachzuziehen.

Ende 2020 beispielsweise wollte Alain Bersets Frau unbedingt verhindern, dass Weihnachten wieder ausartet. Der Gedanke war ihr unerträglich, diesen unsäglichen angeheirateten Onkel und seine verfressene Tochter zum Weihnachts- fest zu empfangen. Also rief sie beim «Blick» an und erzählte diesem, ihr Mann wolle an den Festtagen wegen Covid-19 eine strenge Limitierung der Gäste durchsetzen. Die Zeitung schrieb das pflichtschuldig nieder, und Berset sah sich darauf genötigt, politisch nachzuziehen.

«Er wolle generelle Regeln für die Festtage etablieren.»

Das sagte er, nachdem es der «Blick» bereits angekündigt hatte.

Die Kinder von Berset witterten daraufhin eine Chance. Als sie keine Lust hatten auf die sonntägliche Wanderung, schrieben sie dem «Blick» eine E-Mail und kündigten an, dass Papa bald einen Aufruf lancieren würde, das Haus möglichst nicht mehr zu verlassen. Die Redaktion machte das zur Schlagzeile, und Berset blieb danach nichts übrig, als vor die Medien zu treten:

«Bleiben Sie zu Hause!»

Damit war der Sonntag vor der Playstation gerettet. Aber schon bald drohte den Kindern weiteres Ungemach: Sie sollten demnächst das Wochenende bei den Grosseltern verbringen – der pure Horror. Warum sie abgeschoben werden sollten, war unklar, Papa Berset murmelte nur etwas von «ich bin dann geschäftlich im Schwarzwald». Der Nachwuchs musste handeln, kontaktierte wieder den «Blick», und kurz darauf sah sich Alain Berset vor den Medien zu folgender Aussage genötigt:

«Schicken Sie Ihre Kinder nicht zu den Grosseltern, das ist sehr wichtig.»

Satire gibt es übrigens auch immer mal wieder auf diesem Blog – dank Ihrer Unterstützung.

Ein intelligenter Mann wie Berset durch-schaut solche Mechanismen natürlich früher oder später. Um sich an seinen Kindern zu rächen, liess er sein Departement die Gefahr durch ausgelassene Stimmung am Wochenende untersuchen und verkündete schon bald:

«Die Partyszene muss verstehen, dass sie nun etwas anderes tun muss, als Party zu machen.»

Die Clubs wurden geschlossen. Seine Kinder kochten. Nun mussten sie den Samstag in diesem langweiligen Freiburger Vorort verbringen, statt sich mit den Kollegen eine gepflegte Tüte zu basteln.

Berset hatte nun Blut geleckt. So einfach war es, die Medien zu instrumentalisieren? Und er konnte das tun, ohne von der Verwandtschaft missbraucht zu werden? Als die ersten Kritiker kamen und die Schweiz als Diktatur bezeichneten, bat er seinen Kollegen Guy Parmelin daher, ein gutes Wort für ihn einzulegen. Und der tat das auch. Am 17. Februar 2021 stellte sich Parmelin vor die Medien und fragte:

«Sieht Berset wirklich wie ein Diktator aus?»

Die Frage war offenbar rhetorisch gemeint, es gab keine repräsentative Umfrage darüber.

Bersets neue Strategie funktionierte leider nicht immer. Es gab einfach zu viele Ereignisse, bei denen er die Medien nicht vorab informieren wollte, sondern lieber gar nicht. Schuld war sein gedrängter Terminplan. Denn dieses Amt ist einfach zu viel für einen einzelnen Mann. Er weiss ja manchmal selbst nicht mehr vor lauter Stress, ob er sich gerade in einem Privatflugzeug über einem Nachbarstaat oder in einer Staatslimousine auf dem Weg in den Schwarzwald befindet, wo er sich höchstpersönlich um die Förderung einer jungen Musikerin kümmern will.

Bundesrat ist ein gnadenloser Job.

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Der Jäger als Gejagter?

Bundespräsident Alain Berset ist das Opfer einer «Treibjagd», weiss die «Wochenzeitung». Selbst wenn das stimmen würde: Ist da nicht ein bisschen der Fokus verrutscht?

Cédric Wermuth, SP-Co-Präsident, versucht es seit Tagen. Sein Parteikollege, Nationalrat Fabian Molina, ebenfalls. Und Jacqueline Badran, ebenfalls SP-Nationalrätin, sowieso auch und am lautesten.

Es geht um den Versuch, die «Coronaleaks», die früher oder später zur Umschreibung der Geschichte der letzten drei Jahren führen müssen, in eine politische Kampagne gegen einen beliebten Bundesrat umzudeuten.

Die WOZ macht das mit einem langen Beitrag, den sie uns als Enthüllung pur verkauft. Echte Erkenntnisse enthält er wenig. Aber deshalb verwenden die Journalisten auch das Wort «Spurensuche», das keinen Fund vorgaukelt, sondern eben nur eine Suche. Dass die E-Mails von Bersets Ex-Sprecher Peter Lauener auf verschlungenen Pfaden und alles andere als offiziell zu einer Zeitung gelangt sind, ist längst bekannt. Dass derjenige, der dafür gesorgt hat, bestimmte Ziele verfolgt, ist auch nur logisch. Dass er damit Alain Berset schaden will, ist sehr wahrscheinlich.

Das war auch schon alles. Es bleibt die Frage: Na und?

Am Anfang des Ganzen standen handfeste Interessen im Departement des Innern. Diese wurden durch überaus linke Touren verfolgt. Dass Berset im besten Fall nur davon gewusst und nicht aktiv beteiligt war, ändert an der Sachlage nichts. Wenn er es nur schon hat laufen lassen, wäre das Skandal genug. Und dass er davon profitiert hat, ist ohnehin keine Frage.

Wenn die WOZ den amtierenden Bundespräsidenten nun als bedauernswertes Opfer einer Treibjagd inszeniert, ist das eine drastische Umkehrung der Realität. Hätte sein engster Vertrauter nicht die Medien eingespannt, um Unterstützung für Bersets Coronapolitik zu bekommen (soweit jedenfalls die Vermutung), gäbe es auch keine Treibjagd.

Danke für Ihre Unterstützung. Erfahren Sie hier, wie es geht.

In all den Fällen, in denen Linke sowie linke Journalisten nun darüber weinen, dass man Berset übel mitspielen will, hat er grandiose Vorarbeit dafür geleistet. Es hat ihn niemand zu einer Affäre, Fahrten mit der Staatslimousine in den Schwarzwald, Irrflüge über Frankreich und Einsprachen gegen Handyantennen gezwungen. Es braucht nun wirklich keine Treibjagd, um ihn in diese Fettnäpfchen treten zu lassen. Er hat sie alle selbst aufgestellt.

Auch reichlich seltsam: Wie sich eine Zeitung, die sich gern als Beschützerin der kleinen Leute sieht, nun als Schutzpatron eines Bundesrats gibt. Die unverhältnismässigen Coronamassnahmen haben nicht zuletzt diese «Kleinen» belastet. Stellt sich nun heraus, dass sie nur aufgrund einer Medienstrategie mit Gegenschäften aus den Reihen der Landesregierung möglich waren, müsste die WOZ als erste aufheulen. Aber es ist ihr wichtiger, das Geschehene zu vernebeln und durch die Nebelwaden hindurch nach einer angeblichen Verschwörung bürgerlicher Kreise zu suchen.

Natürlich kann man sich dem Justizleak rund um die aufgetauchten E-Mails journalistisch annehmen. Spannend ist das allemal. Aber im gleichen Atemzug zu verwedeln, was hinter diesen E-Mails steckt, was sie besagen, das ist unseriös. Es entspricht allerdings der Linie der SP-Genossen: Man müsse zuerst untersuchen, was wirklich zwischen Berset und der Ringier-Presse gelaufen ist, noch weiss das keiner, warten wir doch ab – aber die Sache mit den E-Mails von Lauener, da müssen wir gleich mal mit Furor dahinter und eine Salve von Vorverurteilungen abfeuern.

Es ist ein durchsichtiges Manöver. Und ein peinliches. Egal, wie nahe man dem SP-Bundesrat steht, es ist zu offensichtlich, dass hier vieles nicht sauber lief. Aber statt das einzugestehen, regt man sich lieber darüber auf, dass diese Unsauberheiten nun auf dem Tisch liegen. Köpft den Überbringer der schlechten Botschaft – und lasst ansonsten alles, wie es ist.

Ich kann die WOZ beruhigen: Eine politische Treibjagd ist nur dann erfolgreich, wenn Munition im Lauf ist. Diese Munition hat das angebliche Opfer aber selbst in die Waffe eingelegt, um beim Bild zu bleiben.

Kein Geld vom Staat, keine Standleitung ins Bundeshaus – aber Sie und Ihre Unterstützung. Vielen Dank.

Die grosse Angst vor kleinen Fragen

Wer Tabus installiert, torpediert die Wissenschaft, den Fortschritt und die freie Rede. Hier ein aktuelles Beispiel für eine Meldung, die Fragen aufwirft. Aber nur schon die Frage gilt als Tabubruch. Und das verunmöglicht Antworten.

Man muss höllisch aufpassen, keine verfrühten Schlüsse zu ziehen. Nicht jedes Ereignis, nicht jede Zahl ist zwingend ein Hinweis auf grössere Zusammenhänge. Nur: Man muss zuerst herausfinden, ob es das wirklich nicht der Fall ist. Dafür muss man Fragen stellen, sobald man etwas «Merkwürdiges» beobachtet. Vielleicht ja alles halb so wild. Dann ist es ja umso besser.

Hier ein aktuelles Beispiel, das mir eine Leserin geschickt hat:

Diese Meldung eines Regionalspitals datiert vom Donnerstag, 26. Januar 2023. Sie hat keine Wellen ausgelöst. Warum auch? Es ist einfach eine Jahresstatistik, die zudem belegt, dass wir es mit einem sehr aktiven Rettungsdienst zu tun haben. An dieser Stelle übrigens der herzliche Dank an die Leute, die diesen harten Job machen. Ohne meinen üblichen Sarkasmus und von Herzen.

Aber die Meldung fällt auf. Denn sie belegt eine ziemlich drastische Entwicklung. Ich bin leider kein Zahlenmensch, aber vom Schiff aus sehen wir: Es waren 2022 über 10 Prozent mehr Einsätze als noch 2020. Und immer noch fast 5 Prozent mehr als 2021. Das scheint mehr zu sein als ein Zufallsausreisser. Und es ist verknüpft mit einer inhaltlichen Einsätze: Weniger Unfallopfer, mehr Beschwerden mit medizinischer Ursache, die einen Einsatz nötig machten.

Man kann nun umgehend wilde Mutmassungen anstellen, aber das ist unseriös. Was man hingegen tun darf, kann, nein, sollte: Fragen dazu stellen. Zum Beispiel diese:

  • Gab es in der Vergangenheit auch schon mal solche deutlichen Ausschläge nach oben?
  • Wie sehen die aktuellen Zahlen im Langzeitvergleich aus?
  • Um welche Probleme handelte es sich bei diesen «medizinisch bedingten» Einsätzen? Um alles Mögliche? Oder gab es ein Muster? Viele ähnlich gelagerte Fälle?
  • Aus welchen Altersgruppen stammten die Leute, die einen Rettungseinsatz aus medizinischen Gründen brauchten?

Es gäbe noch einiges mehr zu fragen. Sicher ist nur eines: Wenn ein Rettungsdienst in zwei Dritteln der Fälle nicht zu Ereignissen ausrückt, die wir spontan mit ihm assozieren – Verkehrsunfälle, Stürze zuhause und so weiter –, dann scheint das aussergewöhnlich. Und das muss es auch sein, ansonsten würde das bewusste Spital diesen Punkt nicht eigens ausführen. Offenbar findet man auch im eigenen Haus, dass das bemerkenswert ist.

Danke für Ihre Unterstützung dieses Blogs.

Wie gesagt: Voreilige Schlussfolgerungen und wilde Mutmassungen, die der persönlichen Haltung zu bestimmten Themen gerade recht kommen, sind nicht angesagt. Nicht, bevor es keine weiteren Details dazu gibt. Man müsste diese Entwicklung genau untersuchen. Vielleicht geschieht das ja auch am See-Spital. Die andere Frage ist, ob wir vom Ergebnis erfahren werden.

Ich war lange Lokaljournalist, und wäre die Meldung damals aus meiner eigenen Region gekommen, wäre die Story gesetzt gewesen. Völlig egal, ob sie sich als harmlos entpuppt oder auf einen grösseren Zusammenhang hinweist. Denn ohne Frage ist da etwas passiert: Es hat eine Entwicklung eingesetzt. Das ist spannend. Aber es ist nicht anzunehmen, dass sich heute der Sache ein Kollege annimmt.

Denn derzeit grassiert die aktuelle Angst vor Erkenntnissen. Stellen wir uns vor – und wie gesagt, das muss nicht sein –, die medizinischen Einsätze würden eine Parallelität zu den Impfaktivitäten aufweisen. Das wäre nach wie vor nur ein reiner Befund ohne Schlussfolgerung, eine Korrelation, keine Kausalität. Aber es wäre Grund genug, weitere Fragen zu stellen. Nur will die eben kaum jemand stellen. Weil die Antwort unangenehm sein könnte.

Ich warne ausdrücklich davor, solche Meldungen einfach auf gut Glück mit einem Schuss ins Blaue zu publizieren. Also einfach zu sagen: Ich mag die Impfung nicht, also war es die Impfung. Das ist mit Stand heute in keiner Weise belegbar. Kriminalistisch gesprochen haben wir es hier mit einem sogenannten Anfangsverdacht zu tun: Es gibt ein zeitliches Zusammentreffen, und ob dieses von Relevanz ist, gilt es herauszufinden.

Aber wenn es niemand herausfinden will, wird das auch nie geschehen.

Der Staat müsste ein grosses Interesse haben, möglichst viel akkurates statistisches Material zu sammeln, das Aufschlüsse für die künftige Arbeit gibt. Wenn wir beispielsweise Jahr für Jahr mehr Todesfälle durch den Verzehr giftiger Pilze haben, ist es höchste Zeit für eine gross angelegte Informationskampagne oder den Ausbau der Pilzkontrolle. Das war schon immer ein wichtiges Instrument jeder Gesellschaft.

Neuerdings dienen Statistiken aber nicht mehr dazu, Erkenntnisse zu gewinnen. Stattdessen sollen sie Erkenntnisse verhindern.

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Heute komme ich mal ganz egoistisch

Zunächst einmal besten Dank an alle, die diesen Blog bereits unterstützen. Und an alle anderen: Wäre das auch eine Möglichkeit?

Ich bitte nicht gern um Almosen. Aber Tatsache ist: Seit November 2022 füttert mich dieser Blog durch. Damals habe ich mich entschieden, vollends freischaffend zu sein. Mit allen Vor- und Nachteilen. Die Gründe dafür muss ich nicht weiter ausführen. Im Wesentlichen geht es darum, weiter die Wahrheit aussprechen zu dürfen. Ohne Hemmungen.

Und ja, es gibt noch vieles auszusprechen. Wobei ich nicht weiss, was ich noch nicht gesagt habe. Die unsäglichen Massnahmen während der Coronazeit? Die absurde Impfkampagne? Die blanken Lügen, die uns staatlich verordnet verkauft wurden?

Das alles thematisiere ich hier gern, Dank Eurer Hilfe. Ja, es kostet Geld, das zu tun. Jede Minute, die ich dafür aufwende, fliesst nicht in die Zeit derer, die Euch anlügen.

In diesem Sinn: Danke an alle, die etwas zur Wahrheitssuche beitragen. Denn nur darum geht es: Um die Suche nach der Wahrheit. Ich habe nie behauptet, dass ich sie besitze. Mein einziges Versprechen lautet: Ich suche danach. In eurem Interesse.

Wer das unterstützen will: Hier geht es lang.

Stell dir vor, es ist Krieg…

… und alle Pazifisten wollen mehr davon. Eine andere Sicht auf den Ukraine-Konflikt. Und die Frage, warum plötzlich ausgewiesene Friedenstauben gar nicht genug Panzer kriegen können.

Ich möchte mich gar nicht beklagen. Der Widersinn, den ich seit Jahren beklage und der von einer lauten Twitterblase in Abrede gestellt wird, zeigt sich derzeit überdeutlich. Das hat ja auch etwas Befriegendes.

Jedenfalls: Seit Russland die Ukraine überfallen hat, was man ja bei aller Ehre nicht anders bezeichnen kann, entpuppt sich die friedensliebende, ewig-pazifistische Blase auch in der Schweiz als wahrhaft kriegsverherrlichend. Würde ich das nur so schreiben, könnte es mir keiner glauben. Aber die machen das selbst und für alle sichtbar.

Nein, Panzer stiften keinen Frieden. Nein, Munitionslieferungen retten keine Menschenleben. Ich war einst, und ich habe keine Probleme damit, das zuzugeben, Teil der superlinken, superpazifistischen Bewegung in der Schweiz. Für uns war klar: Jede kriegerische Auseinandersetzung ist um jeden Preis zu verhindern. Das Gegenüber zu töten ist nie die richtige Antwort. Bewaffnete Auseinandersetzungen sind nie die Lösung.

Gut, ja, ich habe mich von diesen Positionen entfernt. Aber ich bin immer davon ausgegangen, dass die andere Seite immer noch dieselben Ideale vertritt. Und was sehen wir nun? Die grössten Kriegstreiber von heute sind die Pazifisten von gestern.

Unabhängiges Denken fördern: Das ermöglichen SIE mit Ihrem Beitrag.

Grüne, ob in der Schweiz oder in Deutschland, schreien nach mehr Waffen. Sie wünschen sich den totalen Krieg. Sie müssen bürgerliche Regierungen förmlich dazu zwingen, mehr zu schiessen, mehr zu töten.

Als ob man im falschen Film wäre. Kann man sich denn auf gar nichts mehr verlassen?

Als es um die Abschaffung der Armee ging im Jahr 1989, war ich 17 Jahre alt, und für mich war es keine Frage: Weg damit. Ich stand völlig ahnungslos auf Podien und habe diese Haltung vertreten. Keine Armeen – keine Kriege: Für mich war das keine Frage.

Danach habe ich neue Positionen entwickelt. Das gestehe ich auch anderen Leuten zu. Nur: Die Leute, an deren Seite ich damals stand, haben danach immer so getan, als wäre für sie alles immer noch wie früher. Und dieselben Leute wollen heute Waffenlieferungen an eine Kriegspartei? Und denken nicht mal über Verhandlungen nach? Weil sie auf «der richtigen Seite» stehen wollen? Ernsthaft?

Ich habe keine Lust, über die Hintergründe des Kriegs in der Ukraine zu sprechen. Es ist für mich keine Frage, dass es um weit mehr geht als um die angebliche Geschichte eines blindwütigen Aggressors, der einen anderen Staat angreift. Natürlich ist es mehr als das. Aber wer diese Debatte beginnt, hat schon verloren.

Für mich ist die relevante Frage: Warum finden die Friedenstauben von damals heute plötzlich, dass es gar nicht mehr Waffen geben kann? Dass sie jeder liefern soll? Dass man kämpfen soll bis zum letzten Tropfen Blut?

Ich verstehe das nicht, aber vielleicht liegt das auch an mir. Und die anderen haben recht. Das ist in Ordnung. Es ändert nichts daran, dass ich es nicht kapiere.

Jeder Schuss ist einer zu viel. Egal, aus welchem Lauf er kommt. Aber nun überschlagen sich die einstigen Pazifisten mit der Forderung, mehr Schüsse zu ermöglichen, den Krieg zu verlängern, den totalen Krieg auszurufen. Bis zum bitteren Ende.

Frieden habe ich mir immer anders vorgestellt. Und damals, aber ja, es ist lange her, dachten wir, dass miteinander sprechen eine Chance ist, diesen Frieden herzustellen.

Meine Genossen von damals finden inzwischen: Schiessen, schiessen, schiessen, bis nichts mehr aus dem Lauf kommt.

Damals, aber ja, es ist lange her, war es uns egal, wer schiesst und wer zurückschiesst. Wir wollten einfach, dass es aufhört. Weil Schüsse auf andere Menschen nie die Lösung sind. Das ist vorbei. Heute gibt es «die Guten» und «die Bösen», und den Guten darf man auch Panzer vors Haus stellen.

Man kann sich wohl auf nichts mehr verlassen.

Danke für Ihren Beitrag an einen Frieden, der diesen Namen verdient.

Das konnten wir doch nicht wissen!

Die Schweiz ertrinkt in Impfdosen, die man vorsorglich bestellt hat und die keiner will. Die Schweiz blickt zurück auf Massnahmen, die ja vielleicht hätten wichtig sein können. Die Schweiz hat Schulden aufgetürmt für Dinge, die ja hätten nötig sein können. Denn man wusste eben einfach nicht, was es braucht und was nicht. Es ging eben nicht anders. Meine Frage lautet: Wirklich?

Ja, es stimmt. Wenn ein Staat auf etwas verzichtet, das sich später als essentiell entpuppt, empört sich der Stammtisch. Und genau das ist derzeit das Königsargument dieses Staates für alles, was er in den letzten drei Jahren getan hat. Er sagt: «Wir wussten eben nicht genau, was auf uns zukommt. Better safe than sorry. Wir mussten für den Fall XY vorsorgen, damit man uns nicht vorwerfen kann, wir seien nicht vorbereitet gewesen.»

Und so weiter und so fort. Damit wird begründet, was man uns seit Jahren zumutet.

Nur war es im konkreten Fall eben nicht so.

Es gab sehr früh konkrete, berufene Zwischenrufe zur offiziellen Coronapolitik. Leute, die hinterfragten, was gemacht wurde. Damit meine ich nicht mich, ich bin ja nur die Weiterleitungsstelle. Aber es gab mehr als genug sehr viel intelligentere, erfahrenere Experten als mich, die Fragen stellten. Was soll diese Massnahme, was bringt dieser Schritt, und vor allem: Steht das nicht im Widerspruch mit anderen Dingen, die uns wichtig sind, Popanz wie Grundrechte und Verfassung?

Man hat ihnen nicht zugehört. Man hat sie ausgesperrt, diffamiert, diskreditiert, denunziert. Man wollte nicht zuhören.

Danke für Ihren freiwilligen Beitrag an diesen Blog.

Sehr vieles von dem, was heute klar ist, hätte man früher wissen können, wenn man nicht einfach jeden, der nicht vor Begeisterung herumgehüpft ist, aus dem öffentlichen Diskurs rausgekegelt hätte. Das Argument, man habe eben Vorsicht walten lassen wollen, sticht nicht. Heisst Vorsicht wirklich, dass man konsequent nur auf die Leute hört, die vom Schlimmsten ausgehen und jeden zum Schweigen bringt, der die Horrorszenarien nicht nachvollziehen kann? Mit guten Argumenten und Fragen? Daraus resultierte eine eklatante Verletzung des Prinzips der Verhältnismässigkeit.

Heute wird behauptet, man habe doch einfach die Risikogruppen vor Covid-19 beschützen wollen. Das erfolgte durch die Impfung. Diese schütze die Betroffenen zum einen vor einer schweren Erkrankung, zum anderen schütze die Impfung des ganzen Rest die Risikogruppen davor, das Virus überhaupt einzufangen.

Über den zweiten Punkt muss man gar keine Worte mehr verlieren. Die Impfung schützt nicht vor Übertragung. Und der erste Punkt ist nach wie vor unbelegt.

Vor allem aber: Wenn man die Risikogruppen schützen wollte, also ältere Leute und solche mit Vorerkrankungen, warum hat man dann die Gesamtbevölkerung zur Impfung geprügelt? Oder verführt mit kostenlosen Konzerten unserer B-Promis, die sich klar erkennbar an einen jüngeren Teil der Bevölkerung richteten? Warum jubelte die eidgenössische Impfkommission nach der Zulassung des Impfstoffs für Kinder ab fünf Jahren? Risikogruppen? Wo genau?

Und die Impfung selbst, und ich verwende dieses Wort nur der Einfachheit halber: Von der Wunderwaffe bis zum Rohrkrepierer hat sie sich entwickelt. Wir schützen die anderen damit nicht, und ob wir uns selbst schützen, weiss kein Mensch. Sicher ist nur die zunehmende Meldung von Impfschäden, wobei die Dunkelziffer riesig sein dürfte, weil sich viele Ärzte schlicht weigern, den Impfstoff als Ursache von Beschwerden überhaupt in Erwägung zu ziehen.

Hätte man das wissen können, wissen müssen? Sicher ist nur das: Die Leute bei Swissmedic sind zutiefst gläubig. Sie glauben, was man ihnen sagt. Sie glauben, was die Staaten um sie herum als richtig akzeptieren. Wir haben eine Heilmittelbehörde, die nicht zögert, mit dem Leben der Bürger zu spielen. Die so tut, als würde sie sorgfältig abklären, aber doch einfach vollzieht, was sie vollziehen muss. Weil sie am Tropf des Staates hängt, die diese Impfung unbedingt wollte.

Ihr Beitrag finanziert meine Arbeit – vielen Dank!

Fast alles, was einst behauptet wurde, ist inzwischen widerlegt und fraglich. Gleichzeitig warten wir auf die nächste Lieferung von ein paar Millionen Impfdosen, die wir danach entsorgen können, weil kein Mensch bei gesundem Verstand sie noch will. Es ist schlicht nichts mehr übrig von den einstigen Erzählungen. Der Strom der Zeit hat sie weggewaschen. Aber selbst, wenn das die Verantwortlichen eines Tages einräumen müssen, werden sie sagen: «Wir konnten das ja nicht wissen, wir mussten vorsichtshalber so agieren!»

Nein, mussten sie nicht. Denn Zweifel gab es früh. Aber statt sie sich anzuhören, hat man im Verbund mit den grossen Verlagshäusern dafür gesorgt, dass jeder Zweifler als Verschwörungstheoretiker, Aluhut oder Nazi abgetan wurde. Das hat bestens funktioniert, weite Teile der Bevölkerung haben diese Darstellung übernommen.

Dass die Aluhüte nun auf breitet Front recht bekommen, nützt nichts mehr. Aber wir sollten wenigstens mit dem Märchen aufhören, dass man doch nicht wissen konnte, wie es wirklich ist. Man hätte gekonnt. Man wollte aber nicht. Politisch motiviert. Dafür wissen nun einige Pharmaunternehmen nicht mehr, wo sie ihr Geld verstauen können. Und es wird interessant sein, herauszufinden, ob nicht exakt das auch im Interesse einiger führender Politiker war.

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung meiner Arbeit.

Wollen Sie Daniele Ganser hören? Hier kann man Tickets gewinnen.

Keine Angst, aus meinem Blog wird kein türkischer Basar mit unwiderstehlichen Angeboten. Aber ich darf für den legendären Daniele Ganser den Einpeitscher spielen. Und unter meinen Lesern 2×2 Tickets für diesen Abend verlosen.

Update 24.1.2022, 17.15 Uhr: Ich ertrinke in Mails, der Wettbewerb wird hiermit geschlossen. Vielen Dank für die Teilnahme.

Der bewusste Abend findet am 10. Februar 2023 statt. Weitere Infos gibt es hier.

Unter den Lesern meines Blogs verlose ich gerne 2×2 Tickets für diesen Abend. Es handelt sich um Sitzplätze ohne das kulinarische Zusatzprogramm. Aber geistige Nahrung ist ja sowieso wichtiger.

Wenn jemand dabei sein will: Bitte E-Mail mit dem Betreff «Ganser» schreiben an stefan@millius.ch. Ich werde dann an der Seite einer unwiderstehlichen Glücksgöttin zwei Gewinner ziehen, und beide dürfen mit Begleitung in Kloten einen Abend lang Daniele Gansers Ausführungen horchen. Und auch meinen Worten, wobei ich da realistisch bleibe, was die Prioritäten angeht. Aber ihr könnt ja wenigstens so tun, als ob ihr wegen mir da seid?

Ich freue mich darauf, Euch zu sehen. Und wer nicht an Fortuna glaubt: Man kann derzeit auch noch Tickets kaufen. Es sind Sitzplätze ohne kulinarische Begleitung. Wer auf Nummer sicher gehen will: Bitte, hier.

Meine Leser haben das Wort

Auf den Beitrag «Wir leben in einer Welt, in der…» habe ich mehrere Rückmeldungen erhalten mit Vorschlägen zur Ergänzung der Liste. Herzlichen Dank dafür. Ich publiziere hier gern eine Auswahl.

Zum Originalbeitrag geht es hier.

Und hier folgen einige Vorschläge meiner Leser – herzlichen Dank. Bitte beachten: Es handelt sich nicht um meine Ausführungen, und ich habe darauf verzichtet, zu zensieren.

Wir leben in einer Welt…

  • wo Regierungsmitglieder aufgrund ihrer Quote und nicht aufgrund ihrer Qualifikation gewählt werden
  • wo in Buchhaltungen Verluste «Aufwandüberschuss» genannt werden
  • wo Gesundheit bewiesen werden muss
  • in der vor knapp drei Jahren jedes Leben gezählt wurde und sich nun keiner darum kümmert, weshalb es eine nicht ganz unbeträchtliche Übersterblichkeit gibt
  • in der man die Verfassung mit Füssen getreten und nicht die Grösse hat, diesen Fehlverhalten einzugestehen oder gar sich dafür zu entschuldigen
  • in der Millionen an Steuergelder eingesetzt werden für einen Stoff, der bei Weitem nicht das bringt, was er versprochen hat und man es schon von Anfang an gesehen hat
  • in der man aus jedem Impfschaden ein «Long-Covid» macht und Menschen sogar noch auffordert, dies so zu deklarieren, weil sie dann Unterstützung bekommen, denn «Long-Covid» ist schliesslich mittlerweile eine anerkannte Erkrankung
  • in der man stets vor Spätfolgen der C-Erkrankung warnt, ohne dass es harte Daten und Zahlen gibt
  • in der man Impfopern keine Plattform gibt, diese sogar als Impfgegner bezeichnet
  • in der es einfach ist, mittels billigem Framing Menschen zu diskreditieren
  • in der keine Daten erhoben werden, nachdem man ein völlig neuartiges Medikament auf den Markt gebracht hat
  • in der man Waffen in ein Land liefert, dessen Präsident Millionen auf einem ausländischen Konto bunkert
  • in der man die schöne deutsche Sprache mit Gendern verhunzt
  • in der man pubertären LBQTG-Gören, die mit ihrem Leben noch nichts anzufangen wissen, eine grosse Plattform gibt
  • in der man geschlechtsumwandelnde OP‘s schon Kindern anbietet
  • in der wir alle neue Kühlschränke kaufen sollen, um Energie zu sparen, aber dann auf Elektroautos umsteigen.
  • in der Volk und Geschlecht nur soziale Konstrukte sind, Beschimpfungen wie Rechtsextremist oder Sexist aber nicht.
  • in der es mehr Universitätslehrstühle für Gender Studies gibt als für Kinderheilkunde
  • in der der Staat – Verbrauchssteuern mit einberechnet –  mehr als die Hälfte des erwirtschafteten Einkommens einkassiert und umverteilt
  • in der die Geldmenge und der Zinssatz zentralbanklich gesteuert werden und man immer noch auf den Kapitalismus schimpft
  • in der die Polizei sich von Allochthonen ohne Gegenwehr beschimpfen und bespucken lassen muss, aber gegenüber Autochthonen fröhlich den Knüppel schwingen darf
  • in der kein einziger Minister nach Ausbildung und Berufserfahrung für sein Amt qualifiziert zu sein scheint.
  • in der eine einzelne Person, welche am HB St.Gallen für etwa 5 Sekunden die Maske auszieht, von der Transportpolizei für 24 Stunden weggewiesen und angezeigt wird und schliesslich eine Busse von 450 Fr. von der Staatsanwaltschaft erhält. Zudem drohen die Transportpolizisten dem Maskenverweigerer mit Handschellen. Gleichzeitig steht nebenan eine Gruppe von ca. 7 Personen ohne Maske sich gegenseitig auf den Füssen herum, aber die Transportpolizei nimmt diese in Schutz weil sie am Rauchen sind, „diese dürfen die Masken abziehen, dass ist kein Problem. Am Ostersonntag 2021 erhalten 650 Personen, welche die Stadt St.Gallen besuchen, eine 30- tägige Wegweisung für das ganze Stadtgebiet, mit dem Hinweis, es sei ja im Radio davor gewarnt worden, mann hätte damit rechnen müssen. Es hören ja offenbar alle Menschen rund um die Uhr Radio.

Eine irre Debatte an der Sache vorbei

Es ist nur noch peinlich, wie linke Aushängeschilder versuchen, die Coronaleaks-Affäre schönzureden. Sie verschanzen sich hinter den offenen strafrechtlichen Fragen. Dass das, was sich hinter den Kulissen abspielte, bereits mit dem heutigen Wissensstand politisch nicht akzeptabel ist, blenden sie aus.

«Auf meine Emails habe nur ich Zugriff.»

Das schrieb der damalige Sprecher von Bundesrat Alain Berset am 28. Oktober 2020 an die Adresse von Ringier-CEO Marc Walder. Das zeigt einer der Ausrisse, die uns die Zeitungen von CH Media in der aktuellen Ausgabe präsentieren. Offenbar werden nun im Wochenrhythmus weitere Müsterchen scheibchenweise publiziert.

Warum muss Marc Walder wissen, wer Zugriff auf die Mails eines Bundesratssprecher hat? Weil er ihm hin und wieder ein lustiges GIF schickt? Oder einen «dirty Limerick»?

Kaum.

Die bisher aufgetauchten Ausschnitte aus dem Dauerverkehr zwischen Lauener und Walder deuten in einzelnen Fällen auf eine Amtsgeheimnisverletzung hin; es gilt die Unschuldsvermutung. Das müssen die Strafverfolgungsbehörden klären. Aber abseits juristischer Fragen reicht das, was wir schon wissen, aus, um ein klares Bild zu haben: Aus dem Departement von Alain Berset wurde die Ringier-Chefetage regelmässig mit Interna versorgt. Und vermutlich haben auch andere Verlage profitiert. Das ist abseits der Abklärungen der Juristen politisch relevant. Schon heute.

Im «Club» und der «Arena» verteidigen SP-Exponenten ihren Bundesrat vehement. Immer wieder weisen sie darauf hin, es sei nicht erwiesen, dass Berset von diesen Machenschaften wusste. Reden dürfen bei den Sozialdemokraten interessanterweise nur die Dauerlautsprecher Fabian Molina und Jacqueline Badran.

Danke für Ihre Unterstützung meiner Arbeit.

Sie verweigern sich mit ihrer Haltung dem gesunden Menschenverstand. Wer den einschaltet, muss sich zwangsläufig Fragen stellen, deren Antwort nur lauten kann: Natürlich hat Alain Berset von all dem gewusst, mehr noch, natürlich geschah es auf seine Initiative.

Denn:

  • Warum sollte sein langjähriger Pressesprecher an seinem Chef vorbei einen solch intensiven Kontakt zu einem Verlags-CEO unterhalten? Lauener galt immer als absolut Berset-treu. Welche Interessen sollte er an einem Alleingang gehabt haben?
  • Wie kann es sein, dass über Monate hinweg systematisch vertrauliche Informationen aus dem Bundeshaus vorab im «Blick» standen, ohne dass das dem für diese Dossiers zuständigen Bundesrat aufgefallen ist? Wenn Berset nicht eingeweiht war, hätte er diesem Datenleck intensiv nachgehen müssen. Stattdessen liefen die Indiskretionen weiter.
  • Bei Ringier behauptet man, es habe keine interne Beeinflussung gegeben. Das würde heissen, dass Marc Walder laufend mit heissen News versorgt wurde, er diese aber einfach stoisch entgegennahm und danach ein bisschen Tennis spielen ging. Was genau sollte der CEO denn mit diesen Informationen anfangen, wenn nicht an die Redaktionen weitergeben? Hat er so viel freie Zeit, dass er einfach gerne mit einem Bundesratssprecher ein Pläuschchen hält?
  • Und Alain Berset: Der hatte ausgerechnet während Corona ebenfalls zu wenig zu tun, dass er sich die Zeit nahm, für ein Ringier-Heftli den Musiker Stephan Eicher zu interviewen und bei der Lancierungs-Vernissage des Magazins vorbeizuschauen?
  • Mehrfach nennt Peter Lauener seinen Chef im Mailverkehr mit Walder ausdrücklich und spricht immer wieder von «Wir». Wer war dieses «wir»? Vielleicht Lauener und der Leiter des Facility Management im Bundeshaus?

Es gibt nach den veröffentlichten Auszügen aus dem Mailverkehr keinen Zweifel, dass das Ganze eine laufende konzertierte Aktion war, und sie kann schlicht nicht am Bundesrat persönlich vorbei betrieben worden sein. Im besten Fall hat Alain Berset dem Ganzen schweigend zugesehen, weil es ihm nützte, er aber nicht selbst involviert sein wollte. Im schlechtesten Fall gab er die Anweisungen dazu und liess sich regelmässig über die Fortschritte informieren. Beides wäre untragbar für ein Mitglied der Landesregierung.

Gerade eine Jacqueline Badran würde sich derzeit geifernd vor jede Kamera stürzen, wenn diese Vorwürfe einen politischen Gegner betreffen würden. Nun spricht sie von einer Kampagne gegen Alain Berset, als gäbe es keinerlei Anhaltspunkte, Fragen zu stellen. Als wäre alles völlig harmlos.

Fast schon ein Geschenk ist es, dass Peter Lauener nicht nur in Sachen Corona den Medien-Kurier spielte, sondern auch, wenn es darum ging, ein anderes Mitglied des Bundesrats schlecht zu machen. Denn nun herrscht auch in der Regierung dicke Luft. Bei der nächsten Sitzung am Mittwoch wird Berset wohl ins Gebet genommen. Seine Kollegen interessieren sich vermutlich nicht sonderlich für Indiskretionen, welche die Coronapolitik gestützt haben. Wenn sie aber dazu dienten, ihnen an den Karren zu fahren, betrifft es sie direkt.

Noch einmal: Die strafrechtlichen Gesichtspunkte soll und muss man sauber abklären. Das dürfte Jahre dauern. Aber politisch betrachtet ist das, was man heute schon weiss, mehr als genug, um festzuhalten: Das geht nicht.

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Bild: Screenshot SRF

Wir leben in einer Welt, in der…

Zart besaitete Gemüter sollten nicht weiterlesen. Hier folgt eine kleine Bestandesaufnahme des Ist-Zustandes. Nüchtern, nicht bewertet. Einfach nur eine Liste. Die allerdings Angst machen kann.

Wir leben in einer Welt, in der…

  • … man Kindern einredet, dass es mehr als zwei Geschlechter gibt und sie mit jeder Garantie bisher falsch angesprochen wurden und entsprechende Hormone die Lösung sind.
  • … man mehr Schlagzeilen erhält als ein Nobelpreisträger, wenn man Tomatensuppe auf ein Kunstwerk schüttet.
  • … man es sich verbittet, Menschen nach Äusserlichkeiten oder gar nach ihrer Rasse zu beurteilen, aber gleichzeitig Regeln aufstellt, welche Rasse welche Frisur tragen darf.
  • … man jede Kritik gegen etwas, das man selbst gut findet, mit einem Vergleich zum Faschismus beantwortet.
  • … Zeitungen bereitwillig die These verbreiten, dass eine Impfung die Spermienqualität fördert, aber gleichzeitig offensichtliche Schäden derselben Impfung verschweigen.
  • … ein schwedischer Teenager mit psychischen Problemen und einer dominanten und überehrgeizigen Mutter die politische Agenda der halben Welt definiert.
  • … Kulturveranstalter ihr Programm nicht nach dem Können der Darsteller gestalten, sondern nach deren politischen Gesinnung.

    Mehr davon? Das gibt es. Dank Ihrer Unterstützung.
  • … Regierungsmitglieder straflos und frei von Konsequenzen tun und sagen können, was sie wollen, weil sie dafür gesorgt haben, dass ihnen die Medien hörig sind.
  • … Richter ein Auge zudrücken bei Leuten, die Strassen blockieren und Rettungsdienste an ihrer Arbeit hindern, weil sie das ja für das Richtige tun.
  • … Wissenschaftler nicht nach ihrer Qualifikation bewertet werden, sondern nach ihrer Bereitschaft, die gerade gewünschte Botschaft zu vertreten.
  • … ein Schokoladenhersteller boykottiert werden darf aufgrund seiner religiösen Haltung, aber jeder Vergleich zu identischen Vorgängen vor 90 Jahren verboten ist.
  • … ein wirres Buch, das kein Mensch versteht und das nicht mal besonders gut geschrieben ist, reihenweise Preise abräumt, weil es eine Hymne an LGBTQ+ ist.
  • … die persönliche Angst eines Verlegers vor einem Virus dafür sorgt, dass eine Politik der Spaltung, Ausgrenzung und Diskriminierung mehrheitsfähig wird.
  • … es als Akt der Solidarität gilt, alte Menschen einsam und allein sterben zu lassen.
  • … es als Akt der Solidarität gilt, sich das Vorrecht zu spritzen, in die Ferien zu fliegen.
  • … es als Akt der Solidarität gilt, seinen Nachbarn bei der Polizei zu denunzieren.
  • … es Sinn macht, am «Black Friday» dicht gedrängt einzukaufen, man aber als Gefahr gilt, wenn man sich ohne entsprechenden «Ausweis» allein in einem Museum oder einer Bibliothek aufhält.

Und ja: Diese Liste könnte endlos weitergeführt werden. Anregungen? Gerne per E-Mail.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung. Eine Anleitung dazu gibt es hier.

Fall Berset: Nur eine Wahlkampagne?

Für SP-Nationalrat Fabian Molina sind die Enthüllungen über Alain Berset nur eine Kampagne vor den Wahlen. Ein Ständerat spricht hingegen von einem «System» hinter dem Skandal. Und damit liegt er aus meiner Sicht richtig.

Es waren doch nur zwei Schlagzeilen im «Blick». Bedauerliche Einzelfälle. Indiskretionen gehören im Bundeshaus zum Alltag. Was soll die ganze Aufregung?

Das war zusammengefasst die Position von SP-Nationalrat Fabian Molina in der Sendung «Der Club» von SRF zu den Enthüllungen über Berset und den Verlag Ringier.

Erstaunlich, mit welcher Entschlossenheit die beiden aneren Politiker in der Runde darauf reagierten. Der St.Galler Ständerat Benedikt Würth (Die Mitte) und sein Ausserrhoder Kollege Andrea Caroni (FDP) wollten nichts von Einzelfällen wissen.

Würth nannte das – vermutete – Zusammenspiel zwischen dem engsten Vertrauten von Alain Berset und der Chefetage von Ringier ein «System». Das Vorgehen habe eine «Struktur» gehabt.

Mit anderen Worten: Das Ganze war geplant und durchexerziert und diente einem bestimmten Ziel.

Journalismus ohne Hilfe aus dem Bundeshaus: Danke für Ihre Unterstützung.

In seiner Verzweiflung erwähnte Molina immer wieder das juristische Verfahren gegen Bersets Ex-Sprecher Peter Lauener. Man müsse abwarten, was dieses ergebe.

Molina ist Politiker. Er sollte wissen, dass es nicht nur um die strafrechtliche Seite geht. Die politische Frage lautet: Ist Alain Berset als Mitglied der Landesregierung noch tragbar?

FDP-Mann Caroni zeichnete derweil ein desaströses Bild des SP-Bundesrats. Ob dieser nun Bescheid gewusst hatte über die unzähligen Kontakte zwischen Lauener und Ringier-CEO Marc Walder oder nicht: In beiden Fällen habe Berset ein Problem.

Denn entweder pfiff er auf die Kollegialität und die Geheimhaltung und instrumentierte einen Verlag aktiv. Oder er hatte keine Ahnung davon, was direkt vor seiner Nase geschah, was eine eklatante Führungsschwäche dokumentieren würde.

Der Linke Molina blieb bis zum Schluss bei seiner abenteuerlichen These. Das alles sei nur eine Schmutzkampagne gegen das Zugpferd der SP wenige Monate vor den Wahlen.

Wundervoll, wie man die eigene Seite vom Täter zum Opfer machen kann.

Vielen Dank für Ihr freiwilliges Abonnement.

Bild oben: Screenshot SRF

Pure Schizophrenie

Die NZZ schlüsselt die Ereignisse rund um Alain Berset und den Verlag Ringier auf. Einige Seiten weiter zieht sie über einen Massnahmenkritiker als «Coronaverharmloser» her. Eigentlich müsste die Redaktion selbst merken, wie absurd das ist.

Die Hauptarbeit haben die Blätter von CH Media gemacht, die an die Ermittlungsprotokolle in dem Fall gelangt sind; ich habe dazu bereits geschrieben. Nun ziehen die anderen Zeitungen nach. Allen gemeinsam ist, dass sie das, was – gemäss ersten Verdachtsmomenten, es gilt die Unschuldsvermutung – zwischen dem Bundeshaus und Ringier lief, nicht besonders prickelnd fanden.

Die NZZ führt in ihrem Beitrag vom Montag (hinter Bezahlschranke) besonders deutlich aus, dass, wenn alles so war wie vermutet, der «Blick» die Indiskretionen aus Bersets Departement mit Gehorsamkeit bezahlte. Sprich: Was immer der Bundesrat anordnete oder vor hatte, wurde mit Wohlgefallen beschenkt. Damit half die Zeitung wacker mit, bei der Bevölkerung eine Akzeptanz zu erreichen. Es ist ja in der Tat bestechend, mit welchem Gleichmut bis hin zur Begeisterung die Schweizer die Spaltung der Gesellschaft, das diskriminierende Zertifikat und damit verbunden einen faktischen Impfzwang entgegennahmen. Die Medien haben das ihre dazu beigetragen (übrigens nicht nur der «Blick»).

Das gezeichnete Bild in der NZZ ist stimmig, auch wenn das hochdekorierte Blatt unter uns gesagt früher zu dieser Schlussfolgerung hätte kommen können. Was mich mehr verwirrt, ist die Tatsache, dass die «Neue Zürcher Zeitung» zwar endlich merkt, wie die öffentliche Meinung gezielt gesteuert wurde, nun aber diese Manipulation nun munter weiterträgt.

Meine Arbeit dank Ihrem Beitrag: Herzlichen Dank!

In derselben Ausgabe ist eine Reportage (Bezahlschranke) zu finden, für die eine Journalistin einen Abend beim Massnahmenkritiker Daniel Stricker verbracht hat. Dieser hat kürzlich ein Buch mit dem Titel «Das Buch der Schande» herausgebracht und ist nun unterwegs mit seiner «Tour der Schande». Angekündigt ist das Ganze als kabarettistisches Ereignis mit Musikbegleitung.

Stricker darf sich getätschelt sehen, dass die NZZ seiner Premiere so viel Platz einräumt. Weniger gebauchpinselt dürfte er über den Begriff «Coronaverharmloser» sein, der ihm dort übergestreift wird. Aber das ist weniger sein Problem als das der NZZ. Denn wer diesen Begriff nach all dem, was in den letzten Monaten ans Tageslicht kam, immer noch verwendet, ist ein Realitätsverweigerer. Liest man dann noch einige Seiten vorher, wie mutmasslich ein Bundesrat gezielt Medien einsetzte, um seine evidenzlose und unverhältnismässige Politik durchzusetzen, wird es vollends absurd.

Dämmert es der NZZ wirklich nicht, dass jemand, der die Massnahmen kritisiert hat, nichts verharmlost, sondern die Dinge in den richtigen Kontext gestellt hat? Macht es Sinn, einerseits aufzuzeigen, mit welch gezinkten Karten Regierung und Behörden gespielt haben und andererseits die Leute, die seit ewig darauf aufmerksam machen, ins Abseits zu stellen?

Zumal das mit dem «Verharmloser» sowieso ein inhaltsleeres Totschlagargument ist, das ich selbst auch oft genug gehört habe. Was genau hat es mit einer Verharmlosung zu tun, wenn man darauf hinweist, dass ein Virus, das klar definierte Risikogruppen trifft, nicht dazu dienen sollte, die ganze Gesellschaft in Geiselhaft zu nehmen und die Grundrechte in die Tonne zu treten? Ich persönlich nenne das nicht Verharmlosung, sondern Verantwortung.

Das Ganze zeigt: Wir haben noch einen langen Weg vor uns. Eine Enthüllung mag noch so gross sein, es reicht nicht, um die Reflexe auszuschalten, die sich eingeschlichen haben. Kritik ist Verharmlosung, Zweifel ist Verschwörungstheorie und so weiter. So lange das so funktioniert, wird sich gar nichts bessern. Denn was die NZZ in der Sache Berset/Ringier kritisiert, führt sie damit auf anderem Weg weiter: Mit einem «Framing», das Leute ins Abseits stellt.

Ihre Unterstützung für ein wirklich unabhängiges Medium: Hier alle weiteren Informationen.

Die falsche Art von «Deep Throat»

Die Ereignisse rund um das Departement von Alain Berset und den Verlag Ringier erstaunen mich nicht. Das konnten wir ja jederzeit alles live mitverfolgen. Das Problem ist ein anderes: Es braucht indiskrete Leute innerhalb des Staates – aber sicher keine, welche die Machenschaften des Staats stützen.

Für den gesamten folgenden Text gilt für alle Erwähnten die Unschuldsvermutung (mit Ausnahme von Nixon vielleicht).

Als US-Präsident Nixon zu Fall kam, war das einer Quelle zu verdanken, die heimlich mit Journalisten zusammenarbeitete. Codename: Deep Throat.

Ähnliche Beispiele gibt es in der Geschichte viele. Sie folgen alle derselben Mechanik: Wann immer auf dieser Welt Leute aus den Schaltstellen der Macht etwas ausplaudern, das sie nicht ausplaudern dürften, war das Ergebnis danach, dass die Macht litt. Ihr flog etwas um die Ohren, das keiner hätte wissen sollen.

Es gibt gute Gründe, warum «Whistleblower», die Ungerechtigkeiten oder Korruption ans Tageslicht zerren, einen gewissen – wenn auch keinen ausreichenden –Schutz geniessen. Wir brauchen sie.

Das ist der Sinn eines Maulwurfs. Und nur das.

Was gemäss aktuellen Verdachtsmomenten zwischen Alain Bersets Departement des Innern und dem Verlag Ringier lief, hat nichts damit zu tun. Hier ging es um eine Festigung der Macht, darum, das, was die Regierung beziehungsweise Teile davon bei der Bevölkerung installieren wollten, mit Hilfe eines Mediums zu verbreiten. Das hat keinen Hauch von «Deep Throat», und Julian Assange bekommt in seiner Gefängniszelle Schnappatmung.

Wirklich unabhängigen Journalismus unterstützen: So geht das.

Das ist eine neue Qualität, wobei ich das Wort nicht positiv meine. Ebenfalls neu ist, wie lange und wie offensichtlich das Ganze völlig ungetarnt vor unseren Augen laufen konnte, ohne dass jemand aufmuckte. Was die «Schweiz am Wochenende» verdankenswerterweise in Form von Ermittlungsakten enthüllt hat, wusste jeder, der mit offenen Augen Zeitung liest. Es war stets völlig klar, dass Ringier früher mehr wusste als alle anderen. Ich habe zahllose Male darüber geschrieben.

Nur leider sonst kaum jemand. Deshalb erstaunt mich die Empörung, die nun bei Konkurrenzverlagen von Ringier laut wird. Als hätten die nicht mitgekriegt, dass die Kollegen von «Blick» und Co. immer im Vorteil waren.

Damals durften sie sich aber leider darüber nicht aufregen. Weil unterm Strich bei ihnen ja nichts anderes stand als in den Ringier-Blättern, wenn auch später. Auch Tages-Anzeiger, NZZ und sämtliche Zeitungen von CH Media wie St.Galler Tagblatt etc. haben der Regierung stets brav die Stange gehalten. Und sie wollten sich bei dieser nicht unbeliebt machen, indem sie Fragen stellen zur Ungleichbehandlung ihrer Journalisten.

Und so kam es, dass Alain Berset zum Ringier-Posterboy wurde, einen an Peinlichkeit kaum zu überbietenden Auftritt in der ersten Ausgabe des neuen Magazins «Interview by Ringier» inklusive. Man gab ihm, und er gab zurück. Tag für Tag vermeldeten die Ringier-Blätter alarmierende Coronazahlen, hinterfragten nie Massnahmen und diffamierten Kritiker der Coronapolitik. Dafür spurten sie vor, indem sie den Gesamtbundesrat vor vollendete Tatsachen stellten mit der Hilfe von gezielten Indiskretionen. Wenn alles stimmt, was ihm vorgeworfen wird, ist Alain Berset die Vollendung des medialen Politikers: Er brauchte weder Sitzungen noch Mehrheiten, er drückte seine Linie mit der Hilfe des Zeitungsstands am Kiosk durch.

Ich hätte sehr gern jede Menge Maulwürfe in der Bundesverwaltung gehabt zu Coronazeiten. Leute, die enthüllen, wie evidenzlos die Massnahmen sind, wie falsch die Aussagen rund um die Impfung, wie sinnlos die Testerei. Es wären sicherlich mehr als genug Belege herumgelegen beim Bundesamt für Gesundheit oder in der Chefetage rund um Alain Berset. Das wäre eine Heldentat gewesen: Durch gezielte Indiskretion aufzeigen, wie wir an der Nase herumgeführt oder einfach blank angelogen werden.

Das wollte aber keiner machen. Wie auch? Gäbe es bei einem Bundesamt jemanden mit Herz (oder, pardon, mit Eiern), der solche Informationen herausgegeben hätte, wäre er bei den Medien angestanden. Niemand hätte sie publizieren wollen. Weil sie gegen das sprachen, was als einheitliche Linien herausgegeben worden war. Und zwar nicht nur bei Ringier, übrigens.

Der einzige Maulwurf, den es – gemäss den Vorwürfen – in diesem Fall gab, war ein gezielter, einer, der ein bestimmtes Medienhaus mit den Informationen fütterte, von denen man wollte, dass sie auskommen.

Zur Information an die beteiligten Ringier-Journalisten: Einen Pulitzerpreis kriegt man dafür nicht. Aber vielleicht einen bequemen Job beim Bund.

Danke für Ihre Hilfe, damit diese unbequeme Stimme am Leben bleibt.

Kommunisten an die Macht!

Und dann geschieht was genau? Einen Vorgeschmack gibt die Stadt Graz in Österreich. Die Umgestaltung unseres Lebens ist in vollem Gang.

In Graz sollen Besitzer grosser Autos mehr Parkgebühren bezahlen. Es wäre eine Premiere in Österreich. Das passiert, wenn Kommunisten in der Regierung sitzen

Man fühlt sich wie bei einer Reise in einer Zeitmaschine: in der steirischen Landeshauptstadt Graz regieren die Grünen zusammen mit der Kommunistischen Partei Österreich (KPÖ).

Die KPÖ ist nicht aus Versehen in die Regierung gerutscht. Sie ist die klar stärkste Kraft und besetzt drei der sieben Sitze inklusive des Amts der Bürgermeisterin. Über 28 Prozent der Grazer haben 2021 kommunistisch gewählt.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne) schlägt nun vor, Graz zur ersten Stadt im Land zu machen, in der das Parkieren mit besonders schweren oder langen Autos wie SUV teurer wird.

Betroffen wäre zunächst das sogenannte «Bewohnerparken» in den Blauen Zonen. Es könnte um mindestens 50 Prozent teurer werden.

Aber vermutlich kann sich die kommunistisch-grüne Stadtregierung die Mühe sparen. Sie tut so schon alles, damit jeder wegzieht, der ein Auto besitzen möchte.

In der Koalitionsvereinbarung wurde eine klare Reihenfolge festgelegt. Zuerst kommen die Fussgänger, dann die Radfahrer, danach der ÖV, zuletzt die Autos.

Unter dem Motto «Den Platz in der Stadt neu verteilen» werden derzeit massiv Parkplätze abgebaut. Dafür werden Radwege verbreitert oder Bäume gepflanzt. Eine neue Tramroute durchs Zentrum soll im grossen Stil Parkmöglichkeiten wegfegen.

Als Vorbilder dienen laut Schwentner «Städte wie Paris, New York oder Amsterdam».

Bei allem Respekt: New York hat rund 8,5 Millionen Einwohner und ist eine Touristenmetropole.  Graz hat 290’000 und wurde 2012 zur «Genuss-Hauptstadt Österreichs» ernannt, weil sich von dort aus einst ein bestimmter Kopfsalat verbreitete.

Aber vielleicht ist das ja das die heimliche Absicht der Kommunisten: Weg mit den Parkplätzen, mehr Anbauflächen für Kopfsalat. Natürlich nach einem Fünf-Jahres-Plan.

Ein (sehr) persönlicher Erfahrungsbericht

Wie ist das so als Journalist, der drei Jahre lang gegen 99 Prozent seiner Kollegen anschreibt? Anstrengend und wunderschön zugleich. Ich gebe Euch als meine Leser hier gern einige Einblicke.

Zunächst: Ich bin es meinem selbstlosen und mutigen Verleger schuldig, darauf hinzuweisen, dass ich über dieses Thema schon in meinem Buch «Schreib!» einiges erzählt habe. Ihr findet es hier und könnt es hier auch bestellen. Ich mag das Buch, offen gesagt. Es freut mich, wenn es sich weiter verbreitet.

Nun zum Thema. War es lustig, einer von einem geschätzten halben Dutzend Journalisten in der Schweiz zu sein, die sehr früh nicht an die Geschichte glaubten, die uns der Staat servierte?

Nein, war es nicht. Ich kann gar nicht mehr sagen, wie oft mir ein qualvoller, langsamer Tod gewünscht wurde, was ich alles via Post erhielt, welche Anfeindungen über andere Medien kamen. An guten Tagen hatte ich damit kein Problem. An schlechten nagte es an mir.

Aber irgendwie war es dennoch selbstverständlich. Ich konnte gar nicht anders. Denn dem Staat nicht einfach zu glauben: Das war vor 30 Jahren, als ich diesen Beruf ergriff, noch eine Voraussetzung. Ein gesundes Misstrauen, die Bereitschaft, alles zu hinterfragen, nicht über persönliche Vor- und Nachteile nachzudenken: Meine Generation hielt das für normal.

In diesem Sinn: Es brauchte für mich persönlich keinen Mut, sich der Entwicklung entgegenzustellen. Es war einfach nur das, von dem ich glaube, dass es Journalismus ausmacht. Vermutlich hätte ich auch beim staatlich verordneten Unsinn mitgemacht, wenn ich 20 oder 30 Jahre später zur Welt gekommen wäre.

Danke für Ihre Unterstützung meiner Arbeit.

Ich verfolge das Prinzip des gesunden Misstrauens. Ich glaube nichts einfach so. Aber wenn man mich eines Besseren belehrt, gebe ich gern zu, falsch gelegen zu haben. Nur hat das auch drei Jahre nach dem Beginn des Ganzen keiner geschafft. Die Welt, die ich betreten habe, bestand daraus, Andersdenkende frühzeitig zu diskriminieren und denunzieren, so dass es gar nicht erst möglich war, eine andere Sicht der Dinge zu deponieren.

Was mich natürlich noch misstrauischer macht. Wer hat solche Methoden nötig? Wer hat so schlechte Argumente, dass er Gegenredner zerstören muss?

Rund zwei Jahre lang habe ich bei der Zeitung «Die Ostschweiz» Gegensteuer gegeben. Als das nicht mehr möglich war, habe ich mich auf meinen persönlichen Blog und die wenigen Medien konzentriert, die noch nach diesem Muster funktionieren: Lass jede Meinung zu, und diejenige mit den besten Argumenten gewinnt. Es sind sehr, sehr wenige, die dieses System noch pflegen.

Was ist eigentlich so schrecklich daran, wenn man dagegen hält? Wer überzeugt ist von seiner eigenen Wahrheit, sollte keine Angst haben vor Widerrede. Nimm deine Argumente und schlag mich damit! Was ist daran so schwer?

Aber mal ehrlich, nach nunmehr drei Jahren in diesem Irrsinn: Wie viele Argumente haben die Leute noch, die behaupten, dass all das, was getan wurde, nötig und verhältnismässig war, um eine tödliche Gefahr für die Allgemeinheit abzuwenden?

Eine ganze Reihe meiner Berufskollegen verarbeitet im Alltag offenbar persönliche Probleme. Einer vom «Tagesanzeiger» ist überzeugt, dass er jederzeit an irgendwas sterben könnte, ein Hypochonder wie aus dem Bilderbuch. Eine Dame von «20 Minuten» ist für die ihr zugedachte Arbeit derart grotesk unterqualifiziert, dass sie sich nur mit der Panik-Tröte zu helfen weiss. Bei CH Media besetzt man das Wissenschafts-Ressort offenbar mit der Hilfe von Würfeln. Und so weiter und so fort.

Ich habe nichts gegen mangelnde Kompetenz. Bei 90 Prozent der Themen, über die ich schreibe, bin ich persönlich absolut inkompetent. Das ist uns Journalisten eigen, wir können ja unmöglich Bescheid wissen über alles, was auf uns zukommt. Aber meine Aufgabe ist es ja auch nur, die richtigen Worte zu finden. Deshalb frage ich jeden, der mehr weiss als ich, aus. Ich mache mir ein Bild aus allen Stimmen. Ich frage buchstäblich jeden. Völlig ergebnisoffen.

Genau das ist nicht mehr geschehen in den letzten drei Jahren. Gefragt wurde nur noch, wer das Gewünschte zu sagen wusste. Hier liegt das Problem des Journalismus. Er hat sich selbst kastriert. Das Motto war: «Du bist gegen die aktuelle Coronapolitik? Dann spreche ich nicht mit dir.» Was soll bitte daraus Sinnvolles hervorgehen?

Es ist der nackte Wahnsinn, wie offensichtlich offene Fragen wie die Auswirkungen der Impfung einfach ausgeblendet und alles dem Coronavirus zugeschrieben wurde. Das hätte es, sorry für den Schuss Nostalgie, vor 30 Jahren im Journalismus nicht gegeben. Wir hätten einfach wissen wollen, was die Wahrheit ist. Ohne diese im Voraus zu definieren. Denn wir haben damals für unsere Leser gearbeitet. Und nicht für Alain Berset oder das Bundesamt für Gesundheit.

Ich bin 51 Jahre alt und muss noch einige Jahre in diesem Beruf überleben. Daher tue ich mir damit selbst keinen Gefallen. Es wäre einfacher, wenn ich mich einreihen würde unter die Leute, die einfach mitmachen, aber leider wurde mir die schonungslose Ehrlichkeit mit auf den Weg gegeben.

Daher sage ich frei heraus: Glauben Sie Journalisten gar nichts. Jedenfalls nicht denen der «neuen Generation». Sie sind Instrumente ihrer Verlage, die andere Ziele verfolgen als die zu Ihrem Vorteil. Sie haben nicht die Wahrheit im Visier. Das Wohl der Gesellschaft interessiert sie keinen Deut. Sie lassen sich einspannen für andere Ziele.

Es gibt eine Handvoll von Medien, auf die das nicht zutrifft, und wenn Sie mir vertrauen, dürfen Sie auch meiner Auswahl vertrauen. Sie finden sie hier. Aber darüber hinaus: Sie werden – wenn Sie Abonnent sind, für sehr viel Geld – angelogen. Tag für Tag. Sie sind das Opfer einer Agenda, die nichts mit der Wahrheitssuche zu tun hat, die für mich damals vor 30 Jahren völlig selbstverständlich waren.

Hätte ich eine Zeitmaschine, würde ich heute einen anderen Beruf wählen. Ich schäme mich für das, was aus dem geworden ist, was einst mein ultimatives Ziel war.

Aber ich kann nichts anderes. Also mache ich weiter.

Mehr davon? Dank Ihrer Hilfe. Und NUR dank Ihrer Hilfe.

«Wieder Spass am Leben haben»

Vor fast genau zwei Jahren habe ich meine beiden Kinder, damals 12 und 9 Jahre alt, über die Coronasituation befragt. Kürzlich habe ich das Interview mal wieder gelesen. Und ich möchte es nun allen schenken, die es noch nicht kennen.

Ich habe vor wenigen Tagen auf ein Buch aufmerksam gemacht, dass das Thema Corona aus Kindersicht beleuchtet; es sei weiterhin ans Herz gelegt. In diesem Zusammenhang habe ich mich an das Küchentischgespräch erinnert, das ich im Februar 2021 mit meinen eigenen Kindern geführt habe. Es erschien damals in «Die Ostschweiz», und es ist mir ein Anliegen, es auch in diesem Blog zu publizieren.

Nach dem Erscheinen des Beitrags erhielt ich viele Reaktionen. Meine Kritiker befanden, ich würde meine Kinder instrumentalisieren. Zudem sei es ja klar, dass meine eigenen Mädchen so kritisch eingestellt seien, weil ich sie beeinflusse.

Dazu zwei Dinge. Zum einen wurden wohl weit mehr Kinder von Freunden der Massnahmen instrumentalisiert, die ihre Angst auf diese übertrugen und ihnen ein Schuldgefühl bei fehlender Maske usw. einredeten. Man sieht im Kindergespräch auch sehr «schön», wie erfolgreich das war. Und zum anderen: Ich habe als Vater sicher nicht alles richtig gemacht, aber wenn meine Kinder etwas können, dann selbständig denken – und sie widersprechen mir ausgesprochen gern. Es sind also ihre Worte, die Ihr hier findet.

Zur Erinnerung: Das Interview ist zwei Jahre alt. Vieles hat heute keine Gültigkeit mehr, beispielsweise die erwähnten Massnahmen. Mir scheinen aber die grundlegenden Gedanken aus der Kinderseele heute noch gültig. Ich habe mir vorgenommen, bald eine Neuauflage des Gesprächs zu machen. Viel ist geschehen, und die Kinder sind älter geworden. Ich bin gespannt, wie sich ihre Sicht der Dinge entwickelt hat.

Vielen Dank für Ihren Beitrag an meine Arbeit.

Bitte sehr, hier ist der Text von damals:

Sie werden nicht gefragt, was sie von den Coronamassnahmen halten, sie können sich in den meisten sozialen Medien nicht äussern, aber auch ihr Leben hat sich verändert. Ein Gespräch mit zwei Kindern über eine Situation, die sie sich nicht ausgesucht haben.

Sie sind in der Primarschule, sie haben einen Vater, dessen Arbeit derzeit praktisch nur aus Corona besteht, und sie hatten selbst plötzlich den Wunsch: «Jetzt wollen wir auch mal was dazu sagen.» Ein Gespräch am Küchentisch mit meinen Töchtern Nina (12) und Lynn (9) über das Virus, die Massnahmen, die Schule und was ihnen wichtig ist.

Nina, Lynn, wenn ich «Corona» sage, was fällt euch als erstes ein?

Lynn: Ich finde Corona doof. Vor allem, dass fast alle Läden und sogar alle Restaurants zu haben. Wir müssen jetzt immer zuhause essen.

Und ich koche ja nicht besonders gut…

Lynn: (lacht) Nein, das tust du wirklich nicht.

Nina: Bei Corona denke ich an eine Katastrophe. Oder an das Wort Apokalypse. Aber nicht, weil ich denke, dass das so ist. So sehen es viele andere Leute, ich nicht. Ich finde es übertrieben, was jetzt alles gemacht wird.

Du meinst die Massnahmen, die Schliessungen zum Beispiel. Es heisst aber, wir müssen das machen, weil das Virus gefährlich ist. Findest du es nicht nötig?

Lynn: Also, es sterben ja nicht alle Leute. Und viele, die sterben, sind sehr alt oder krank.

Nina: Du hast das ja glaub ich auch selbst schon mal geschrieben, das habe ich gelesen, dass man Menschen auch gehen lassen können muss.

Aber wenn ihr offene Restaurants wollt und deswegen Menschen sterben könnten: Das wäre auch nicht fair, oder?

Lynn: Klar ist es nicht schön, wenn jemand krank wird. Aber es gibt doch auch sonst sehr viele Krankheiten, nicht nur Corona. Ich glaube nicht, dass es jemandem hilft, wenn man mit einer Maske in einen Laden geht oder gar nicht einkaufen gehen kann.

Nina: Früher sind sicher auch Leute mit einer Grippe, bevor sie richtig krank waren, in ein Restaurant gegangen. Das war nie ein Problem, obwohl da dann auch viele Leute zusammen waren. Und für mich ist Corona sozusagen eine Grippe.

Viele Leute sagen, dass das nicht stimmt, dass es viel schlimmer ist. Wie entscheidest du, was du glaubst?

Nina: Ich kann nur sagen, was ich selbst gehört habe von Leuten, die Corona hatten, die ich kenne. Da waren auch ein oder zwei, bei denen es wirklich schlimmer war, das waren sehr alte Leute. Die Jüngeren, die ich kenne, sagen alle, dass es für sie nicht so schlimm war.

Aber es ist ja auch traurig, wenn alte Menschen krank werden oder sterben, findet ihr nicht?

Lynn: Sicher. Es ist immer traurig. Ich denke einfach, wenn jemand alt ist, hat er schon sehr viel erlebt. Junge Leute noch nicht. Deshalb finde ich das ein bisschen schlimmer. Aber mir tun auch alte Leute leid, die sterben.

Nina: Das ist bei mir ähnlich. Ich finde es auch immer traurig. Aber junge Menschen wollen noch ganz viel erleben und erreichen. Mit 80 hat man vielleicht nicht mehr so viele Ziele.

Habt Ihr eigentlich selbst auch schon Angst vor dem Virus gehabt?

Lynn: Ich nicht. Ich finde es nicht schön, dass es das gibt, aber ich glaube, bei Kindern ist es nicht so schlimm. Ich denke, ich bekomme das nicht, ich hab einfach dieses Gefühl.

Nina: Dass ich selbst krank werden könnte, davor habe ich keine Angst. Nur davor, dass ich meine Freunde nicht mehr sehen kann, weil andere Leute diese Angst haben und mich nicht mit ihren Kindern spielen lassen. Aber für mich selbst nicht.

Wie habt ihr das erlebt, dass ihr in gewissen Zeiten nicht mehr so viele Freunde sehen konntet?

Lynn: Das ist nicht so oft passiert. Aber wenn jemand aus der Klasse oder sonst Freundinnen wegen der Familie in Quarantäne ist, dann sieht man sich schon einige Tage nicht.

Nina: Ich hab es krasser erlebt. Während der Schulschliessung habe ich meine Freunde nie gesehen. Auch danach eigentlich nicht, weil viele Eltern Angst hatten. Erst gegen den Herbst wieder, aber das ging einige Monate. Eine Freundin wollte es selbst nicht, bei Nachbarn jemand aus der Familie nicht, wir mussten aufpassen wegen älteren Verwandten, zum Beispiel den Grosseltern.

Das stimmt, für viele Kinder war das mit den Grosseltern besonders hart. Bei euch auch?

Lynn: Ja, weil die ja in der Risikogruppe sind, wie man dem sagt. Wir haben sie einige Monate nicht gesehen. Das war nicht schön. Aber ich habe es akzeptiert.

Ihre Unterstützung für diesen Blog kommt an und wirkt sich aus. Herzlichen Dank!

Nina: Ich fand das vor allem am Anfang ziemlich furchtbar, weil wir sie sonst oft gesehen haben. Und als es dann wieder ging, war es immer nur für eine ganz kurze Zeit. Sogar am Geburtstag.

Letztes Jahr war vieles noch nicht verboten, es wurde einfach nicht empfohlen. Jetzt darf man zuhause zum Beispiel nur noch zu fünft sein. Was denkt ihr darüber?

Lynn: Mit meinen Freundinnen ist das nicht so schlimm. Wir sehen uns trotzdem, wir sind eben einfach draussen, auch wenn es Winter ist. Das macht auch Spass.

Nina: Ich treffe auch weiter Freunde und bin viel draussen. Aber ich finde es komisch, früher gab es glaubs mal eine Regel mit 10 oder 15 Leuten, die zuhause sein dürfen. Es heisst, jetzt dürfen es nur noch 5 sein wegen der Gesundheit. Aber was ist denn plötzlich so anders? Ich glaube nicht, dass das vorher gefährlicher war. Wenn man mal zu sechst statt zu fünft ist, was soll daran so schlimm sein? Das ist komplett übertrieben.

Wenn ihr die Regeln brecht, einfach nur in der Theorie, dann kann die Polizei kommen. Habt ihr Angst davor?

Lynn: Ich habe gehört, dass das passieren kann, aber ich habe keine Angst.

Nina: Nein, vor denen hätte ich echt keine Angst.

Sehr viele Leute halten sich aber an die Regeln, einige finden sie gut und richtig, andere akzeptieren sie einfach. Warum, glaubt ihr, ist das so?

Nina: Ich glaube, es hat damit begonnen, dass die Leute ganz oben, also der Bundesrat, Panik hatten. Dann kamen die Regeln, und dann wurde gedroht. Es kann Bussen geben. Und jetzt haben die anderen Leute Panik und machen deshalb alles mit. Sie wollen, dass es bald vorbei ist. Aber ich glaube nicht, dass zum Beispiel das mit den Masken wirklich etwas nützt. Sonst müsste man gleich alle Leute einsperren, aber vermutlich bringt nicht einmal das etwas. Die normale Grippe geht ja auch nicht einfach weg. Wenn das alles etwas nützen würde, wäre es doch jetzt schon vorbei.

Lynn: Ich glaube, die Leute wollen innerlich, dass alles vorbei ist und sind äusserlich streng bei den Regeln. Aber sie wissen auch nicht, ob es damit besser wird. Ich denke, es hilft mehr, wenn man fest daran glaubt, dass es bald besser wird als mit vielen Regeln.

Im letzten Frühling hattet ihr einige Wochen lang keine Schule, zumindest nicht im Schulhaus. Wie war das für euch? Wie Ferien?

Lynn: Am ersten Tag war es cool, dass wir nicht hinmussten. Später war es dann lästig. Man hat die Klassenkameraden nicht gesehen, musste alles zuhause machen und lernen und die Aufgaben zur Post bringen und so. Das war nervig, es dauerte ja recht lange.

Nina: Ich hatte zuerst keine Meinung zu Corona, weil ich ja nicht wusste, ob es vielleicht wirklich gefährlich ist. Ich dachte deshalb auch bei der Schulschliessung, das sei vielleicht nötig. Irgendwann kam es mir aber seltsam vor. Ich denke nicht, dass es geholfen hat. Sonst wäre es ja später nicht noch schlimmer geworden.

Habt ihr das Gefühl, ohne Schule etwas verpasst zu haben? Zum Beispiel weniger gelernt zu haben?

Lynn: Es war eigentlich wie in der Schule, es gab einen Plan, und wir haben Hausaufgaben bekommen. Verpasst habe ich glaub nichts. Unsere Lehrerin hat das gut gemacht, sie hat genau gesagt, was wir tun müssen.

Du bist also nicht dümmer geworden in dieser Zeit…

Lynn: (lacht) Nein!

Nina: Ich habe es als ziemlich grosses Chaos empfunden. Es gab sehr viele Aufgaben, und es kam mir auch mehr vor als in der Schule, weil ich die Arbeit selbst einteilen musste. Ich konnte auch nicht sofort beim Lehrer nachfragen, wenn mir etwas nicht klar war. Bei der ersten Prüfung, als wieder normal Schule war, lief es nicht gut. Für mich ist es wichtig, dass ich immer gleich fragen kann, wenn ich etwas nicht verstehe.

Wie denken eigentlich eure Freunde über Corona, sehen die alles gleich wie ihr?

Lynn: Einige schon. Eine meiner Freundinnen ist so auf einem strengen Trip. Wenn ich mal in die Hand niese statt in den Ellbogen, dann macht sie gleich ein Riesenthema daraus. Das stört mich. Sie sagt, wenn das nicht alle richtig machen, geht Corona noch viel länger.

Nina: Die Maskenpflicht gilt ja ab zwölf Jahren, und ich bin letzten November zwölf geworden. Ein Teil meiner Klasse ist erst elf. Im Turnen muss ich die Maske tragen bis in die Garderobe. Manchmal vergesse ich das, ich habe sie also einige Sekunden lang nicht an. Dann sagen die anderen sofort: Du verbreitest Corona, du bist schuld, wenn der nächste Lockdown kommt, wegen dir ist dann wieder alles zu!

Ich höre deiner Stimme an, dass du diese Reaktion nicht verstehst.

Nina: Das tue ich auch nicht. Wir haben in der Klasse ja keine Maske an. Wir sind den ganzen Tag zusammen im Klassenzimmer und gehen zusammen raus in die Pause und so. Wenn wir dann in die Garderobe gehen, wieso soll das einen Unterschied machen, wenn ich dann ganz kurz die Maske nicht anhabe? Wir sind ja nur untereinander, die gleichen Kinder, die auch sonst immer zusammen sind.

Was glaubst du, woher kommt das, wenn die anderen Kinder so etwas sagen, wenn sie dir die Schuld geben an schlechten Dingen, die passieren könnten? Woher haben sie das?

Nina: Vielleicht sagen ihnen das ihre Eltern. Oder sie sehen etwas in den Nachrichten oder in einer Zeitung. Du schreibst ja in deiner Zeitung andere Sachen, aber in den meisten steht, soviel ich weiss, wie schlimm alles ist. Wenn man die Zeitung hat, die im Briefkasten liegt, dann denkt man das dann vielleicht auch.

Woher nimmst du deine Informationen, Lynn?

Lynn: Wenn mir im Zug langweilig ist, nehme ich auch mal die Zeitung, die dort liegt. Vor kurzem habe ich etwas von der Impfung gelesen. Aber eigentlich finde ich nicht, dass ich da so viel wissen muss darüber. Es nützt ja nichts, ich muss doch machen, was man mir sagt.

Als du das wegen dem Impfen gelesen hast, was hast du da gedacht?

Lynn: Ich habe sowieso nicht gern Impfungen, weil ich Angst vor der Spritze habe. Aber ich weiss, dass ich mich gegen Corona nicht impfen lassen muss, wenn ich nicht will, das hast du mir gesagt, deshalb habe ich keine Angst. Es regt mich aber ein bisschen auf, wenn die Zeitung die ganze Zeit voll davon ist.

Nina: Mich stört es, dass man jetzt gerade allen Leuten sagt, sie müssen sich impfen lassen. Das nützt ja nur denen, die wirklich krank werden können. Dann wird die Krankheit weniger schlimm. Aber ich müsste ja trotzdem die Massnahmen einhalten, es ändert sich ja gar nichts in meinem Leben.

Habt ihr mit anderen Kindern auch schon gestritten über Corona?

Lynn: Ich rede nicht so viel mit meinen Freundinnen darüber. Die meisten machen sich nicht so viele Gedanken darüber, und in meiner Klasse haben alle eine ähnliche Meinung dazu.

Nina: Das gab es auch schon, zum Beispiel in meiner Klasse. Am Anfang vom zweiten Lockdown haben wir mehr darüber gesprochen, da war ja wieder normal Schule. Ich habe ja das Beispiel von der Maske in der Garderobe erzählt, in solchen Fällen gibt es schon eine Auseinandersetzung, weil ich es anders sehe.

In einigen anderen Kantonen müsstest du, Nina, in der 5. Klasse jetzt schon im Unterricht eine Maske tragen. Du Lynn ab dem Sommer in der 4. Klasse. Wie stellt ihr euch das so vor, mit der Maske im Unterricht?

Lynn: Lästig. Ich habe sowieso ein bisschen Mühe mit dem Atmen wegen einer Allergie, ich kriege manchmal nicht so viel Luft oder atme schwer. Im Moment ist es besser. Aber wenn ich eine Maske anhabe, fehlt mir die frische Luft, man hat dann immer die gleiche.

Nina: Gerade für Lynn finde ich das auch unangenehm. Aber auch für Menschen, die nicht solche Probleme haben, ist das sicher mühsam, so zu atmen. Ich finde, wenn jemand sagt, dass ihn die Maske stört, muss man das akzeptieren. Ich habe gehört, dass einige Leute davon reden, Kinder sollen schon ab sechs Jahren eine Maske tragen müssen. Das finde ich wirklich nicht gut, ich glaube, das ist eher gefährlich. Ab der 4. Klasse geht es vielleicht eher.

Herzlichen Dank für ihren Beitrag an meine Arbeit.

Es gibt ja auch Erwachsene, die sich trotz der Regel weigern, eine Maske zu tragen, zum Beispiel in einem Laden oder im Zug. Wie findet Ihr das?

Lynn: Mich stört das nicht, ich glaube auch nicht, dass das jemandem schadet. Es ist nicht schlimm. Aber man muss sie eben anziehen, das ist die Regel.

Nina: Mich stören diese Leute auch nicht. Viel schlimmer finde ich es, wenn die Polizisten dann brutal werden. Sie fragen die Leute nicht, wieso sie keine Maske anhaben, sondern gehen auf sie los. Ich habe das schon auf Videos gesehen, sogar bei älteren Menschen machen sie das.  Es gibt glaubs auch Länder, wo die Polizei wegen Corona einfach zu jeder Zeit in ein Haus rein darf, ob man das will oder nicht. Das ist doch gegen die Privatsphäre!

Was glaubt ihr, wann hört das mit Corona auf?

Lynn: Das weiss ich nicht. Ich hoffe, so schnell wie möglich. Es ist nicht lustig. Aber das kann sicher noch ein Jahr gehen, das glaube ich zumindest.

Nina: Ich denke auch, dass es noch lange geht. Eine Freundin von mir hat gesagt, sie hofft, dass sie ihren 18. Geburtstag wieder normal feiern darf. Sie ist jetzt erst 12. Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Leute, die etwas zu sagen haben, also der Bundesrat, gar nicht wollen, dass es vorbei geht. Sie würden einfach immer weiter machen. Sie möchten irgendwie, dass das so bleibt.

Warum sollten Sie das denn wollen?

Nina: Weil sie sich auf irgendeine Art freuen über die Regeln, sie wollen das einfach. Ich kann es nicht genau beschreiben. Aber dass es immer mehr von diesen Massnahmen gibt, das ist doch kein Zufall. Sonst würde es doch aufhören.

Ich schreibe ja auch oft solche Dinge, vielleicht liest du sie auch manchmal. Sagst du das jetzt einfach, damit du mit mir einer Meinung bist?

Nina: Sicher nicht! Ich bin gar nicht immer deiner Meinung. Zum Beispiel, wenn es um Donald Trump geht, du magst den irgendwie, ich überhaupt nicht! (lacht)

Ich frage euch heute aus, und ihr dürft sagen, was ihr denkt. Findet ihr es unfair, dass ihr Kinder sonst bei Corona nicht richtig mitreden dürft?

Lynn: Es ist nicht gerecht, dass Erwachsene immer ihre Meinung sagen dürfen und bestimmen, wie alles sein soll. Die Meinung von uns Kindern interessiert niemanden. Ich finde, man sollte sie auch ernst nehmen. Vielleicht ist unsere Meinung ja auch so wichtig wie die der Erwachsenen?

Nina: Die Erwachsenen können uns zwar herumkommandieren, aber bei Corona können sie ja eigentlich auch nicht viel sagen oder etwas dagegen tun. Es ist ja nur der Bundesrat, der etwas zu sagen hat. Und er hört nicht auf andere Meinungen. Du wolltest doch zum Beispiel einmal nach Bern, um zu sagen, was du findest, oder?

Stimmt, das habe ich euch erzählt. Ja, da ging es darum, dass Leute, die für die Zeitung schreiben, dem Bundesrat direkt Fragen stellen dürfen.

Nina: Eben, und das wollten sie bei dir nicht. Die wollen nur Leute, die das Gleiche finden wie sie selbst, die sagen, dass wir bald alle tot umkippen. Die anderen Leute möchten sie sich nicht anhören.

Ihr kennt vielleicht das Wort Zensur. Das ist, wenn einer seine Meinung schreibt, und dann wird es gelöscht, zum Beispiel auf Facebook. Wie denkt ihr darüber?

Lynn: Man soll immer seine Meinung überall schreiben dürfen. Wenn man das nicht darf, dann ist es nicht gut.

Nina: Das finde ich sehr schlimm. Ich habe das schon gesehen auf TikTok. Da hat jemand etwas gegen die Masken gesagt in einem Video, dann wurde er zuerst mit Kommentaren fertig gemacht und danach gesperrt. Auch berühmte Leute werden gelöscht, wenn sie etwas sagen, das diejenigen stört, die die Regeln machen. Aber wieso darf man dann umgekehrt sagen, dass Corona so schlimm ist und wir alle daran sterben werden? Das ist dann plötzlich wieder okay, das wird nicht gelöscht.

Was meint ihr, wenn ihr älter seid und vielleicht selbst Kinder habt, wie werdet ihr euch an diese Zeit erinnern?

Lynn: Wenn ich älter bin, dann denke ich mir: Jetzt bin ich hier, und ich muss nicht zurückschauen. Es ist besser, wenn ich mich dann konzentriere auf alles, was ich habe und was schön ist. Man sollte sich nicht an schlimme Sachen von früher erinnern. Dann ist eine neue Zeit.

Nina: Das geht mir gleich. Aber es ist nicht so einfach. Wenn es ganz vorbei ist, will ich es hinter mir lassen. Aber gleichzeitig habe ich dann wohl immer das Gefühl, dass so etwas wieder kommt. Denn mir kommt es so vor, dass die Leute immer mehr spinnen.

Du denkst, es könnte immer und immer wieder von Neuem anfangen?

Nina: Das war ja schon einmal so. Im Sommer war alles recht normal, und wir haben gedacht, es wird gut. Dann sind die Leute wieder ausgerastet, weil es mehr Ansteckungen gab, und es wurde sogar noch schlimmer mit den Regeln. Vielleicht kommt und geht das jetzt immer wieder und vor allem immer heftiger.

Ihr vermisst Läden und Restaurants. Dabei denkt ihr natürlich vor allem auch an euch selbst. Überlegt ihr euch auch hin und wieder, wie das für die Leute ist, die selbst einen Laden oder ein Restaurant besitzen?

Lynn: Das ist für die sicher schlimm, denn die verdienen ja nichts mehr, wenn sie zumachen müssen. Das ist traurig. Ich habe das Gefühl, denen wird etwas weggenommen, was für sie vielleicht so etwas wie ein Zuhause ist.

Nina: Wir schauen ja bei uns, dass wir ein bisschen helfen können, wir bestellen Takeaway bei Restaurants, die geschlossen sind…

… weil ich so schlecht koche…

Nina: (lacht) Genau! Aber wenn ein Restaurant das nicht macht, können wir ja auch nichts tun. Es gibt solche, die es gar nicht probieren. Aber es ist wirklich schlimm. Die Wirtschaft geht doch kaputt so. Wir zerstören sie. Je länger es geht, desto mehr bricht sie zusammen.

Moment, da muss ich kurz sichergehen, dass du nicht einfach etwas nachplapperst, hast du das von mir mit der Wirtschaft oder bist du von selbst drauf gekommen?

Nina: Das überlege ich mir selbst! Es ist ja logisch. Wenn man in einem Laden einkauft, bringt das den Leuten dort Geld. Jetzt bekommen sie keines, dann können sie auch keinen Lohn bezahlen oder neue Dinge kaufen, die sie dann wieder verkaufen.

Die Schweiz, also das ganze Land, macht im Moment viele Schulden. Die muss ich vermutlich nicht mehr bezahlen, ich bin ja schon älter, aber ihr oder eure Kinder müssen das. Beschäftigt euch so etwas heute schon?

Lynn: Dazu mache ich mir keine Gedanken. Wir hatten ja noch nie Schulden bei uns zuhause. Und wenn ich mal Kinder habe und die wegen dem Schulden haben, würde ich ihnen helfen.

Nina: Ich denke schon darüber nach. Ich denke, wir müssen das mal ausbaden. Es ist ja heute schon schlimm, aber vielleicht geht es immer weiter. Wenn das Land kein Geld hat, müssen vielleicht alle mehr Steuern bezahlen, die Schweiz muss ja wieder Geld holen, um Schulen zu bauen oder Spitäler. Dann können sich aber die Menschen selbst nichts mehr gönnen.

Ihr seid mit einigen Dingen nicht einverstanden, die gerade passieren. Seid ihr eigentlich böse auf die Leute, die das entscheiden?

Lynn: Ich bin nicht böse, aber es regt mich auf. Ich möchte einmal hören, dass es wirklich hilft, wenn die Läden und Restaurants geschlossen sind. Ich glaube nicht, dass es hilft. Am Anfang hatten die Restaurants doch einfach weniger lange offen oder es hatte weniger Leute drin. Jetzt sind sie ganz zu. Aber das Virus geht doch nicht weg.

Nina: Ich finde, was der Bundesrat macht, ist irgendwie kindisch. Er denkt nicht schlau nach. Mir kommt es vor, wir überlegen uns hier in der Küche gerade mehr Dinge als der Bundesrat. Zum Beispiel über das mit der Wirtschaft, da denken die gar nicht darüber nach. Ich bin irgendwie schon hässig, dass die nur immer über Ansteckungen reden, aber nie darüber, was passiert wegen der Dinge, die sie entscheiden. Für mich sieht es auf jeden Fall so aus.

Ich schreibe ja oft über Corona und kritisiere den Bundesrat auch. Manche finden das gut, aber andere schreiben mir auch ziemlich üble Sachen. Ihr kriegt das manchmal mit. Wie geht ihr damit um, belastet euch das?

Lynn: Ich finde es cool, dass du so einen Job hast. Du darfst schreiben, was du denkst.

Nina: Ich finde es wichtig und schön, was du machst. Ich glaube, das hilft den Menschen, die auch diese Meinung haben, aber sich allein fühlen. Es gibt wirklich Leute, denen es jetzt schlecht geht und die glauben, dass niemand auf ihrer Seite ist. Wenn sie das lesen, was du schreibst, wissen sie, dass das nicht so ist.

Wir haben jetzt fast eine Stunde lang geredet. Wollt ihr zum Schluss noch etwas sagen, das euch wichtig ist? Vielleicht, was ihr euch wünscht für die Zukunft?

Lynn: Ich wünsche mir, dass es aufhört, weil es besser ist, wenn Corona weg ist. Man kann viel mehr machen ohne diese Verbote und Regeln, nach der Schule und am Wochenende und so weiter. Und man kann wieder in die Ferien fliegen.

Nina: Wenn es vorbei ist, müssen wir glaubs alles wieder neu aufbauen. Es ist wie ein Neustart. Am meisten nervt mich im Moment diese 5er-Regel. Man kann die Menschen nicht sehen, die einem wichtig sind, nicht mal aus der Verwandtschaft. Ich wünsche mir, dass alle ihr Leben wieder leben können, etwas unternehmen, das einem Spass macht, einfach wieder Freude am Leben haben.

Manipulation via Umfrage

Werdet Ihr Euch noch einmal impfen lassen? Oder nicht mehr? Für «20 Minuten» gibt es nur Leute, die noch mehr oder eben nicht mehr wollen, aber keine, die von Tag 1 an verzichtet haben. Es ist ein weiteres Beispiel für mediale Manipulation.

Für den «Nebelspalter» habe ich schon einmal über die Methode geschrieben: Wie Onlinezeitungen die bei ihnen beliebten Leserumfragen gezielt dazu benützen, ein Resultat zu erhalten, das ihnen garantiert in den Kram passt.

Damals ging es um die Aktionen sogenannter «Klimaaktivisten». Die Optionen ermöglichten es nur, zu sagen, dass man sie toll findet bis hin zu «es bringt nichts». Letzteres suggeriert, dass es nötig wäre, doch leider nicht zum Ziel führt. Aber wer deponieren wollte, dass er das Ganze unnötig oder gar daneben findet, der stand an.

Damit war von Anfang an klar: Die Umfrage konnte kein generelles Votum gegen die illegalen Aktivitäten der Klimakleber werden. Weil man das einfach nicht will in den Zeitungsstuben.

Nun ein neues Beispiel. Es steht im Zusammenhang mit einem Bericht über eine neue Variante von SARS-CoV-2, die natürlich mal wieder wahnsinnig ansteckend ist. Irgendwo im Text ist dann der Hinweis darauf versteckt, dass es bisher keine Anzeichen für eine besondere Gefährdung gibt, aber zuerst muss man ja mal brav die Panik schüren. Es ist sogar die Rede davon, dass man frühzeitig an Massnahmen gegen die Verbreitung denken müsse. Sie haben einfach nichts gelernt.

Danke für Ihre Unterstützung meiner Arbeit.

Aber nun zur bewussten Umfrage, die den Beitrag begleitet. Die Fragestellung lautet: «Bist du schon mit dem angepassten Impfstoff geimpft worden?

So sehen die Antwortmöglichkeiten aus:

Gemerkt? Es gibt keine Option «Ich habe mich noch nie gegen Covid-19 impfen lassen». Die «beste» Auswahl für jemanden, der ungespritzt ist und auch nicht vor hat, das nachzuholen, sind die zweit- und drittletzte Option. Man kann deponieren, dass man sich «nicht mehr» gegen Covid-19 impfen lassen will oder ganz generell nicht mehr vor hat, sich eine Impfung zuzuführen – was mit dem Thema sowieso nichts zu tun hat.

Wir sprechen hier nicht von 2 bis 3 Prozent der Leser, auf die das zutreffen könnte, sondern von einer signifikanten Minderheit im Bereich von 30 Prozent. Die werden einfach ausgelassen. Damit nicht sichtbar wird, wie viele Menschen nie etwas davon gehalten haben, sich diesem Experiment auszusetzen.

Zum Zeitpunkt dieser Zeilen hat übrigens eine überwältigende Mehrheit von über 60 Prozent der Befragten die beiden Optionen gewählt, die man bei «20 Minuten» wohl nicht wollte: Keine Impfung mehr – gegen Covid-19 oder generell.

Aber nun das Problem: Dieses Resultat kann so dargestellt werden, als hätte sich diese Mehrheit bisher brav impfen lassen, habe nun aber genug davon, weil die «Gefahr» zurückgegangen ist. Was fehlt, ist ein klares Bild darüber, wie viele Menschen nie auf die Idee gekommen sind, sich die Spritze zu geben.

Wer solche Umfragen macht, tut das bewusst. Er oder sie konstruiert ein Vehikel, das es ermöglicht, die Geschichte weiter so zu erzählen wie gewünscht.

Dieser Blog wird durch Ihre freiwillige Unterstützung finanziert. Hier gibt es mehr Informationen.

Golfplätze als Sinnbild für Unsinn

Ende 2020 durfte man in der Schweiz nicht mehr Golf spielen. Man hätte ja im dichten Gedränge das Coronavirus verbreiten können. Schön, dass ein Gericht das im Nachhinein als absurd erkannt hat. Unschön, dass vorher kaum einer aufmuckte. Und die Medien? Die schweigen es mal wieder tot.

Ich bin kein Golfer. Vermutlich müsste ich einige Jahre am Abschlag üben, bis ich überhaupt den Ball treffe. Seit der Sport nicht mehr superelitär ist, hat er aber durchaus meine Sympathie. Man ist an der frischen Luft und legt in gemütlichem Tempo einige Kilometer zurück. Und vor allem: Man bewegt sich nicht dicht gedrängt in Horden, was ganz und gar nicht mein Ding ist.

Dennoch befand es der Bund Ende 2020 für notwendig, auch Golfplätze dicht zu machen. Das war die Zeit, als man nichts begründen musste und den gesunden Menschenverstand an der Garderobe abgeben durfte. Es reichte, etwas von «Gefahr» zu flüstern. Erstaunlich und befremdend, wie widerstandsfrei die Anordnung von der «offiziellen» Golf-Schweiz entgegengenommen wurde. Aber Verbände haben sich in der Coronazeit ohnehin als ziemlich mutbefreite Truppen entpuppt.

Es benötigte den Präsidenten eines lokalen Tessiner Golfclubs, glücklicherweise Rechtsanwalt von Beruf, um das Thema wenigstens halbwegs in den Medien zu halten. Sein Club verweigerte sich zusammen mit zwei weiteren der Direktive und liess den Platz an einem Tag im Februar 2021 offen. Weil gerade keine Banken überfallen und keine Leute entführt wurden, hatte die Polizei genügend Zeit, sich diesem schrecklichen Verbrechen zu widmen. Sie rückte aus und schloss die Plätze wieder – inklusive Anzeige gegen die renitenten Clubpräsidenten. Die «Weltwoche» hat darüber berichtet.

Entsprechend landete das Ganze vor Gericht. Und das Verdikt der Richterin war klar: Golfen ist kein geeignetes Mittel, das Virus zu verbreiten. Wie denn bitte auch? Und es ist wirklich gefährlicher, auf einem weitläufigen Gelände einen Ball zu suchen, als sich am Skilift anzustellen?

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung meiner Arbeit.

Natürlich nützt die nachträgliche Richtigstellung den Golfclubs wenig. Aber es ist ein gutes Beispiel für den Irrsinn, der sich nahezu widerstandslos abgespielt hat. Man konnte wirklich selbst die groteskeste Entscheidung ohne jede Basis von Evidenz verfügen.

Interessant auch, dass neben der «Weltwoche» und einigen Tessiner Lokalblättern keine einzige Zeitung über das Urteil berichtete. Den Namen Luca Allidi – so hiess der kampfbereite Clubpräsident – sucht man in der Schweizer Mediendatenbank mit Ausnahme der erwähnten Medien vergebens. Während sonst jeder Mückenhuster rund um Corona eine Schlagzeile wert war, haben die Journalisten offensichtlich keine Lust, offenzulegen, dass eine von ihnen anstandslos geschluckte Massnahme reiner Mumpitz war.

Entscheidend ist eben nicht nur, was Zeitungen schreiben. Spannend ist auch, was sie bewusst verschweigen.

Die sinnbefreite Impfpflicht

In deutschen Spitälern musste das Personal bis Ende 2022 geimpft sein. Wer das nicht tat, hatte aber wenig zu befürchten: Ohne diese Angestellten wäre es gar nicht gegangen. Ein Beispiel dafür, wie viel Theorie und Praxis miteinander zu tun hatten in den letzten Jahren.

Die Impfpflicht in Gesundheitseinrichtungen in Deutschland war ein Rohrkrepierer. Das zeigt eine Auswertung im Bundesland Baden-Württemberg.

Die sogenannte «einrichtungsbezogene Impfpflicht galt für Krankenhäuser, Arztpraxen, Pflegeheime und Pflegedienste. Ende 2022 wurde sie aufgehoben.

Man hätte viel Geld gespart, wenn man das schon vor Monaten gemacht hätte, als Covid-19 bereits kaum noch eine Rolle spielte. Denn die Impfpflicht wurde gar nie wirklich durchgesetzt, wie eine Umfrage des SWR zeigt.

Theoretisch konnten ungeimpfte Angestellte gebüsst werden. Der administrative Aufwand überstieg die mickrigen Einnahmen aus Bussgeldern aber bei weitem.

In vielen Fällen wurden nämlich gar nie Bussen erhoben. In Krankenhäusern und Pflegeheimen befürchtete man, das Gesundheitsamt könnte Betretungsverbote für ungeimpfte Mitarbeiter erlassen.

Das konnten sich die Betriebe nicht leisten. In einzelnen Einrichtungen waren bis zu 10 Prozent der Mitarbeiter ungeimpft. Ohne sie wäre der Pflegenotstand perfekt gewesen.

Das Festhalten an der Impfpflicht hat die Lage im Gesundheitssektor verschärft. Bis Ende 2022 durften die Einrichtungen keine neuen Mitarbeiter anstellen, die nicht geimpft waren. Nun können sie es wieder. Aber der Personalengpass wurde so ohne Not ins neue Jahr verlängert.

Kommt dazu: Viele derer, die aufgrund der Impfpflicht ihren Job an den Nagel gehängt haben, denken gar nicht daran, wieder in den Beruf zurückzukehren.

Es ist eine weitgehend selbstverschuldete Not. In einem der verletzlichsten Bereiche unserer Gesellschaft.

Danke für Ihre Unterstützung.

Eine Anleitung im Kampf gegen «Reichsbürger»

Immer mehr Leute wenden sich vom Staat ab. Der findet das gar nicht lustig und will gegen Auswüchse vorgehen. Mein Tipp an den Staat: Mach deine Arbeit wieder ordentlich, dann verschwindet auch der Widerstand.

«Reichsbürger-Mentalität schwappt vermehrt auf die Schweiz über», weiss das Onlineportal «Watson», das sich immer mehr zu meinem Lieblingsmedium entwickelt. Nichts ist zu grotesk, um dort nicht gewürdigt zu werden.

Das dort geschilderte Problem: Immer mehr Menschen würden sich «vom Staat abwenden». Das äussert sich in wahrhaft dramatischer Weise. Zitat: «Briefe kommen ungeöffnet zurück, Aufforderungen der Ämter werden ignoriert, Aussagen werden verweigert. Teilweise treten diese «Querulanten» auch gegenüber den Behörden aggressiv auf.»

Das finden die Leute, die diese Briefe verschicken und Aufforderungen versenden, natürlich nicht besonders lustig. Die Zürcher Justizdirektorin Jacqueline Fehr darf sich in dem Artikel beklagen. Auf demokratischem Weg dürfe man sich natürlich gegen staatliche Massnahmen wehren (vielen Dank!), aber es sei problematisch, «wenn daraus eine grundlegend antistaatliche Haltung wird.» Und weiter sagt Frau Fehr: «Wir müssen rasch und entschieden gegen solche Entwicklungen antreten.»

Ich teile die Analyse. Der Staat ist, zumindest, bis uns eine bessere Form einfällt, der Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält. Allerdings würde ich, wenn ich der Staat wäre, zunächst einmal die recht banale und entscheidende Frage stellen: Warum ist das so? Wie kam es zu dieser Entwicklung? Haben wir allenfalls etwas falsch gemacht?

Danke für Ihre Unterstützung – die vergangene und die künftige.

Zur Erinnerung: In den letzten drei Jahren hat sich dieser Staat nicht mehr um sein eigenes Fundament gekümmert, dieses kleine Detail namens «Verfassung». Mehr noch, sie wurde am Laufmeter missachtet. Bürgern wurden Grund- und Freiheitsrechte aufgrund einer künstlich fabrizierten Gefahr willkürlich entzogen. Wer aufmuckte, musste mit Sanktionen rechnen. Der Staat höchstpersönlich hat eine Front zwischen zwei Gruppen errichtet und es der einen durch seine Politik erlaubt, auf die andere einzudreschen.

Könnte das allenfalls eine Ursache für die wachsende Staatsverdrossenheit sein?

Diese Ursachenforschung meint Frau Fehr aber vermutlich nicht, wenn sie sagt, man müsse «rasch und entschieden gegen solche Entwicklungen antreten». Denn immerhin hat sie die Justiz unter sich. Sie meint daher wohl eher, dass man solchem zivilen Widerstand juristisch entgegen treten müsste. Also: Mehr Beobachtung, mehr Verfolgung, mehr Bestrafung der Leute, die nicht zufrieden sind damit, wie sich der Staat entwickelt.

Das ist natürlich einfacher, als sich zu fragen, ob man das allenfalls selbst verschuldet hat. Völlig unverhältnismässig und ohne jeden Anlass.

Zur Erinnerung: Wir Bürger sind der Staat. Die Leute, die Briefe versenden, sind unsere Angestellten. Wir bezahlen ihre Löhne. Und wir haben ein Recht darauf, dass diese Leute unsere Interessen wahren, statt sie mit Füssen zu treten.

Wenn man also Angst hat vor «Reichsbürgern» (übrigens ein seltsamer Begriff in der Schweiz, das nie ein «Reich» war), sollte man die Repräsentanten des Staats anhalten, die Regeln einzuhalten, die Verfassung zu achten und die Grundrechte ernst zu nehmen. Dann klappt’s auch mit dem Nachbarn.

Aber die Prioritäten sind ja klar. In Deutschland ging das grösste Polizeiaufgebot seit Jahrzehnten auf einige Dutzend Leute los, die mit alten Jagdgewehren und Armbrüsten angeblich den Umsturz planten. Einige Wochen später konnten junge Migranten in der Silvesternacht recht ungehindert Jagd auf Menschen machen.

Gefahren werden heute nicht mehr real eingeschätzt, sondern politisch. Das ist das wahre Problem. Und nicht die paar Leute, welche die Nerven verlieren, weil die Staatsbehörden schlicht vergessen haben, was ihre Aufgabe wäre.

Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus – es geht ganz einfach.

Ablenkung ist Trumpf

«Wag the dog» könnte man die Mechanik nach dem gleichnamigen Film nennen. Wenn wichtige Themen anstehen, die für den Staat unangenehm werden können, muss er mit seinen medialen Partnern einfach andere Dinge hochschaukeln – und die dumbe Masse spielt mit. Hier einige Beispiele.

Die Verfassung wird dieses Jahr 175. Grosses Jubiläum. Allerdings haben wir sie in den letzten drei Jahren mit Füssen getreten. Sollen wir darüber sprechen?

Der Bildungsrückstand unserer Kinder nach Jahren mit mehreren «Home schooling»-Phasen, das psychische Befinden unserer Jüngsten nach der Massnahmenkaskade der Vergangenheit: Sollen wir darüber sprechen?

Ruinierte Existenzen, gut gehende Gastrobetriebe und Kulturveranstalter, die in die Knie gezwungen wurden durch unnötige Schliessungen und Einschränkungen: Sollen wir darüber sprechen?

Nein, bitte nicht. lasst uns das alles vergessen. Das wünscht sich der Staat, der das alles angeordnet hat. Und dabei helfen ihm die Medien, die das alles nach Kräften unterstützt haben.

Und damit man nicht darüber sprechen muss, gilt es, alle möglichen Nebenschauplätze zu bespielen. Dinge, die viel, viel wichtiger sind gerade. Zum Beispiel an diesem Sonntag, 8. Januar 2023.

Ein paar Beispiele gefällig?

Mehr davon? Kostenlos? Das gibt es. Dank Ihrer freiwilligen Unterstützung.

nau.ch stellt einen Mitarbeiter vor, der beim «Dry January» auf Alkohol verzichtet. Als Topstory. Ausserdem im Angebot: «Luca Hännis Verlobte wird nackt in Garderobe erkannt». Dann ein paar Auszüge aus der Biografie von Prinz Harry. Die Wetterprognose mit den Schneeaussichten. Und ein Erdbeben auf dem Inselstaat Vanuata, wo auch immer das ist.

watson.ch informiert uns, welche Feiertage die verschiedenen Kantone haben. Ausserdem gibt es in der Schweiz weniger Ladestationen für E-Autos als anderswo. Dann gibt es noch «19 lustige Vorher-Nachher-Bilder» von Paaren mit Kindern. Und natürlich werden wir auch hier in Kenntnis gesetzt, wie tief runter es in den nächsten Monaten schneit.

blick.ch setzt uns in Kenntnis vom durchschnittlichen Vermögen der Nidwaldner. Und sagt uns, wo Ski-Ass Marco Odermatt seinen Sieg feiert. Ein Fussballspieler, von dem ich noch nie gehört habe, wurde am Flughafen mit Kokain erwischt: Offenbar ist er ein «Star». Auf einer Ski-Piste in Ischgl herrschte Stau. Eine Tragödie.

«20 Minuten» informiert uns über Ungereimtheiten in der TV-Sendung «Höhle der Löwen». Was es kaum tun würde, wenn der entsprechende TV-Sender nicht vom Konkurrenten CH Media betrieben würde, sondern von Tamedia, dem «20 Minuten» gehört. Cathy Hummels «schummelt bei Blütel-Bild», erfahren wir weiter, wobei das vermutlich «Blüttel» heissen sollte und mir niemand einfällt, der unwichtiger ist als Cathy Hummels.

Aber nun sind wir alle schlauer. Die wirklich wichtigen Dinge im Leben wurden enthüllt. Mein Dank geht an die unermüdlichen Journalisten der grossen Verlagshäuser.

Danke für Ihren Beitrag an meine Arbeit.

Corona aus Kindersicht

Vor mir liegt ein wunderbares Buch: «Kinderviews zur Coronazeit». Es ist berührend, enthüllend und schockierend zugleich. Kinder zeigen auf verschiedene Weise, wie sie die letzten Jahre wahrgenommen haben. Viele Passagen lassen leer schlucken. Ein Buch, das ich jedem ans Herzen lege.

Mehr zum Buch und Bestellmöglichkeit gibt es hier.

Ich habe selbst einst meine beiden Töchter zum Thema Corona befragt und viele Weisheiten gehört, die ich mir auf der Seite der Politiker gewünscht hätte. Kinder erfassen oft sehr intuitiv, was richtig ist und was falsch, was angemessen ist und was nicht. Und weil sie darüber hinaus noch keine strategischen Ziele verfolgen, sind sie dem zugeneigt, was Sinn macht.

Kinder waren besonders stark betroffen in den letzten drei Jahren. Bekanntermassen nicht vom Virus an sich, aber von den eingeleiteten Massnahmen. Sie durften nicht zur Schule, verloren Gspänli, weil deren Eltern von der Panik ergriffen waren, durften ihre Grosseltern nicht mehr besuchen und litten überdurchschnittlich oft an psychischen Problemen. Gleichzeitig hatten sie nichts zu sagen – wobei das in diesem Fall weitgehend für uns alle galt.

«Kinderviews zur Coronazeit» sammelt Texte, Interviews und Zeichnungen, die vermitteln, wie es unseren Kindern in dieser Zeit wirklich ging. Sie schildern das nicht abstrahiert und verkopft, sondern direkt, lebensnah, eindrücklich. Besonders fasziniert war ich bei der Lektüre davon, dass Kinder und Jugendliche oft nicht das als wirklich belastend wahrnehmen, was wir Erwachsenen als naheliegend empfinden. Es sind nicht selten scheinbar kleine Dinge, die im Leben plötzlich fehlen.

Und dann natürlich der Mut, der eiserne Wille, den einige von ihnen aufbrauchten. Wie viel mehr Kraft als uns musste es beispielsweise ein Kind kosten, ohne Maske unterwegs zu sein und die Blicke oder Worte zu ertragen, die danach folgten?

Den Herausgebern ist es gelungen, dank der Kinderstimmen den gesunden Menschenverstand einzufangen, den wir in dieser Zeit so vermisst haben. Oft sind die ganz einfachen Gedankengänge die richtigen. Man kann alles wortreich erklären, begründen und als unausweichlich darstellen. Aber diesen jungen Menschen gelingt es durch ganz einfache Überlegungen, die Konstruktion der Politik als das zu enthüllen, was sie war: Absurd, menschenverachtend und zutiefst schädlich.

Ich hoffe, dass dieses Buch zahlreiche Menschen erreicht. Im Idealfall auch diejenigen, die mitgemacht haben. Vielleicht schaffen es diese Kinderstimmen, einen Perspektivenwechsel herbeizuführen.

Danke für Ihren Beitrag an meine Arbeit.

Gestatten: Der Höllenhund

Eine neue Variante von Covid-19 ist auf dem Weg in die Schweiz. Sie ist höllisch ansteckend und wird folgerichtig als «Höllenhund» bezeichnet. Besonders gefährlich scheint sie nicht zu sein – aber mit dieser Feststellung können unsere Medien natürlich nicht leben.

Wer mehr darüber wissen will (warum auch immer), kann die schnelle Laufbahn des Höllenhunds beispielsweise hier nachlesen. Der Artikel ist hinter einer Bezahlschranke, man kann ihn aber recht einfach zusammenfassen. Covid-19 präsentiert sich mal wieder in leicht veränderter Zusammensetzung, man kriegt das Virus nun angeblich schneller, über schwerere Verläufe als bei den Vorgängern ist nichts bekannt.

Und weil man aktuell keine Panik verbreiten kann, tut man das eben auf Vorrat: Die WHO ist sicherheitshalber schon einmal beunruhigt. Und wenn es die WHO ist, dann ist es die «Wissenschaftsredaktion» der Blätter von CH Media natürlich auch.

Apropos Wissenschaftsredaktion: Wie viele wirklich wichtige Themen aus diesem Bereich bleiben eigentlich liegen, weil die Hysterikerfraktion in der Redaktion einfach nicht loslassen kann und/oder will? Irgendwie sind diese Leute schwer angetrunken vom Ruhm der letzten drei Jahre. Immerhin haben sie vor Corona weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit publiziert, nun schaufelte man ihnen plötzlich die halbe Zeitung frei. Klar, dass sie nun unter der Angst leiden, es könnte bald wieder so weit sein.

Aber der persönliche Ehrgeiz dieser Journalisten ist teuer erkauft. Er wird genährt auf Kosten der Leserschaft, die man gerne in der Angstspirale halten möchte. Ein mit dem wissenschaftlichen Kürzel des Virus gespickter Beitrag, in dem rein gar nichts Neues steht, der uns aber gegen Schluss von der «Sorge» der WHO informiert: Was ist das mehr als der verzweifelte Versuch, die Leiche wieder auf die Beine zu stellen?

PS: Gemäss dem Artikel ist der Übername «Cerberus», auf Deutsch eben Höllenhund, das Ergebnis einer Twitterbefragung. Wie ernst kann man etwas nehmen, wenn man mal schnell auf Twitter einen möglichst lustigen Namen sucht?

Danke für Ihre Unterstützung meiner Arbeit.

Werden Sie Ihren Nachbarn los!

Jeder darf glauben, was er will. Solange er dem anderen das selbe Recht gibt. Und nun mal ehrlich: War Ihr Umfeld in der Coronazeit fair mit Ihnen? Und wenn nicht: Was tun Sie nun? Mein Tipp: Weg damit.

Ich bin liberal. Nein, vermutlich bin ich libertär. Aus meiner Weltsicht kann jeder denken und tun und lassen, was er will, solange er mir damit nicht schadet. Ich muss nicht nachvollziehen, warum er das tut, das geht mich nichts an. Ich bin nicht er, und ich bin nicht besser als er. Freiheit für jeden.

Aber in den vergangenen bald drei Jahren haben wir etwas anderes erlebt: Andere haben sich über uns erhoben und uns erklärt, wie furchtbar wir sind. Ausgestattet mit einem «Argumentarium» des Staates, der uns von Tag 1 an nur angelogen hat.

Und deshalb meine ehrliche Frage: Gibt es Leute in Ihrer Familie, in Ihrem weiteren Umfeld, in Ihrer Nachbarschaft, die Ihnen erklärt haben, dass Sie als Kritiker der Massnahmen und als «Ungeimpfter» (was für ein Wort!) ein Problem sind? Lassen Sie mich raten: Ja, das gab es. Und lassen Sie mich weiter raten: In Ihrer unendlichen Güte, in Ihrer Bereitschaft, eine andere Meinung stehen zu lassen, sind Sie darüber hinweggegangen. Sehr, sehr lange. Vielleicht bis heute.

Das habe ich auch getan. Lange. Aber ich tue es nicht mehr. Denn liberal oder libertär zu sein setzt nicht voraus, einfach alles zu akzeptieren. Ich gewähre jedem seine Freiheit, solange er meine unangetastet lässt. Und das war nicht mehr der Fall.

Es gab Plakate, die uns zeigten, dass wir in die Ferien fahren dürfen, wenn wir tun, was der Staat von uns verlangt. Sprich: Wenn wir uns impfen lassen. Danach waren diejenigen die Guten, die sich dieses Vorrecht erkauften, und wer es nicht tat und zuhause blieb, war eine wandelnde Gefahr. Da sassen Leute am Strand und bejubelten sich selbst als solidarische Menschen, während andere zuhause blieben und die «Bösen» waren.

Das ist so abseits, dass selbst mir fast die Worte fehlen, und das ist selten.

Bis heute ist mir schleierhaft, wie eine Mehrheit der Menschen in unserem Land dieses Vorgehen als das richtige sehen konnten und alle andere als «unsolidarisch» brandmarkten. Der grösste Akt des Egoismus galt plötzlich als menschenfreundlich. «Hey, XY, Du hast mein Leben gerettet, indem Du nach Rhodos geflogen bist? Vielen Dank!» Nicht mal ein Berufssatiriker wie ich kann da einen drauf setzen.

Wenn Sie anderswo so klare Worte finden: Halten Sie daran fest. Und sonst: Danke für Ihre Unterstützung.

Ich bin zur Einsicht gekommen, dass man Leute, die das mitgemacht haben, loswerden muss. Aus einer einfachen Rechnung. Wir alle haben mit etwas Glück 80 Jahre vor uns. Danach kommt, jedenfalls nach meinem Dafürhalten, nichts mehr. Will ich wirklich einen einzigen Tag dieser wenigen Jahre verbringen mit Leuten, die staatlich verordnet mich als Gefahr wahrnahmen und sich selbst als Krone der Schöpfung, weil sie für einen Restaurantbesuch, einen Flug oder eine kostenlose Bratwurst an einem Impfzentrum angestanden sind?

Wir alle, und ich schliesse mich ein, waren sehr duldsam mit diesen Leuten. Aber vielleicht ist es an der Zeit, ihnen die Wahrheit zu sagen. Wie seelenlos, wie peinlich, wie unglaublich unsolidarisch sie waren. Wie egoistisch. Wie widerlich ihre Bereitschaft war, andere Menschen vom Leben auszusperren, indem sie einfach taten, was man ihnen vorschlug. Und wie schnell sie bereit waren, den Ausschluss anderer zu akzeptieren, die mutiger waren als sie. Es gab Leute, die uns ausgelacht haben in den sozialen Medien dafür, dass wir nirgends mehr rein durften. Erinnert Ihr Euch? Auch Ihr kennt sie.

Der Niedergang der Zivilcourage, der Bereitschaft, für Andersdenkende einzustehen, war frappant. Und für SIE, Sie ganz persönlich, als jemand, der das früh erkannte, gibt es keinen Grund mehr, diesen Leuten die Stange zu halten. Werden Sie sie los. Jetzt. Suchen Sie sich neue Leute. Es gibt sie da draussen. Wirklich.

Man darf unterschiedlicher Meinung sein. Aber wenn jemand bereit ist, einen anderen zu opfern für seine Haltung, wenn er darüber lacht, wenn jemand kein Restaurant und kein Kulturlokal mehr betreten kann, wenn er findet, dass Sie doch einfach tun sollen, was der Staat von Ihnen verlangt, und dann ist alles gut: Dann ist das kein Mensch, der Ihr Leben begleiten sollte. Sie wären sogar besser dran, wenn Sie allein bleiben.

Sie dürfen tun, was Sie wollen. Aber für mich ist klar: Diese Leute haben keinen Platz in den wenigen Jahren, die mir hier noch bleiben.

Danke für Ihre Unterstützung. Für die Freiheit.

Die Top 3 aus meinem Blog. Zum Nachlesen. Zum Nachdenken.

Seit Herbst 2020 betreibe ich diesen Blog. Welche Beiträge wurden am meisten gelesen? Zwei der Top-3-Texte stammen aus grauer Vorzeit. Wer zum Jahresende eintauchen will in die Vergangenheit: Bitte sehr.

Mit Abstand am meisten Klicks, aber auch direktes Echo gefunden hat meine persönliche Reportage über einen Besuch am St.Galler Jahrmarkt mit meinen Kindern. War das weinerlich? Vielleicht. Denn, so befanden einige Leute, die mir danach geschrieben haben: Ich hätte mich ja auch einfach impfen oder testen lassen können, um den Tag mit meinen Töchtern geniessen zu können. Klar, das wäre möglich gewesen. Nur dreht sich der ganze Beitrag exakt um den Punkt, warum ich das eben nicht getan habe.

Ihr Beitrag, damit auch Ende 2023 wieder ein «Best of» erscheint: Vielen Dank.

Dass der folgende Text so grossen Anklang gefunden hat, erstaunt mich nach Durchsicht der Statistik selbst. Es ging ja nur um Beton – und das klingt mässig spannend. Aber offensichtlich hat die Symbolik dahinter doch mehr ausgelöst.

Und schliesslich ein Beitrag, der sich um die Festlaune einiger Leute nach dem Ende der Coronamassnahmen dreht. War Ihnen damals auch zum Feiern zumute? Mir nicht direkt. Und ich versuche, das zu begründen.

Danke für Ihre Treue als Leser. Und danke, dass Sie mir mit Ihrem freiwilligen Beitrag diese Arbeit ermöglichen.

Das Jahr des Schweigens geht zu Ende

Nie war es sinnloser, sich Vorsätze zu nehmen als beim anstehenden Jahreswechsel. Denn was immer man persönlich besser machen möchte: Wir stehen einer Wand aus blindem Gehorsam und Selbstlügen gegenüber. Wir werden 2023 nicht als erneuerte Gesellschaft beginnen. Denn wir haben noch gar nichts aufgearbeitet.

2020 war dem langsamen Aufbau des Wahnsinns gewidmet. 2021 wurde er durchexerziert. Und 2022? Da taten die Verantwortlichen, als sei gar nichts gewesen. Und legten den Grundstein für eine spätere Neuauflage – wann immer es erwünscht ist.

Doch die wirkliche Tragödie: Eine Mehrheit wird auch dann wieder mitspielen.

Wir sind so konditioniert, dass wir nach einer schwierigen Zeit jede Form der Besserung als Erleichterung wahrnehmen. Eine Geisel freut sich, wenn ihr nach einigen Wochen wenigstens die Fusskette abgenommen wird. Es entsteht schon fast ein Gefühl der Dankbarkeit.

Exakt das war 2022 für viele. Es war das Jahr des «Schwamm drüber», des «so schlimm war es gar nicht», des «ist ja alles wieder normal».

Was es natürlich nicht ist. Politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich, vor allem aber, was die Wahrnehmung vieler Menschen betrifft. Sie wurden umprogrammiert. Sie nehmen es inzwischen als völlig in Ordnung wahr, wenn die Politik mal schnell den Krisenmodus ausruft und sich jedes Recht nimmt, über die Allgemeinheit zu verfügen.

Es gibt sichtbare Auswirkungen der letzten drei Jahre, und sie werden uns noch lange beschäftigen: Der Bildungsrückstand unserer Kinder, gebeutelte bis ruinierte Unternehmen, entzweite Familien. Mit Blick auf das neue Jahr, vor dem wir stehen, ist aber viel verhängnisvoller, was im Innern vieler geschehen ist. Wirklich tragisch ist das Ausbleiben einer Reaktion auf die sogenannte «neue Normalität». Dass klaglos akzeptiert wurde, wie wir auf Knopfdruck unserer Rechte beraubt werden können – notabene ohne echte wissenschaftliche Grundlage.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung im vergangenen Jahr. Auch 2023 werde ich für Sie da sein – dank Ihrem Beitrag an meine Arbeit.

Offensichtlich sehnen sich viele nach einer ordnenden Hand, nach klaren Regeln, nach Fremdbestimmung. Sie wollen nicht hinterfragen, was verfügt wird, sondern es einfach ausführen. Und ihre Wut gehört nicht den Mächtigen, sondern den Leuten, die nicht bereit dazu waren und sind.

Wer keine Maske trug, wo sie schlicht keinen Sinn machte, wurde zum Spiegel für die Maskierten. Diese erkannten sich selbst und ihre Niederlage als selbstbestimmtes Individuum in ihrem Gegenüber. Das war es, was ihre Wut entfacht hat. Das Bewusstsein, sich aufgegeben zu haben. Statt sich selbst zu hinterfragen, richteten sie den Zorn auf ihren Spiegel. Oder griffen zum Telefonhörer, um das harmlose Familienfest der Nachbarn den Behörden zu melden. Eine Gesellschaft, die sich diebisch freut, wenn eine Minderheit aus dem Alltagsleben ausgeschlossen wird, ist moralisch verdorben. Aber eine Gesellschaft, die sich nicht einmal eines Besseren besinnt, wenn die Wahrheit offensichtlich ist, ist zusätzlich nicht – sagen wir es diplomatisch – besonders intelligent.

Und nun: Was tun?

Die politischen Mehrheiten lassen sich – theoretisch – verändern. Spätestens im Herbst 2023, wenn wir zur Wahl gerufen sind. Wie aber geht man um mit einer amorphen Masse, die beschlossen hat, in Gegenrichtung zum gesunden Menschenverstand zu marschieren? Was nützt uns ein erneuertes Parlament, das im Zweifelsfall sowieso die Arbeit verweigert und sich blind führen lässt? In Kombination mit einer Bevölkerung, mit der man buchstäblich alles machen kann, ohne dass sich Widerstand regt?

2022 wäre die Gelegenheit gewesen, das Geschehene gemeinsam aufzuarbeiten. Das hätte aber vorausgesetzt, dass die folgsame Mehrheit ihr Handeln hinterfragt. Sie hätte sich beispielsweise fragen müssen: Warum habe ich mich über zwei Jahre lang von irgendwelchen «Coronatickern» verängstigen lassen, mir meine Ferienreise mit einer Spritze erkauft, mich dann aber nicht dafür interessiert, als klar, offensichtlich und erwiesen war, dass das alles in keiner Weise der Erhaltung der Gesundheit diente oder irgendwas mit «Solidarität» zu tun hat?

Die meisten von uns haben 2022 eine komplette Selbstlüge gewählt. Sie schauten weg, wann immer die Wahrheit aufpoppte, sie verweigerten die Debatte bei jeder sogenannten «Verschwörungstheorie», die sich als Realität entpuppte, sie wollten sich nicht auseinandersetzen mit dem Irrtum, den sie mitgetragen haben.

Dieser Blog ist kostenlos. Dank Ihrer Unterstützung bleibt er das auch.

Und das macht diese Leute für das Jahr 2023 so gefährlich. Was kann man ihnen in Zukunft noch alles erzählen – und sie schlucken es? Gegen wen werden sie ihre Wut künftig richten, obwohl sie doch eigentlich wütend auf sich selbst sind? Welche Bevölkerungsgruppe wird man als nächstes völlig evidenzlos zum Sündenbock machen? Ist uns die Zivilcourage nur temporär oder nachhaltig abhanden gekommen? Das sind die Fragen, die Angst machen.

Es gibt einige Berufsoptimisten, die überzeugt sind, dass sich die letzten Jahre nicht wiederholen können. Die glauben, dass wir daraus gelernt haben. Nur sehe ich keine Anzeichen dafür. Wenn man ein durchschnittliches Virus mit ganz bestimmten, eingegrenzten Risikogruppen zur tödlichen Gefahr für die Allgemeinheit hoch schreiben kann, wenn sich das Parlament der Verantwortung entzieht, wenn der ganz normale Bürger nicht wütend ist auf die Lügen, die ihm serviert wurden, sondern auf diejenigen, die diesen Lügen nicht auf den Leim gekrochen sind, wenn das alles möglich war: Wie soll dann daraus plötzlich ein höheres Bewusstsein für die Wahrheit entstanden sein? Es wäre ein kleines Wunder.

Tatsache ist: Wenn die Politik wieder tun will, was sie getan hat, wird sie auch die Medien wieder an ihrer Seite wissen. Diese werden wieder handverlesene «Experten» reden lassen und alle anderen diskreditieren. Die Masse wird wieder gehorsam sein. Die Kritiker werden wieder in der Minderheit und damit Freiwild sein. Es hat sich nichts geändert. Wir sprechen ja nicht einmal über das, was geschehen ist. Weil es zu schmerzhaft ist für die, die es mitgetragen haben.

Aber ja, keine Frage: Ich lasse mich noch so gerne eines Besseren belehren. In diesem Sinn: Ich wünsche allen ein fröhliches neues Jahr.

Danke für Ihren freiwilligen Beitrag.