Zivilcourage als Todsünde

Ein Polizist verliert seinen Job, weil er sich in der Coronazeit gegen das Unrechtsregime gewehrt hat. Das Bundesgericht gibt der Arbeitgeberin recht. Es war nicht anders zu erwarten.

Das Bild wäre zu köstlich gewesen, wäre der Anlass nicht so traurig. Aufnahmen aus Deutschland zeigten während des Höhepunkts des Coronawahns Polizisten, die mit langen Stangen zwischen Teilnehmern einer Kundgebung herumliefen, um sicherzustellen, dass der Abstand zwischen den Personen gross genug ist.

Vermutlich hat so manches Kind, das mal Polizist werden wollte, angesichts dieser Szenen den Berufswunsch gewechselt. Die Jäger des Bösen spielen Distanzwächter: In jedem Drehbuch hätte man dieses Bild als zu unrealistisch abgewiesen.

In der Schweiz war es nicht viel besser. Da rückten Polizisten aus, weil freiwillige Hilfs-Sheriffs auf Regelbrüche aufmerksam machten. Ist da gerade ein Kunde zu einem Masseur ins Haus geschlichen? Haben die beiden dort im Park Händchen gehalten? Feiern die Nachbarn nebenan etwa mit mehr als fünf Personen? Die gruselige Fratze der Denunziation: Unzählige haben sie getragen.

Einige Polizisten haben das offenbar selbst nicht mehr ausgehalten und sich unter dem Namen «Wir für euch» organisiert. Möglicherweise haben sie ihren Eid einfach ernst genommen. Denn sie stehen im Dienst für die Bürger. Allerdings lernen sie auch schnell – ganz wie bei der Armee –, dass Befehl eben Befehl ist und man auch die absurdeste Anweisung auszuführen hat. Wer das nicht tut, kriegt Probleme.

Ein Zürcher Polizist hat sich in jener Zeit im Rahmen der Gruppierung «Wir für euch» gegen den Wahnsinn gewehrt. Empfohlen wurde dort beispielsweise, Strafanzeige gegen Polizisten einzureichen, die das Vorzeigen eines Covid-Zertifikats einforderten. Denn dabei handle es sich um Nötigung.

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Der Mann verlor nach seiner «Enttarnung» den Job, und das Bundesgericht hat diese Entscheidung nun geschützt. Er war eben nicht loyal gegenüber seiner Arbeitgeberin. Die Frage ist nun, ob Loyalität im Fall von reiner Willkür ein angebrachter Zug ist. Das Zertifikat war eine reine Schikane, hat zur Volksgesundheit rein gar nichts beigetragen und wurde unter völlig erfundenen Voraussetzungen durchgedrückt. Es war eine Waffe der Herrschenden, um das Volk zu spalten in die Braven und die Bösen, und es hat hervorragend funktioniert.

Polizisten sind ausführende Organe der Staatsordnung. Interessanterweise jubeln wir immer, wenn sich in anderen Staaten solche Organe heroisch gegen behördliche Willkür und Ungerechtigkeit auflehnen und damit den Verlust ihres Jobs oder mehr riskieren. Vor der eigenen Haustür wird aber geklatscht, wenn solche Leute dann tatsächlich die Existenz verlieren.

Für mich ist jeder Polizist ein Held, der nicht einfach mitgemacht hat. Wenn wir so weit sind, dass der Staat unter Vorspiegelung falscher Tatsachen die Ungerechtigkeit zur Regel macht, brauchen wir Leute in seinem Dienst, die sagen: So nicht.

Wir haben also einen Märtyrer mehr im Land.

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