Marco Rima als «Maskottchen»

Der Zürcher «Tagesanzeiger» setzt seine Mission fort. Marco Rima ist eine Unperson. Was auch immer er sagt und tut: Es muss falsch, daneben und fürchterlich gefährlich sein. Das neueste Kapitel in einer Geschichte der Obsession.

Der Komiker Marco Rima wurde in den vergangenen drei Jahren vom Liebling der Medien zur Reizfigur. Die Mischung aus Erfolg, Bodenständigkeit und einem gewinnenden Wesen verschaffte ihm lange Dauerpräsenz in Zeitungen, Radio und TV. Dann beschloss er, seine Meinung zur Coronapolitik öffentlich zu sagen. Ab sofort war er für die meisten Journalisten frei zum medialen Abschuss.

Dass er nach der Aufhebung der Massnahmen eine neue Tour lancierte, die erfolgreich verlief, war den wenigsten eine Zeile wert. Zu schreiben gab er nur, wenn die Chance bestand, ihn in irgendeiner Weise ins schiefe Licht zu rücken. Rima tut nun das einzig Richtige: Er liefert die dazu nötigen Vorlagen gleich selbst. Denn wenn man ohnehin schon eine Unperson ist, kann man diesen Ruf auch bewirtschaften. Kommt dazu, dass er nur seinen Job macht. Oder soll er vielleicht nun Döner braten?

Mit seinem neuesten Song, den er auf Youtube veröffentlicht hat (siehe ganz unten), liefert er Empörung mit Garantieschein. Er singt über Klimakleber, als Vorlage diente das einst populäre Kinderlied «Zehn kleine Negerlein» (Verzeihung, aber das Lied heisst nun mal so), und Rima erscheint gleich vierfach: Im Original, kostümiert als Indianer, als Weisser mit Rastafrisur und mit schwarz gefärbtem Gesicht. Eben einfach alles, was man nicht mehr tun sollte, wenn es nach der Twitterblase geht. Es ist das volle Programm (und übrigens, als Warnung, auch ein echter Ohrwurm).

Selbstverständlich überschlugen sich die Medien danach umgehend mit Berichten der Marke «darf man das?», um die Antwort gleich selbst zu geben. Die Alternative wäre gewesen, den neuesten Wurf von Marco Rima einfach zu ignorieren, wenn er einem nicht gefällt. Was nicht stattfindet, kann auch niemanden aufregen. Aber das schaffen die Medien einfach nicht. Der Empörungsreflex ist zu stark.

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Die originellste Reaktion, nicht zwingend im positiven Sinn, findet sich aktuell im «Tagesanzeiger». Der Kommentar von Andreas Tobler (nur für Abonnenten) ist grösstenteils eine Art Küchentischpsychologie. Der Redaktor erklärt uns, was Rima eigentlich wollte, um danach zu sagen, was er stattdessen tut. Der Komiker wolle provozieren, aber das sei «Blödsinn», er bediene nur vorgefasste Meinungen.

Da schliesst jemand von sich selbst auf die andern. In Wahrheit hält Rima den Leuten einen Spiegel vor, die ihre Meinung allen anderen aufzwingen möchten. Und es ist der «Tagi», der hier eine vorgefasste Meinung mit der entsprechenden Kundschaft bedient – nämlich seine eigene.

Tobler schafft es nicht mal, den Originaltitel des verwendeten Kinderlieds niederzuschreiben. Obschon das ja ein reines Zitat wäre und er sich selbst nicht der Verwendung des Worts «Negerlein» schuldig machen würde. Er lässt das Wort einfach zugunsten von drei Pünktchen aus. Weil er sonst sicher umgehend in die Hölle käme.

Damit liefert der Kommentator gleich das beste Argument dafür, dass Rimas Aktion durchaus nötig war. Die Schere im Kopf ist allgegenwärtig, sie greift in die Sprache ein mit dem Fernziel, das Denken zu verändern. Rimas Video zeigt spielerisch den Irrsinn, der darin liegt, eine bessere Welt erschaffen zu wollen, indem wir Frisuren, Maskeraden und Wörter auf eine Tabuliste setzen.

Gemäss dem «Tagesanzeiger» ist es Unsinn, wenn Rima kritisiert, was man heute alles nicht mehr darf und eine Meinungszensur beklagt. Denn was er da performe, «wurde vor ihm bereits hundertfach gemeint und gesagt», es gebe einen stetigen Dialog über Themen wie Rastalocken, Blackfacing und andere.

Diesen Dialog mag es am Stammtisch geben, bestimmt aber nicht ernsthaft geführt in den grossen Medien. Diese stürzen sich auf angebliche Grenzüberschreitungen wie den verkleideten Jodler in Walzenhausen und überlassen es den Lesern in den Kommentarfeldern, sich dafür oder dagegen auszusprechen. Im «Tagesanzeiger» hat jedenfalls in den letzten Jahren des Woke-Wahnsinns nie einer eine Stange gebrochen für die freie Rede, für Gelassenheit, für Verhältnismässigkeit.

Kurz und gut: Der Kommentator tut das, was er dem Objekt zuschreibt. Er haut einen raus, um sich bei der eigenen Klientel anzubiedern. Auf Kosten eines Mannes, der sehr klar erkannt hat, dass wir unterwegs in eine falsche Richtung sind.

Zuschlechterletzt wird Marco Rima im bewussten Artikel als «das Maskottchen vorgefasster Meinungen» bezeichnet. Wenn es ein «Maskottchen vorgefasster Meinungen» gibt, dann sind das die grossen Medien in der Schweiz, inklusive dem «Tagi».

(Zur Transparenz: Ja, ich bin gut befreundet mit Marco Rima. Aber das wäre nicht mal nötig, um einen klaren Gedanken in dieser Sache zu fassen)

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Wir sind nicht so wie die andern. – Ein Aufruf.

Die jüngsten Zeiten liefern unzählige Steilvorlagen für Schadenfreude. Man ist inzwischen sogar versucht, grausam zu sein. Aber diesen Gefallen dürfen wir den andern nicht tun. Denn es würde uns auf ihr Niveau herunterziehen. Wir müssen grösser sein als sie. Ein aktueller Fall – und der Versuch einer Anleitung.

Ich komme gleich zum Punkt. Aber diese Geschichte ist wichtig dafür.

Jessica Weaver-Day aus Ohio in den USA war Mutter von zwei Zwillingstöchtern im Alter von sechs Jahren. Am 11. November 2021 liess sie ihre beiden damals fünfjährigen Kinder gegen Covid-19 impfen. Davon berichtete sie in den sozialen Medien. Eineinhalb Stunden lang hätten die beiden aus Furcht vor der Spritze geschrien, bevor sie entmüdet den Kampf aufgaben. «I’m beat», schrieb die Mutter. «Ich bin erledigt.» Ihre Kinder vermutlich auch. Aber die Mission war erfüllt.

Im Januar 2022 schrieb Weaver-Day, dass sie nach dem «Booster» für mehrere Stunden starke Nebenwirkungen hatte. Aber die Impfung sei «es wert». Und die gute Nachricht sei, dass ihre kleinen Töchter nach ihrer zweiten Spritze, die sie in der Zwischenzeit erhalten hatten, keinerlei Probleme gehabt hätten ausser einem schmerzenden Arm.

Ab Juni 2022 berichtete die Mutter immer wieder von «seizures», also Krampfanfällen, bei ihrer Tochter Anna. Im September 2022 hatte die gesamte Familie Corona, gemäss eigenen Berichten drei Wochen lang. Am 2. Januar 2023 verbrachte Anna aufgrund ihrer Krampfanfälle fünf Tage im Spital.

Am 25. Januar 2023 fand der Vater seine Tochter regungslos im Bett. 15 Minuten nach der Ankunft in der Notaufnahme war Anna tot. Die Todesursache ist nicht bekannt. Die Mutter wünschte sich eine baldige Einäscherung. Die Beisetzung fand am 30. Januar 2023 statt.

Der Tod eines sechsjährigen Kindes ist an Traurigkeit kaum zu überbieten. Die Mutter hat derzeit aber noch mit weiteren Problemen zu kämpfen: Sie wird in den sozialen Medien mit Vorwürfen, Häme und Hass übergossen. Ihre begeisterte Chronologie der familiären Impfstory wird ihr nun zum Verhängnis.

Ich sage es offen: Ich habe Verständnis dafür, dass einige gar nicht anders können, als so zu reagieren. Wir, die wir dankend auf die Impfung verzichteten, wurden jahrelang wie Aussätzige behandelt. Man hat uns ausgesperrt, als unsolidarisch gebrandmarkt, als verantwortlich für Todesfälle bezeichnet. Wir waren schuld daran, dass es immer noch Massnahmen gab, wir waren durchgeknallte Spinner, welche die Gesellschaft in Geiselhaft nahmen. Wir waren schlimmer als das Virus.

Aber mein Aufruf: Lasst uns nicht so sein wie die Leute, die das alles getan haben. Wir müssen Grösse zeigen, so schwer es fällt. Im geschilderten Fall ist die Mutter Opfer, nicht Täterin. Ja, sie war gutgläubig und hat sich in die Irre führen lassen. Aber das war das Ergebnis der unvergleichbaren Terrorkampagne von Staat und Medien. Nicht jeder ist stark genug, dem zu widerstehen. Nicht jeder hat es in sich, einem Druck über mehrere Jahre hinweg standzuhalten. Nicht jeder hat die Kraft, die soziale Ausgrenzung auszuhalten. Wir sind alle verschieden. Wir haben alle unsere Geschichte.

Wir sind nicht wie sie. Wir sind nicht bereit, andere Menschen auf Knopfdruck zu diskriminieren, zu diskreditieren, zu denunzieren. Die andern haben das getan, bereitwillig, lustvoll, hörig. Wir nicht. Und deshalb darf man nun einfach um dieses Kind trauern. Ohne es zu instrumentalisieren. Die Wahrheit wird auch ans Licht kommen, ohne sich an denen schadlos zu halten, die letztlich auch nur ein Opfer des Systems sind.

Schreiben, was ist. Ohne Schranken. Dank Ihrer Unterstützung. Hier finden Sie alle Informationen.

SRF: Eine Marke im freien Fall

Ich halte nicht viel von Umfragen. Aber ich mache es jetzt mal wie die andere Seite: Wenn mir das Ergebnis passt, nehme ich die Befragung ernst. Hier geht es um den Wert von Schweizer Marken – und den Absturz des Schweizer Radio und Fernsehen.

Eine regelmässige Umfrage will erheben, welche Marken in der Schweiz besonders beliebt sind. Platz 1 gehört in diesem Jahr einer US-Marke, nämlich «Whatsapp». Erst auf Platz 2 folgt mit der Migros ein einheimisches Gewächs. Gut, vermutlich nützt man dieser Tage einen Messenger auch weitaus häufiger als einen Detaillisten. Zudem gibt es sowieso eine Verschiebung hin zu digitalen Marken. Mehr zur Befragung erfährt man hier.

Wie so oft scheinen mir die Verlierer weitaus spannender als die strahlenden Sieger. Typisch schweizerische Errungenschaften haben es immer schwerer. Ovomaltine kippte von Platz 18 auf 37 (wer trinkt das eigentlich noch?), Rivella von 22 auf 56. Die Fluggesellschaft Swiss, inzwischen ja auch nur noch sehr theoretisch (nein, nicht mal das) ein Schweizer Unternehmen, rutschte von Rang 33 auf 65 ab. Was ich einfach mal grosszügig auf den Impfpflicht-Irrsinn bei der Belegschaft schiebe.

Aber wer sich echt Gedanken machen muss, ist das Schweizer Radio und Fernsehen, kurz SRF. Das war mal eine echte Institution in diesem Land. Dieser gelang das Kunststück, von Platz 12 auf Platz 42 durchgereicht zu werden.

Das hat zunächst natürlich eine gewisse Logik. Meine eigenen Kinder wissen kaum mehr, dass es SRF gibt, analoges TV ist bei den Jüngeren kein Thema mehr, und auch in anderen Altersklassen ist der Pflichttermin um 19.30 Uhr oder 20.15 Uhr längst keiner mehr.

Andererseits versucht SRF ja mit Biegen und Brechen, auf anderen Feldern Fuss zu fassen. Die Sendergruppe grast mit Gebührengeldern fröhlich mit News im Bereich der privaten Onlinemedien und hat mit «Play Suisse» einen eigenen Streamingdienst aufgezogen, der nicht von einem durchgetakteten TV-Programm abhängig ist. Man versucht also fleissig, abseits der alten Sendegewohnheiten Land zu gewinnen, aber offenbar mit bescheidenem Erfolg. Unsere Vorfahren hätten sich jedenfalls nicht vorstellen können, dass 41 Marken beliebter sind als SRF, dieser heilige Gral im Tagesablauf.

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Vielleicht bin ich ja zu optimistisch, aber ich interpretiere das Resultat nun einfach mal so, wie es sein müsste, wenn die Welt ein gerechter Ort wäre: Der Lack ist ab. Inzwischen müsste wirklich jeder gemerkt haben, dass das, was uns das Programm von SRF vorsetzt, nichts mit Unabhängigkeit, Objektivität und Staatsferne zu tun hat. Private Medien sollen tun, was sie wollen (auch wenn sie in den letzten Jahren selbst meine Toleranzgrenze ausgereizt haben), aber wenn es um ein mit Zwangsgebühren finanziertes Medium geht, hört der Spass auf.

SRF blieb nicht erst, aber vor allem in der Coronazeit den Beweis schuldig, dass die dort angestellten Brigaden auf der Suche nach der Wahrheit sind. Bei jedem Schlüsselthema unserer Zeit huldigen die TV- und Radiosender dem Zeitgeist, ducken sich vor der Obrigkeit und haben keine Hemmungen, Kritiker dieses Kurses zu zensieren oder zu diskreditieren.

Wäre schön, wenn all das aus diesem blamablen Absturz zu lesen wäre. Aber in der Lesart der Verantwortlichen ist es sicher ganz anders. Die Frage war falsch gestellt, man befindet sich eben gerade in einer Transformation, es ist nur eine Momentaufnahme: Das sind die typischen offiziellen Reaktionen auf solche Resultate. Wenn überhaupt jemand danach fragt. Aber glücklicherweise kann sich ja jeder sein eigenes Bild machen. Auch wenn wir kritischen Köpfe für unsere Befunde wohl kaum TV-Sendezeit bei SRF erhalten würden.

Vielleicht sind doch nicht die Medien das Problem

Haben Sie in jüngster Zeit die Leserkommentare bei Medienbeiträgen gelesen? Falls nicht: Gut gemacht. Es ist nämlich nicht empfehlenswert. Da tut sich ein Abgrund der nackten Ignoranz und schieren Dummheit auf.

Was haben beispielsweise die Leser der Blätter von CH Media zu den Corona-Leaks, die von eben diesen Zeitungen aufgedeckt wurden, zu sagen? Sind sie entsetzt über den Korruptionssumpf, der sich da auftut? Nicht doch. Das war alles völlig in Ordnung. Hier ein paar Müsterchen.

Ich habe keinen blassen Schimmer, wen der Kommentator mir «verdientem Magistraten» meint. Ich habe auch keine Ahnung, wer da angeblich seit Langem schuldlos am Pranger steht. Aber selbst wenn es jemanden gäbe: Der darf nun aufgrund seiner angeblichen Verdienste tun, was er will? Und Leser XY regt sich nicht darüber auf, dass an ihm vorbei der Staat und ein Verlagshaus Politik betrieben haben?

Aber keine Angst. Es geht noch schlimmer:

Der Zweck heiligt die Mittel. Gut zu wissen. Wenn ein Bundesrat also findet, wir sollten nun alle dringend auf allen Vieren zur Arbeit kriechen und uns das als absolut zwingend verkauft, ist es auch völlig ok, wenn er mit der Verletzung des Amtsgeheimnisses dafür sorgt, dass uns diese Botschaft medial als richtig verkauft wird. Denn es ist ja das «Richtige», also darf man das auch. Und bitte, lasst uns gar nicht erst darüber diskutieren, dass man in einer Demokratie allenfalls darüber befinden sollte, was richtig und was falsch ist. Das überlassen wir einfach der Regierung.

So. Noch nicht genug gekriegt? Bitte sehr. Es geht munter weiter:

Ach so! Das ist praktisch. In Zukunft sollte jeder geplante Bundesratsentscheid vorher durch eine Indiskretion an die Medien gelangen, damit wir uns «entsprechend einstellen» können. Und natürlich besteht nicht die Gefahr, dass diese Indiskretionen erst zu diesem Entscheid führen. Auf gar keinen Fall. Also: Uns kann gar nichts Besseres passieren als ein Leck im Bundesrat. Falls dieser jemals entscheiden sollte, dass wir ab morgen nicht mehr atmen dürfen, erfahren wir es immerhin rechtzeitig im «Blick» und können uns darauf einstellen.

Ja, wir haben ein Problem mit unseren Medien. Aber offenbar auch mit den Leuten, die diese Medien konsumieren.

Mir bleibt nur die Hoffnung, dass diese von jedem Verstand befreiten Zwischenrufe nicht die Regel, sondern bedauerliche Ausreisser sind.

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Warum Alain Berset völlig unschuldig ist

Meine Texte gibt es nicht nur mit Kante und in aller Ernsthaftigkeit, sondern auch satirisch. Zum Beispiel jeden Monat im gedruckten «Nebelspalter». Hiermit zum Abo empfohlen – und ein Müsterchen kostenlos für meine Leser.

Das Magazin des «Nebelspalter» ist seit Urzeiten der Satire verschrieben – bis heute. Hier könnt Ihr es abonnieren, und das mit meiner ausdrücklichen Empfehlung. Ich bin darin regelmässig mit Texten vertreten. Anbei ein Beispiel aus der aktuellen Ausgabe, die gerade für meine Leserschaft besonders lesenswert sein dürfte.

Alain Berset wurde missbraucht

Bundespräsident Alain Berset ist nicht etwa Täter, sondern das Opfer seines geschwätzigen Umfelds. Das zeigt unsere Chronologie der letzten drei Jahre.

Es war höchste Zeit, dass Alain Berset im vergangenen Jahr seinen Sprecher Peter Lauener loswurde. Dieser hatte eine unangenehme Eigendynamik entwickelt und einfach von sich aus Medien seiner Wahl über Interna informiert. Berset selbst war dabei immer völlig ahnungslos, ihn trifft keine Schuld. Und das war nicht das erste Mal, dass andere seine Macht missbrauchten. Immer wieder hat sein Umfeld ohne sein Wissen einfach gemacht, was es wollte. Und er war danach gezwungen, nachzuziehen.

Ende 2020 beispielsweise wollte Alain Bersets Frau unbedingt verhindern, dass Weihnachten wieder ausartet. Der Gedanke war ihr unerträglich, diesen unsäglichen angeheirateten Onkel und seine verfressene Tochter zum Weihnachts- fest zu empfangen. Also rief sie beim «Blick» an und erzählte diesem, ihr Mann wolle an den Festtagen wegen Covid-19 eine strenge Limitierung der Gäste durchsetzen. Die Zeitung schrieb das pflichtschuldig nieder, und Berset sah sich darauf genötigt, politisch nachzuziehen.

«Er wolle generelle Regeln für die Festtage etablieren.»

Das sagte er, nachdem es der «Blick» bereits angekündigt hatte.

Die Kinder von Berset witterten daraufhin eine Chance. Als sie keine Lust hatten auf die sonntägliche Wanderung, schrieben sie dem «Blick» eine E-Mail und kündigten an, dass Papa bald einen Aufruf lancieren würde, das Haus möglichst nicht mehr zu verlassen. Die Redaktion machte das zur Schlagzeile, und Berset blieb danach nichts übrig, als vor die Medien zu treten:

«Bleiben Sie zu Hause!»

Damit war der Sonntag vor der Playstation gerettet. Aber schon bald drohte den Kindern weiteres Ungemach: Sie sollten demnächst das Wochenende bei den Grosseltern verbringen – der pure Horror. Warum sie abgeschoben werden sollten, war unklar, Papa Berset murmelte nur etwas von «ich bin dann geschäftlich im Schwarzwald». Der Nachwuchs musste handeln, kontaktierte wieder den «Blick», und kurz darauf sah sich Alain Berset vor den Medien zu folgender Aussage genötigt:

«Schicken Sie Ihre Kinder nicht zu den Grosseltern, das ist sehr wichtig.»

Satire gibt es übrigens auch immer mal wieder auf diesem Blog – dank Ihrer Unterstützung.

Ein intelligenter Mann wie Berset durch-schaut solche Mechanismen natürlich früher oder später. Um sich an seinen Kindern zu rächen, liess er sein Departement die Gefahr durch ausgelassene Stimmung am Wochenende untersuchen und verkündete schon bald:

«Die Partyszene muss verstehen, dass sie nun etwas anderes tun muss, als Party zu machen.»

Die Clubs wurden geschlossen. Seine Kinder kochten. Nun mussten sie den Samstag in diesem langweiligen Freiburger Vorort verbringen, statt sich mit den Kollegen eine gepflegte Tüte zu basteln.

Berset hatte nun Blut geleckt. So einfach war es, die Medien zu instrumentalisieren? Und er konnte das tun, ohne von der Verwandtschaft missbraucht zu werden? Als die ersten Kritiker kamen und die Schweiz als Diktatur bezeichneten, bat er seinen Kollegen Guy Parmelin daher, ein gutes Wort für ihn einzulegen. Und der tat das auch. Am 17. Februar 2021 stellte sich Parmelin vor die Medien und fragte:

«Sieht Berset wirklich wie ein Diktator aus?»

Die Frage war offenbar rhetorisch gemeint, es gab keine repräsentative Umfrage darüber.

Bersets neue Strategie funktionierte leider nicht immer. Es gab einfach zu viele Ereignisse, bei denen er die Medien nicht vorab informieren wollte, sondern lieber gar nicht. Schuld war sein gedrängter Terminplan. Denn dieses Amt ist einfach zu viel für einen einzelnen Mann. Er weiss ja manchmal selbst nicht mehr vor lauter Stress, ob er sich gerade in einem Privatflugzeug über einem Nachbarstaat oder in einer Staatslimousine auf dem Weg in den Schwarzwald befindet, wo er sich höchstpersönlich um die Förderung einer jungen Musikerin kümmern will.

Bundesrat ist ein gnadenloser Job.

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Der Jäger als Gejagter?

Bundespräsident Alain Berset ist das Opfer einer «Treibjagd», weiss die «Wochenzeitung». Selbst wenn das stimmen würde: Ist da nicht ein bisschen der Fokus verrutscht?

Cédric Wermuth, SP-Co-Präsident, versucht es seit Tagen. Sein Parteikollege, Nationalrat Fabian Molina, ebenfalls. Und Jacqueline Badran, ebenfalls SP-Nationalrätin, sowieso auch und am lautesten.

Es geht um den Versuch, die «Coronaleaks», die früher oder später zur Umschreibung der Geschichte der letzten drei Jahren führen müssen, in eine politische Kampagne gegen einen beliebten Bundesrat umzudeuten.

Die WOZ macht das mit einem langen Beitrag, den sie uns als Enthüllung pur verkauft. Echte Erkenntnisse enthält er wenig. Aber deshalb verwenden die Journalisten auch das Wort «Spurensuche», das keinen Fund vorgaukelt, sondern eben nur eine Suche. Dass die E-Mails von Bersets Ex-Sprecher Peter Lauener auf verschlungenen Pfaden und alles andere als offiziell zu einer Zeitung gelangt sind, ist längst bekannt. Dass derjenige, der dafür gesorgt hat, bestimmte Ziele verfolgt, ist auch nur logisch. Dass er damit Alain Berset schaden will, ist sehr wahrscheinlich.

Das war auch schon alles. Es bleibt die Frage: Na und?

Am Anfang des Ganzen standen handfeste Interessen im Departement des Innern. Diese wurden durch überaus linke Touren verfolgt. Dass Berset im besten Fall nur davon gewusst und nicht aktiv beteiligt war, ändert an der Sachlage nichts. Wenn er es nur schon hat laufen lassen, wäre das Skandal genug. Und dass er davon profitiert hat, ist ohnehin keine Frage.

Wenn die WOZ den amtierenden Bundespräsidenten nun als bedauernswertes Opfer einer Treibjagd inszeniert, ist das eine drastische Umkehrung der Realität. Hätte sein engster Vertrauter nicht die Medien eingespannt, um Unterstützung für Bersets Coronapolitik zu bekommen (soweit jedenfalls die Vermutung), gäbe es auch keine Treibjagd.

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In all den Fällen, in denen Linke sowie linke Journalisten nun darüber weinen, dass man Berset übel mitspielen will, hat er grandiose Vorarbeit dafür geleistet. Es hat ihn niemand zu einer Affäre, Fahrten mit der Staatslimousine in den Schwarzwald, Irrflüge über Frankreich und Einsprachen gegen Handyantennen gezwungen. Es braucht nun wirklich keine Treibjagd, um ihn in diese Fettnäpfchen treten zu lassen. Er hat sie alle selbst aufgestellt.

Auch reichlich seltsam: Wie sich eine Zeitung, die sich gern als Beschützerin der kleinen Leute sieht, nun als Schutzpatron eines Bundesrats gibt. Die unverhältnismässigen Coronamassnahmen haben nicht zuletzt diese «Kleinen» belastet. Stellt sich nun heraus, dass sie nur aufgrund einer Medienstrategie mit Gegenschäften aus den Reihen der Landesregierung möglich waren, müsste die WOZ als erste aufheulen. Aber es ist ihr wichtiger, das Geschehene zu vernebeln und durch die Nebelwaden hindurch nach einer angeblichen Verschwörung bürgerlicher Kreise zu suchen.

Natürlich kann man sich dem Justizleak rund um die aufgetauchten E-Mails journalistisch annehmen. Spannend ist das allemal. Aber im gleichen Atemzug zu verwedeln, was hinter diesen E-Mails steckt, was sie besagen, das ist unseriös. Es entspricht allerdings der Linie der SP-Genossen: Man müsse zuerst untersuchen, was wirklich zwischen Berset und der Ringier-Presse gelaufen ist, noch weiss das keiner, warten wir doch ab – aber die Sache mit den E-Mails von Lauener, da müssen wir gleich mal mit Furor dahinter und eine Salve von Vorverurteilungen abfeuern.

Es ist ein durchsichtiges Manöver. Und ein peinliches. Egal, wie nahe man dem SP-Bundesrat steht, es ist zu offensichtlich, dass hier vieles nicht sauber lief. Aber statt das einzugestehen, regt man sich lieber darüber auf, dass diese Unsauberheiten nun auf dem Tisch liegen. Köpft den Überbringer der schlechten Botschaft – und lasst ansonsten alles, wie es ist.

Ich kann die WOZ beruhigen: Eine politische Treibjagd ist nur dann erfolgreich, wenn Munition im Lauf ist. Diese Munition hat das angebliche Opfer aber selbst in die Waffe eingelegt, um beim Bild zu bleiben.

Kein Geld vom Staat, keine Standleitung ins Bundeshaus – aber Sie und Ihre Unterstützung. Vielen Dank.

Die grosse Angst vor kleinen Fragen

Wer Tabus installiert, torpediert die Wissenschaft, den Fortschritt und die freie Rede. Hier ein aktuelles Beispiel für eine Meldung, die Fragen aufwirft. Aber nur schon die Frage gilt als Tabubruch. Und das verunmöglicht Antworten.

Man muss höllisch aufpassen, keine verfrühten Schlüsse zu ziehen. Nicht jedes Ereignis, nicht jede Zahl ist zwingend ein Hinweis auf grössere Zusammenhänge. Nur: Man muss zuerst herausfinden, ob es das wirklich nicht der Fall ist. Dafür muss man Fragen stellen, sobald man etwas «Merkwürdiges» beobachtet. Vielleicht ja alles halb so wild. Dann ist es ja umso besser.

Hier ein aktuelles Beispiel, das mir eine Leserin geschickt hat:

Diese Meldung eines Regionalspitals datiert vom Donnerstag, 26. Januar 2023. Sie hat keine Wellen ausgelöst. Warum auch? Es ist einfach eine Jahresstatistik, die zudem belegt, dass wir es mit einem sehr aktiven Rettungsdienst zu tun haben. An dieser Stelle übrigens der herzliche Dank an die Leute, die diesen harten Job machen. Ohne meinen üblichen Sarkasmus und von Herzen.

Aber die Meldung fällt auf. Denn sie belegt eine ziemlich drastische Entwicklung. Ich bin leider kein Zahlenmensch, aber vom Schiff aus sehen wir: Es waren 2022 über 10 Prozent mehr Einsätze als noch 2020. Und immer noch fast 5 Prozent mehr als 2021. Das scheint mehr zu sein als ein Zufallsausreisser. Und es ist verknüpft mit einer inhaltlichen Einsätze: Weniger Unfallopfer, mehr Beschwerden mit medizinischer Ursache, die einen Einsatz nötig machten.

Man kann nun umgehend wilde Mutmassungen anstellen, aber das ist unseriös. Was man hingegen tun darf, kann, nein, sollte: Fragen dazu stellen. Zum Beispiel diese:

  • Gab es in der Vergangenheit auch schon mal solche deutlichen Ausschläge nach oben?
  • Wie sehen die aktuellen Zahlen im Langzeitvergleich aus?
  • Um welche Probleme handelte es sich bei diesen «medizinisch bedingten» Einsätzen? Um alles Mögliche? Oder gab es ein Muster? Viele ähnlich gelagerte Fälle?
  • Aus welchen Altersgruppen stammten die Leute, die einen Rettungseinsatz aus medizinischen Gründen brauchten?

Es gäbe noch einiges mehr zu fragen. Sicher ist nur eines: Wenn ein Rettungsdienst in zwei Dritteln der Fälle nicht zu Ereignissen ausrückt, die wir spontan mit ihm assozieren – Verkehrsunfälle, Stürze zuhause und so weiter –, dann scheint das aussergewöhnlich. Und das muss es auch sein, ansonsten würde das bewusste Spital diesen Punkt nicht eigens ausführen. Offenbar findet man auch im eigenen Haus, dass das bemerkenswert ist.

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Wie gesagt: Voreilige Schlussfolgerungen und wilde Mutmassungen, die der persönlichen Haltung zu bestimmten Themen gerade recht kommen, sind nicht angesagt. Nicht, bevor es keine weiteren Details dazu gibt. Man müsste diese Entwicklung genau untersuchen. Vielleicht geschieht das ja auch am See-Spital. Die andere Frage ist, ob wir vom Ergebnis erfahren werden.

Ich war lange Lokaljournalist, und wäre die Meldung damals aus meiner eigenen Region gekommen, wäre die Story gesetzt gewesen. Völlig egal, ob sie sich als harmlos entpuppt oder auf einen grösseren Zusammenhang hinweist. Denn ohne Frage ist da etwas passiert: Es hat eine Entwicklung eingesetzt. Das ist spannend. Aber es ist nicht anzunehmen, dass sich heute der Sache ein Kollege annimmt.

Denn derzeit grassiert die aktuelle Angst vor Erkenntnissen. Stellen wir uns vor – und wie gesagt, das muss nicht sein –, die medizinischen Einsätze würden eine Parallelität zu den Impfaktivitäten aufweisen. Das wäre nach wie vor nur ein reiner Befund ohne Schlussfolgerung, eine Korrelation, keine Kausalität. Aber es wäre Grund genug, weitere Fragen zu stellen. Nur will die eben kaum jemand stellen. Weil die Antwort unangenehm sein könnte.

Ich warne ausdrücklich davor, solche Meldungen einfach auf gut Glück mit einem Schuss ins Blaue zu publizieren. Also einfach zu sagen: Ich mag die Impfung nicht, also war es die Impfung. Das ist mit Stand heute in keiner Weise belegbar. Kriminalistisch gesprochen haben wir es hier mit einem sogenannten Anfangsverdacht zu tun: Es gibt ein zeitliches Zusammentreffen, und ob dieses von Relevanz ist, gilt es herauszufinden.

Aber wenn es niemand herausfinden will, wird das auch nie geschehen.

Der Staat müsste ein grosses Interesse haben, möglichst viel akkurates statistisches Material zu sammeln, das Aufschlüsse für die künftige Arbeit gibt. Wenn wir beispielsweise Jahr für Jahr mehr Todesfälle durch den Verzehr giftiger Pilze haben, ist es höchste Zeit für eine gross angelegte Informationskampagne oder den Ausbau der Pilzkontrolle. Das war schon immer ein wichtiges Instrument jeder Gesellschaft.

Neuerdings dienen Statistiken aber nicht mehr dazu, Erkenntnisse zu gewinnen. Stattdessen sollen sie Erkenntnisse verhindern.

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Das konnten wir doch nicht wissen!

Die Schweiz ertrinkt in Impfdosen, die man vorsorglich bestellt hat und die keiner will. Die Schweiz blickt zurück auf Massnahmen, die ja vielleicht hätten wichtig sein können. Die Schweiz hat Schulden aufgetürmt für Dinge, die ja hätten nötig sein können. Denn man wusste eben einfach nicht, was es braucht und was nicht. Es ging eben nicht anders. Meine Frage lautet: Wirklich?

Ja, es stimmt. Wenn ein Staat auf etwas verzichtet, das sich später als essentiell entpuppt, empört sich der Stammtisch. Und genau das ist derzeit das Königsargument dieses Staates für alles, was er in den letzten drei Jahren getan hat. Er sagt: «Wir wussten eben nicht genau, was auf uns zukommt. Better safe than sorry. Wir mussten für den Fall XY vorsorgen, damit man uns nicht vorwerfen kann, wir seien nicht vorbereitet gewesen.»

Und so weiter und so fort. Damit wird begründet, was man uns seit Jahren zumutet.

Nur war es im konkreten Fall eben nicht so.

Es gab sehr früh konkrete, berufene Zwischenrufe zur offiziellen Coronapolitik. Leute, die hinterfragten, was gemacht wurde. Damit meine ich nicht mich, ich bin ja nur die Weiterleitungsstelle. Aber es gab mehr als genug sehr viel intelligentere, erfahrenere Experten als mich, die Fragen stellten. Was soll diese Massnahme, was bringt dieser Schritt, und vor allem: Steht das nicht im Widerspruch mit anderen Dingen, die uns wichtig sind, Popanz wie Grundrechte und Verfassung?

Man hat ihnen nicht zugehört. Man hat sie ausgesperrt, diffamiert, diskreditiert, denunziert. Man wollte nicht zuhören.

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Sehr vieles von dem, was heute klar ist, hätte man früher wissen können, wenn man nicht einfach jeden, der nicht vor Begeisterung herumgehüpft ist, aus dem öffentlichen Diskurs rausgekegelt hätte. Das Argument, man habe eben Vorsicht walten lassen wollen, sticht nicht. Heisst Vorsicht wirklich, dass man konsequent nur auf die Leute hört, die vom Schlimmsten ausgehen und jeden zum Schweigen bringt, der die Horrorszenarien nicht nachvollziehen kann? Mit guten Argumenten und Fragen? Daraus resultierte eine eklatante Verletzung des Prinzips der Verhältnismässigkeit.

Heute wird behauptet, man habe doch einfach die Risikogruppen vor Covid-19 beschützen wollen. Das erfolgte durch die Impfung. Diese schütze die Betroffenen zum einen vor einer schweren Erkrankung, zum anderen schütze die Impfung des ganzen Rest die Risikogruppen davor, das Virus überhaupt einzufangen.

Über den zweiten Punkt muss man gar keine Worte mehr verlieren. Die Impfung schützt nicht vor Übertragung. Und der erste Punkt ist nach wie vor unbelegt.

Vor allem aber: Wenn man die Risikogruppen schützen wollte, also ältere Leute und solche mit Vorerkrankungen, warum hat man dann die Gesamtbevölkerung zur Impfung geprügelt? Oder verführt mit kostenlosen Konzerten unserer B-Promis, die sich klar erkennbar an einen jüngeren Teil der Bevölkerung richteten? Warum jubelte die eidgenössische Impfkommission nach der Zulassung des Impfstoffs für Kinder ab fünf Jahren? Risikogruppen? Wo genau?

Und die Impfung selbst, und ich verwende dieses Wort nur der Einfachheit halber: Von der Wunderwaffe bis zum Rohrkrepierer hat sie sich entwickelt. Wir schützen die anderen damit nicht, und ob wir uns selbst schützen, weiss kein Mensch. Sicher ist nur die zunehmende Meldung von Impfschäden, wobei die Dunkelziffer riesig sein dürfte, weil sich viele Ärzte schlicht weigern, den Impfstoff als Ursache von Beschwerden überhaupt in Erwägung zu ziehen.

Hätte man das wissen können, wissen müssen? Sicher ist nur das: Die Leute bei Swissmedic sind zutiefst gläubig. Sie glauben, was man ihnen sagt. Sie glauben, was die Staaten um sie herum als richtig akzeptieren. Wir haben eine Heilmittelbehörde, die nicht zögert, mit dem Leben der Bürger zu spielen. Die so tut, als würde sie sorgfältig abklären, aber doch einfach vollzieht, was sie vollziehen muss. Weil sie am Tropf des Staates hängt, die diese Impfung unbedingt wollte.

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Fast alles, was einst behauptet wurde, ist inzwischen widerlegt und fraglich. Gleichzeitig warten wir auf die nächste Lieferung von ein paar Millionen Impfdosen, die wir danach entsorgen können, weil kein Mensch bei gesundem Verstand sie noch will. Es ist schlicht nichts mehr übrig von den einstigen Erzählungen. Der Strom der Zeit hat sie weggewaschen. Aber selbst, wenn das die Verantwortlichen eines Tages einräumen müssen, werden sie sagen: «Wir konnten das ja nicht wissen, wir mussten vorsichtshalber so agieren!»

Nein, mussten sie nicht. Denn Zweifel gab es früh. Aber statt sie sich anzuhören, hat man im Verbund mit den grossen Verlagshäusern dafür gesorgt, dass jeder Zweifler als Verschwörungstheoretiker, Aluhut oder Nazi abgetan wurde. Das hat bestens funktioniert, weite Teile der Bevölkerung haben diese Darstellung übernommen.

Dass die Aluhüte nun auf breitet Front recht bekommen, nützt nichts mehr. Aber wir sollten wenigstens mit dem Märchen aufhören, dass man doch nicht wissen konnte, wie es wirklich ist. Man hätte gekonnt. Man wollte aber nicht. Politisch motiviert. Dafür wissen nun einige Pharmaunternehmen nicht mehr, wo sie ihr Geld verstauen können. Und es wird interessant sein, herauszufinden, ob nicht exakt das auch im Interesse einiger führender Politiker war.

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Eine irre Debatte an der Sache vorbei

Es ist nur noch peinlich, wie linke Aushängeschilder versuchen, die Coronaleaks-Affäre schönzureden. Sie verschanzen sich hinter den offenen strafrechtlichen Fragen. Dass das, was sich hinter den Kulissen abspielte, bereits mit dem heutigen Wissensstand politisch nicht akzeptabel ist, blenden sie aus.

«Auf meine Emails habe nur ich Zugriff.»

Das schrieb der damalige Sprecher von Bundesrat Alain Berset am 28. Oktober 2020 an die Adresse von Ringier-CEO Marc Walder. Das zeigt einer der Ausrisse, die uns die Zeitungen von CH Media in der aktuellen Ausgabe präsentieren. Offenbar werden nun im Wochenrhythmus weitere Müsterchen scheibchenweise publiziert.

Warum muss Marc Walder wissen, wer Zugriff auf die Mails eines Bundesratssprecher hat? Weil er ihm hin und wieder ein lustiges GIF schickt? Oder einen «dirty Limerick»?

Kaum.

Die bisher aufgetauchten Ausschnitte aus dem Dauerverkehr zwischen Lauener und Walder deuten in einzelnen Fällen auf eine Amtsgeheimnisverletzung hin; es gilt die Unschuldsvermutung. Das müssen die Strafverfolgungsbehörden klären. Aber abseits juristischer Fragen reicht das, was wir schon wissen, aus, um ein klares Bild zu haben: Aus dem Departement von Alain Berset wurde die Ringier-Chefetage regelmässig mit Interna versorgt. Und vermutlich haben auch andere Verlage profitiert. Das ist abseits der Abklärungen der Juristen politisch relevant. Schon heute.

Im «Club» und der «Arena» verteidigen SP-Exponenten ihren Bundesrat vehement. Immer wieder weisen sie darauf hin, es sei nicht erwiesen, dass Berset von diesen Machenschaften wusste. Reden dürfen bei den Sozialdemokraten interessanterweise nur die Dauerlautsprecher Fabian Molina und Jacqueline Badran.

Danke für Ihre Unterstützung meiner Arbeit.

Sie verweigern sich mit ihrer Haltung dem gesunden Menschenverstand. Wer den einschaltet, muss sich zwangsläufig Fragen stellen, deren Antwort nur lauten kann: Natürlich hat Alain Berset von all dem gewusst, mehr noch, natürlich geschah es auf seine Initiative.

Denn:

  • Warum sollte sein langjähriger Pressesprecher an seinem Chef vorbei einen solch intensiven Kontakt zu einem Verlags-CEO unterhalten? Lauener galt immer als absolut Berset-treu. Welche Interessen sollte er an einem Alleingang gehabt haben?
  • Wie kann es sein, dass über Monate hinweg systematisch vertrauliche Informationen aus dem Bundeshaus vorab im «Blick» standen, ohne dass das dem für diese Dossiers zuständigen Bundesrat aufgefallen ist? Wenn Berset nicht eingeweiht war, hätte er diesem Datenleck intensiv nachgehen müssen. Stattdessen liefen die Indiskretionen weiter.
  • Bei Ringier behauptet man, es habe keine interne Beeinflussung gegeben. Das würde heissen, dass Marc Walder laufend mit heissen News versorgt wurde, er diese aber einfach stoisch entgegennahm und danach ein bisschen Tennis spielen ging. Was genau sollte der CEO denn mit diesen Informationen anfangen, wenn nicht an die Redaktionen weitergeben? Hat er so viel freie Zeit, dass er einfach gerne mit einem Bundesratssprecher ein Pläuschchen hält?
  • Und Alain Berset: Der hatte ausgerechnet während Corona ebenfalls zu wenig zu tun, dass er sich die Zeit nahm, für ein Ringier-Heftli den Musiker Stephan Eicher zu interviewen und bei der Lancierungs-Vernissage des Magazins vorbeizuschauen?
  • Mehrfach nennt Peter Lauener seinen Chef im Mailverkehr mit Walder ausdrücklich und spricht immer wieder von «Wir». Wer war dieses «wir»? Vielleicht Lauener und der Leiter des Facility Management im Bundeshaus?

Es gibt nach den veröffentlichten Auszügen aus dem Mailverkehr keinen Zweifel, dass das Ganze eine laufende konzertierte Aktion war, und sie kann schlicht nicht am Bundesrat persönlich vorbei betrieben worden sein. Im besten Fall hat Alain Berset dem Ganzen schweigend zugesehen, weil es ihm nützte, er aber nicht selbst involviert sein wollte. Im schlechtesten Fall gab er die Anweisungen dazu und liess sich regelmässig über die Fortschritte informieren. Beides wäre untragbar für ein Mitglied der Landesregierung.

Gerade eine Jacqueline Badran würde sich derzeit geifernd vor jede Kamera stürzen, wenn diese Vorwürfe einen politischen Gegner betreffen würden. Nun spricht sie von einer Kampagne gegen Alain Berset, als gäbe es keinerlei Anhaltspunkte, Fragen zu stellen. Als wäre alles völlig harmlos.

Fast schon ein Geschenk ist es, dass Peter Lauener nicht nur in Sachen Corona den Medien-Kurier spielte, sondern auch, wenn es darum ging, ein anderes Mitglied des Bundesrats schlecht zu machen. Denn nun herrscht auch in der Regierung dicke Luft. Bei der nächsten Sitzung am Mittwoch wird Berset wohl ins Gebet genommen. Seine Kollegen interessieren sich vermutlich nicht sonderlich für Indiskretionen, welche die Coronapolitik gestützt haben. Wenn sie aber dazu dienten, ihnen an den Karren zu fahren, betrifft es sie direkt.

Noch einmal: Die strafrechtlichen Gesichtspunkte soll und muss man sauber abklären. Das dürfte Jahre dauern. Aber politisch betrachtet ist das, was man heute schon weiss, mehr als genug, um festzuhalten: Das geht nicht.

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Bild: Screenshot SRF

Fall Berset: Nur eine Wahlkampagne?

Für SP-Nationalrat Fabian Molina sind die Enthüllungen über Alain Berset nur eine Kampagne vor den Wahlen. Ein Ständerat spricht hingegen von einem «System» hinter dem Skandal. Und damit liegt er aus meiner Sicht richtig.

Es waren doch nur zwei Schlagzeilen im «Blick». Bedauerliche Einzelfälle. Indiskretionen gehören im Bundeshaus zum Alltag. Was soll die ganze Aufregung?

Das war zusammengefasst die Position von SP-Nationalrat Fabian Molina in der Sendung «Der Club» von SRF zu den Enthüllungen über Berset und den Verlag Ringier.

Erstaunlich, mit welcher Entschlossenheit die beiden aneren Politiker in der Runde darauf reagierten. Der St.Galler Ständerat Benedikt Würth (Die Mitte) und sein Ausserrhoder Kollege Andrea Caroni (FDP) wollten nichts von Einzelfällen wissen.

Würth nannte das – vermutete – Zusammenspiel zwischen dem engsten Vertrauten von Alain Berset und der Chefetage von Ringier ein «System». Das Vorgehen habe eine «Struktur» gehabt.

Mit anderen Worten: Das Ganze war geplant und durchexerziert und diente einem bestimmten Ziel.

Journalismus ohne Hilfe aus dem Bundeshaus: Danke für Ihre Unterstützung.

In seiner Verzweiflung erwähnte Molina immer wieder das juristische Verfahren gegen Bersets Ex-Sprecher Peter Lauener. Man müsse abwarten, was dieses ergebe.

Molina ist Politiker. Er sollte wissen, dass es nicht nur um die strafrechtliche Seite geht. Die politische Frage lautet: Ist Alain Berset als Mitglied der Landesregierung noch tragbar?

FDP-Mann Caroni zeichnete derweil ein desaströses Bild des SP-Bundesrats. Ob dieser nun Bescheid gewusst hatte über die unzähligen Kontakte zwischen Lauener und Ringier-CEO Marc Walder oder nicht: In beiden Fällen habe Berset ein Problem.

Denn entweder pfiff er auf die Kollegialität und die Geheimhaltung und instrumentierte einen Verlag aktiv. Oder er hatte keine Ahnung davon, was direkt vor seiner Nase geschah, was eine eklatante Führungsschwäche dokumentieren würde.

Der Linke Molina blieb bis zum Schluss bei seiner abenteuerlichen These. Das alles sei nur eine Schmutzkampagne gegen das Zugpferd der SP wenige Monate vor den Wahlen.

Wundervoll, wie man die eigene Seite vom Täter zum Opfer machen kann.

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Bild oben: Screenshot SRF

Pure Schizophrenie

Die NZZ schlüsselt die Ereignisse rund um Alain Berset und den Verlag Ringier auf. Einige Seiten weiter zieht sie über einen Massnahmenkritiker als «Coronaverharmloser» her. Eigentlich müsste die Redaktion selbst merken, wie absurd das ist.

Die Hauptarbeit haben die Blätter von CH Media gemacht, die an die Ermittlungsprotokolle in dem Fall gelangt sind; ich habe dazu bereits geschrieben. Nun ziehen die anderen Zeitungen nach. Allen gemeinsam ist, dass sie das, was – gemäss ersten Verdachtsmomenten, es gilt die Unschuldsvermutung – zwischen dem Bundeshaus und Ringier lief, nicht besonders prickelnd fanden.

Die NZZ führt in ihrem Beitrag vom Montag (hinter Bezahlschranke) besonders deutlich aus, dass, wenn alles so war wie vermutet, der «Blick» die Indiskretionen aus Bersets Departement mit Gehorsamkeit bezahlte. Sprich: Was immer der Bundesrat anordnete oder vor hatte, wurde mit Wohlgefallen beschenkt. Damit half die Zeitung wacker mit, bei der Bevölkerung eine Akzeptanz zu erreichen. Es ist ja in der Tat bestechend, mit welchem Gleichmut bis hin zur Begeisterung die Schweizer die Spaltung der Gesellschaft, das diskriminierende Zertifikat und damit verbunden einen faktischen Impfzwang entgegennahmen. Die Medien haben das ihre dazu beigetragen (übrigens nicht nur der «Blick»).

Das gezeichnete Bild in der NZZ ist stimmig, auch wenn das hochdekorierte Blatt unter uns gesagt früher zu dieser Schlussfolgerung hätte kommen können. Was mich mehr verwirrt, ist die Tatsache, dass die «Neue Zürcher Zeitung» zwar endlich merkt, wie die öffentliche Meinung gezielt gesteuert wurde, nun aber diese Manipulation nun munter weiterträgt.

Meine Arbeit dank Ihrem Beitrag: Herzlichen Dank!

In derselben Ausgabe ist eine Reportage (Bezahlschranke) zu finden, für die eine Journalistin einen Abend beim Massnahmenkritiker Daniel Stricker verbracht hat. Dieser hat kürzlich ein Buch mit dem Titel «Das Buch der Schande» herausgebracht und ist nun unterwegs mit seiner «Tour der Schande». Angekündigt ist das Ganze als kabarettistisches Ereignis mit Musikbegleitung.

Stricker darf sich getätschelt sehen, dass die NZZ seiner Premiere so viel Platz einräumt. Weniger gebauchpinselt dürfte er über den Begriff «Coronaverharmloser» sein, der ihm dort übergestreift wird. Aber das ist weniger sein Problem als das der NZZ. Denn wer diesen Begriff nach all dem, was in den letzten Monaten ans Tageslicht kam, immer noch verwendet, ist ein Realitätsverweigerer. Liest man dann noch einige Seiten vorher, wie mutmasslich ein Bundesrat gezielt Medien einsetzte, um seine evidenzlose und unverhältnismässige Politik durchzusetzen, wird es vollends absurd.

Dämmert es der NZZ wirklich nicht, dass jemand, der die Massnahmen kritisiert hat, nichts verharmlost, sondern die Dinge in den richtigen Kontext gestellt hat? Macht es Sinn, einerseits aufzuzeigen, mit welch gezinkten Karten Regierung und Behörden gespielt haben und andererseits die Leute, die seit ewig darauf aufmerksam machen, ins Abseits zu stellen?

Zumal das mit dem «Verharmloser» sowieso ein inhaltsleeres Totschlagargument ist, das ich selbst auch oft genug gehört habe. Was genau hat es mit einer Verharmlosung zu tun, wenn man darauf hinweist, dass ein Virus, das klar definierte Risikogruppen trifft, nicht dazu dienen sollte, die ganze Gesellschaft in Geiselhaft zu nehmen und die Grundrechte in die Tonne zu treten? Ich persönlich nenne das nicht Verharmlosung, sondern Verantwortung.

Das Ganze zeigt: Wir haben noch einen langen Weg vor uns. Eine Enthüllung mag noch so gross sein, es reicht nicht, um die Reflexe auszuschalten, die sich eingeschlichen haben. Kritik ist Verharmlosung, Zweifel ist Verschwörungstheorie und so weiter. So lange das so funktioniert, wird sich gar nichts bessern. Denn was die NZZ in der Sache Berset/Ringier kritisiert, führt sie damit auf anderem Weg weiter: Mit einem «Framing», das Leute ins Abseits stellt.

Ihre Unterstützung für ein wirklich unabhängiges Medium: Hier alle weiteren Informationen.

Die falsche Art von «Deep Throat»

Die Ereignisse rund um das Departement von Alain Berset und den Verlag Ringier erstaunen mich nicht. Das konnten wir ja jederzeit alles live mitverfolgen. Das Problem ist ein anderes: Es braucht indiskrete Leute innerhalb des Staates – aber sicher keine, welche die Machenschaften des Staats stützen.

Für den gesamten folgenden Text gilt für alle Erwähnten die Unschuldsvermutung (mit Ausnahme von Nixon vielleicht).

Als US-Präsident Nixon zu Fall kam, war das einer Quelle zu verdanken, die heimlich mit Journalisten zusammenarbeitete. Codename: Deep Throat.

Ähnliche Beispiele gibt es in der Geschichte viele. Sie folgen alle derselben Mechanik: Wann immer auf dieser Welt Leute aus den Schaltstellen der Macht etwas ausplaudern, das sie nicht ausplaudern dürften, war das Ergebnis danach, dass die Macht litt. Ihr flog etwas um die Ohren, das keiner hätte wissen sollen.

Es gibt gute Gründe, warum «Whistleblower», die Ungerechtigkeiten oder Korruption ans Tageslicht zerren, einen gewissen – wenn auch keinen ausreichenden –Schutz geniessen. Wir brauchen sie.

Das ist der Sinn eines Maulwurfs. Und nur das.

Was gemäss aktuellen Verdachtsmomenten zwischen Alain Bersets Departement des Innern und dem Verlag Ringier lief, hat nichts damit zu tun. Hier ging es um eine Festigung der Macht, darum, das, was die Regierung beziehungsweise Teile davon bei der Bevölkerung installieren wollten, mit Hilfe eines Mediums zu verbreiten. Das hat keinen Hauch von «Deep Throat», und Julian Assange bekommt in seiner Gefängniszelle Schnappatmung.

Wirklich unabhängigen Journalismus unterstützen: So geht das.

Das ist eine neue Qualität, wobei ich das Wort nicht positiv meine. Ebenfalls neu ist, wie lange und wie offensichtlich das Ganze völlig ungetarnt vor unseren Augen laufen konnte, ohne dass jemand aufmuckte. Was die «Schweiz am Wochenende» verdankenswerterweise in Form von Ermittlungsakten enthüllt hat, wusste jeder, der mit offenen Augen Zeitung liest. Es war stets völlig klar, dass Ringier früher mehr wusste als alle anderen. Ich habe zahllose Male darüber geschrieben.

Nur leider sonst kaum jemand. Deshalb erstaunt mich die Empörung, die nun bei Konkurrenzverlagen von Ringier laut wird. Als hätten die nicht mitgekriegt, dass die Kollegen von «Blick» und Co. immer im Vorteil waren.

Damals durften sie sich aber leider darüber nicht aufregen. Weil unterm Strich bei ihnen ja nichts anderes stand als in den Ringier-Blättern, wenn auch später. Auch Tages-Anzeiger, NZZ und sämtliche Zeitungen von CH Media wie St.Galler Tagblatt etc. haben der Regierung stets brav die Stange gehalten. Und sie wollten sich bei dieser nicht unbeliebt machen, indem sie Fragen stellen zur Ungleichbehandlung ihrer Journalisten.

Und so kam es, dass Alain Berset zum Ringier-Posterboy wurde, einen an Peinlichkeit kaum zu überbietenden Auftritt in der ersten Ausgabe des neuen Magazins «Interview by Ringier» inklusive. Man gab ihm, und er gab zurück. Tag für Tag vermeldeten die Ringier-Blätter alarmierende Coronazahlen, hinterfragten nie Massnahmen und diffamierten Kritiker der Coronapolitik. Dafür spurten sie vor, indem sie den Gesamtbundesrat vor vollendete Tatsachen stellten mit der Hilfe von gezielten Indiskretionen. Wenn alles stimmt, was ihm vorgeworfen wird, ist Alain Berset die Vollendung des medialen Politikers: Er brauchte weder Sitzungen noch Mehrheiten, er drückte seine Linie mit der Hilfe des Zeitungsstands am Kiosk durch.

Ich hätte sehr gern jede Menge Maulwürfe in der Bundesverwaltung gehabt zu Coronazeiten. Leute, die enthüllen, wie evidenzlos die Massnahmen sind, wie falsch die Aussagen rund um die Impfung, wie sinnlos die Testerei. Es wären sicherlich mehr als genug Belege herumgelegen beim Bundesamt für Gesundheit oder in der Chefetage rund um Alain Berset. Das wäre eine Heldentat gewesen: Durch gezielte Indiskretion aufzeigen, wie wir an der Nase herumgeführt oder einfach blank angelogen werden.

Das wollte aber keiner machen. Wie auch? Gäbe es bei einem Bundesamt jemanden mit Herz (oder, pardon, mit Eiern), der solche Informationen herausgegeben hätte, wäre er bei den Medien angestanden. Niemand hätte sie publizieren wollen. Weil sie gegen das sprachen, was als einheitliche Linien herausgegeben worden war. Und zwar nicht nur bei Ringier, übrigens.

Der einzige Maulwurf, den es – gemäss den Vorwürfen – in diesem Fall gab, war ein gezielter, einer, der ein bestimmtes Medienhaus mit den Informationen fütterte, von denen man wollte, dass sie auskommen.

Zur Information an die beteiligten Ringier-Journalisten: Einen Pulitzerpreis kriegt man dafür nicht. Aber vielleicht einen bequemen Job beim Bund.

Danke für Ihre Hilfe, damit diese unbequeme Stimme am Leben bleibt.

Ein (sehr) persönlicher Erfahrungsbericht

Wie ist das so als Journalist, der drei Jahre lang gegen 99 Prozent seiner Kollegen anschreibt? Anstrengend und wunderschön zugleich. Ich gebe Euch als meine Leser hier gern einige Einblicke.

Zunächst: Ich bin es meinem selbstlosen und mutigen Verleger schuldig, darauf hinzuweisen, dass ich über dieses Thema schon in meinem Buch «Schreib!» einiges erzählt habe. Ihr findet es hier und könnt es hier auch bestellen. Ich mag das Buch, offen gesagt. Es freut mich, wenn es sich weiter verbreitet.

Nun zum Thema. War es lustig, einer von einem geschätzten halben Dutzend Journalisten in der Schweiz zu sein, die sehr früh nicht an die Geschichte glaubten, die uns der Staat servierte?

Nein, war es nicht. Ich kann gar nicht mehr sagen, wie oft mir ein qualvoller, langsamer Tod gewünscht wurde, was ich alles via Post erhielt, welche Anfeindungen über andere Medien kamen. An guten Tagen hatte ich damit kein Problem. An schlechten nagte es an mir.

Aber irgendwie war es dennoch selbstverständlich. Ich konnte gar nicht anders. Denn dem Staat nicht einfach zu glauben: Das war vor 30 Jahren, als ich diesen Beruf ergriff, noch eine Voraussetzung. Ein gesundes Misstrauen, die Bereitschaft, alles zu hinterfragen, nicht über persönliche Vor- und Nachteile nachzudenken: Meine Generation hielt das für normal.

In diesem Sinn: Es brauchte für mich persönlich keinen Mut, sich der Entwicklung entgegenzustellen. Es war einfach nur das, von dem ich glaube, dass es Journalismus ausmacht. Vermutlich hätte ich auch beim staatlich verordneten Unsinn mitgemacht, wenn ich 20 oder 30 Jahre später zur Welt gekommen wäre.

Danke für Ihre Unterstützung meiner Arbeit.

Ich verfolge das Prinzip des gesunden Misstrauens. Ich glaube nichts einfach so. Aber wenn man mich eines Besseren belehrt, gebe ich gern zu, falsch gelegen zu haben. Nur hat das auch drei Jahre nach dem Beginn des Ganzen keiner geschafft. Die Welt, die ich betreten habe, bestand daraus, Andersdenkende frühzeitig zu diskriminieren und denunzieren, so dass es gar nicht erst möglich war, eine andere Sicht der Dinge zu deponieren.

Was mich natürlich noch misstrauischer macht. Wer hat solche Methoden nötig? Wer hat so schlechte Argumente, dass er Gegenredner zerstören muss?

Rund zwei Jahre lang habe ich bei der Zeitung «Die Ostschweiz» Gegensteuer gegeben. Als das nicht mehr möglich war, habe ich mich auf meinen persönlichen Blog und die wenigen Medien konzentriert, die noch nach diesem Muster funktionieren: Lass jede Meinung zu, und diejenige mit den besten Argumenten gewinnt. Es sind sehr, sehr wenige, die dieses System noch pflegen.

Was ist eigentlich so schrecklich daran, wenn man dagegen hält? Wer überzeugt ist von seiner eigenen Wahrheit, sollte keine Angst haben vor Widerrede. Nimm deine Argumente und schlag mich damit! Was ist daran so schwer?

Aber mal ehrlich, nach nunmehr drei Jahren in diesem Irrsinn: Wie viele Argumente haben die Leute noch, die behaupten, dass all das, was getan wurde, nötig und verhältnismässig war, um eine tödliche Gefahr für die Allgemeinheit abzuwenden?

Eine ganze Reihe meiner Berufskollegen verarbeitet im Alltag offenbar persönliche Probleme. Einer vom «Tagesanzeiger» ist überzeugt, dass er jederzeit an irgendwas sterben könnte, ein Hypochonder wie aus dem Bilderbuch. Eine Dame von «20 Minuten» ist für die ihr zugedachte Arbeit derart grotesk unterqualifiziert, dass sie sich nur mit der Panik-Tröte zu helfen weiss. Bei CH Media besetzt man das Wissenschafts-Ressort offenbar mit der Hilfe von Würfeln. Und so weiter und so fort.

Ich habe nichts gegen mangelnde Kompetenz. Bei 90 Prozent der Themen, über die ich schreibe, bin ich persönlich absolut inkompetent. Das ist uns Journalisten eigen, wir können ja unmöglich Bescheid wissen über alles, was auf uns zukommt. Aber meine Aufgabe ist es ja auch nur, die richtigen Worte zu finden. Deshalb frage ich jeden, der mehr weiss als ich, aus. Ich mache mir ein Bild aus allen Stimmen. Ich frage buchstäblich jeden. Völlig ergebnisoffen.

Genau das ist nicht mehr geschehen in den letzten drei Jahren. Gefragt wurde nur noch, wer das Gewünschte zu sagen wusste. Hier liegt das Problem des Journalismus. Er hat sich selbst kastriert. Das Motto war: «Du bist gegen die aktuelle Coronapolitik? Dann spreche ich nicht mit dir.» Was soll bitte daraus Sinnvolles hervorgehen?

Es ist der nackte Wahnsinn, wie offensichtlich offene Fragen wie die Auswirkungen der Impfung einfach ausgeblendet und alles dem Coronavirus zugeschrieben wurde. Das hätte es, sorry für den Schuss Nostalgie, vor 30 Jahren im Journalismus nicht gegeben. Wir hätten einfach wissen wollen, was die Wahrheit ist. Ohne diese im Voraus zu definieren. Denn wir haben damals für unsere Leser gearbeitet. Und nicht für Alain Berset oder das Bundesamt für Gesundheit.

Ich bin 51 Jahre alt und muss noch einige Jahre in diesem Beruf überleben. Daher tue ich mir damit selbst keinen Gefallen. Es wäre einfacher, wenn ich mich einreihen würde unter die Leute, die einfach mitmachen, aber leider wurde mir die schonungslose Ehrlichkeit mit auf den Weg gegeben.

Daher sage ich frei heraus: Glauben Sie Journalisten gar nichts. Jedenfalls nicht denen der «neuen Generation». Sie sind Instrumente ihrer Verlage, die andere Ziele verfolgen als die zu Ihrem Vorteil. Sie haben nicht die Wahrheit im Visier. Das Wohl der Gesellschaft interessiert sie keinen Deut. Sie lassen sich einspannen für andere Ziele.

Es gibt eine Handvoll von Medien, auf die das nicht zutrifft, und wenn Sie mir vertrauen, dürfen Sie auch meiner Auswahl vertrauen. Sie finden sie hier. Aber darüber hinaus: Sie werden – wenn Sie Abonnent sind, für sehr viel Geld – angelogen. Tag für Tag. Sie sind das Opfer einer Agenda, die nichts mit der Wahrheitssuche zu tun hat, die für mich damals vor 30 Jahren völlig selbstverständlich waren.

Hätte ich eine Zeitmaschine, würde ich heute einen anderen Beruf wählen. Ich schäme mich für das, was aus dem geworden ist, was einst mein ultimatives Ziel war.

Aber ich kann nichts anderes. Also mache ich weiter.

Mehr davon? Dank Ihrer Hilfe. Und NUR dank Ihrer Hilfe.

Manipulation via Umfrage

Werdet Ihr Euch noch einmal impfen lassen? Oder nicht mehr? Für «20 Minuten» gibt es nur Leute, die noch mehr oder eben nicht mehr wollen, aber keine, die von Tag 1 an verzichtet haben. Es ist ein weiteres Beispiel für mediale Manipulation.

Für den «Nebelspalter» habe ich schon einmal über die Methode geschrieben: Wie Onlinezeitungen die bei ihnen beliebten Leserumfragen gezielt dazu benützen, ein Resultat zu erhalten, das ihnen garantiert in den Kram passt.

Damals ging es um die Aktionen sogenannter «Klimaaktivisten». Die Optionen ermöglichten es nur, zu sagen, dass man sie toll findet bis hin zu «es bringt nichts». Letzteres suggeriert, dass es nötig wäre, doch leider nicht zum Ziel führt. Aber wer deponieren wollte, dass er das Ganze unnötig oder gar daneben findet, der stand an.

Damit war von Anfang an klar: Die Umfrage konnte kein generelles Votum gegen die illegalen Aktivitäten der Klimakleber werden. Weil man das einfach nicht will in den Zeitungsstuben.

Nun ein neues Beispiel. Es steht im Zusammenhang mit einem Bericht über eine neue Variante von SARS-CoV-2, die natürlich mal wieder wahnsinnig ansteckend ist. Irgendwo im Text ist dann der Hinweis darauf versteckt, dass es bisher keine Anzeichen für eine besondere Gefährdung gibt, aber zuerst muss man ja mal brav die Panik schüren. Es ist sogar die Rede davon, dass man frühzeitig an Massnahmen gegen die Verbreitung denken müsse. Sie haben einfach nichts gelernt.

Danke für Ihre Unterstützung meiner Arbeit.

Aber nun zur bewussten Umfrage, die den Beitrag begleitet. Die Fragestellung lautet: «Bist du schon mit dem angepassten Impfstoff geimpft worden?

So sehen die Antwortmöglichkeiten aus:

Gemerkt? Es gibt keine Option «Ich habe mich noch nie gegen Covid-19 impfen lassen». Die «beste» Auswahl für jemanden, der ungespritzt ist und auch nicht vor hat, das nachzuholen, sind die zweit- und drittletzte Option. Man kann deponieren, dass man sich «nicht mehr» gegen Covid-19 impfen lassen will oder ganz generell nicht mehr vor hat, sich eine Impfung zuzuführen – was mit dem Thema sowieso nichts zu tun hat.

Wir sprechen hier nicht von 2 bis 3 Prozent der Leser, auf die das zutreffen könnte, sondern von einer signifikanten Minderheit im Bereich von 30 Prozent. Die werden einfach ausgelassen. Damit nicht sichtbar wird, wie viele Menschen nie etwas davon gehalten haben, sich diesem Experiment auszusetzen.

Zum Zeitpunkt dieser Zeilen hat übrigens eine überwältigende Mehrheit von über 60 Prozent der Befragten die beiden Optionen gewählt, die man bei «20 Minuten» wohl nicht wollte: Keine Impfung mehr – gegen Covid-19 oder generell.

Aber nun das Problem: Dieses Resultat kann so dargestellt werden, als hätte sich diese Mehrheit bisher brav impfen lassen, habe nun aber genug davon, weil die «Gefahr» zurückgegangen ist. Was fehlt, ist ein klares Bild darüber, wie viele Menschen nie auf die Idee gekommen sind, sich die Spritze zu geben.

Wer solche Umfragen macht, tut das bewusst. Er oder sie konstruiert ein Vehikel, das es ermöglicht, die Geschichte weiter so zu erzählen wie gewünscht.

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Golfplätze als Sinnbild für Unsinn

Ende 2020 durfte man in der Schweiz nicht mehr Golf spielen. Man hätte ja im dichten Gedränge das Coronavirus verbreiten können. Schön, dass ein Gericht das im Nachhinein als absurd erkannt hat. Unschön, dass vorher kaum einer aufmuckte. Und die Medien? Die schweigen es mal wieder tot.

Ich bin kein Golfer. Vermutlich müsste ich einige Jahre am Abschlag üben, bis ich überhaupt den Ball treffe. Seit der Sport nicht mehr superelitär ist, hat er aber durchaus meine Sympathie. Man ist an der frischen Luft und legt in gemütlichem Tempo einige Kilometer zurück. Und vor allem: Man bewegt sich nicht dicht gedrängt in Horden, was ganz und gar nicht mein Ding ist.

Dennoch befand es der Bund Ende 2020 für notwendig, auch Golfplätze dicht zu machen. Das war die Zeit, als man nichts begründen musste und den gesunden Menschenverstand an der Garderobe abgeben durfte. Es reichte, etwas von «Gefahr» zu flüstern. Erstaunlich und befremdend, wie widerstandsfrei die Anordnung von der «offiziellen» Golf-Schweiz entgegengenommen wurde. Aber Verbände haben sich in der Coronazeit ohnehin als ziemlich mutbefreite Truppen entpuppt.

Es benötigte den Präsidenten eines lokalen Tessiner Golfclubs, glücklicherweise Rechtsanwalt von Beruf, um das Thema wenigstens halbwegs in den Medien zu halten. Sein Club verweigerte sich zusammen mit zwei weiteren der Direktive und liess den Platz an einem Tag im Februar 2021 offen. Weil gerade keine Banken überfallen und keine Leute entführt wurden, hatte die Polizei genügend Zeit, sich diesem schrecklichen Verbrechen zu widmen. Sie rückte aus und schloss die Plätze wieder – inklusive Anzeige gegen die renitenten Clubpräsidenten. Die «Weltwoche» hat darüber berichtet.

Entsprechend landete das Ganze vor Gericht. Und das Verdikt der Richterin war klar: Golfen ist kein geeignetes Mittel, das Virus zu verbreiten. Wie denn bitte auch? Und es ist wirklich gefährlicher, auf einem weitläufigen Gelände einen Ball zu suchen, als sich am Skilift anzustellen?

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung meiner Arbeit.

Natürlich nützt die nachträgliche Richtigstellung den Golfclubs wenig. Aber es ist ein gutes Beispiel für den Irrsinn, der sich nahezu widerstandslos abgespielt hat. Man konnte wirklich selbst die groteskeste Entscheidung ohne jede Basis von Evidenz verfügen.

Interessant auch, dass neben der «Weltwoche» und einigen Tessiner Lokalblättern keine einzige Zeitung über das Urteil berichtete. Den Namen Luca Allidi – so hiess der kampfbereite Clubpräsident – sucht man in der Schweizer Mediendatenbank mit Ausnahme der erwähnten Medien vergebens. Während sonst jeder Mückenhuster rund um Corona eine Schlagzeile wert war, haben die Journalisten offensichtlich keine Lust, offenzulegen, dass eine von ihnen anstandslos geschluckte Massnahme reiner Mumpitz war.

Entscheidend ist eben nicht nur, was Zeitungen schreiben. Spannend ist auch, was sie bewusst verschweigen.

Eine Anleitung im Kampf gegen «Reichsbürger»

Immer mehr Leute wenden sich vom Staat ab. Der findet das gar nicht lustig und will gegen Auswüchse vorgehen. Mein Tipp an den Staat: Mach deine Arbeit wieder ordentlich, dann verschwindet auch der Widerstand.

«Reichsbürger-Mentalität schwappt vermehrt auf die Schweiz über», weiss das Onlineportal «Watson», das sich immer mehr zu meinem Lieblingsmedium entwickelt. Nichts ist zu grotesk, um dort nicht gewürdigt zu werden.

Das dort geschilderte Problem: Immer mehr Menschen würden sich «vom Staat abwenden». Das äussert sich in wahrhaft dramatischer Weise. Zitat: «Briefe kommen ungeöffnet zurück, Aufforderungen der Ämter werden ignoriert, Aussagen werden verweigert. Teilweise treten diese «Querulanten» auch gegenüber den Behörden aggressiv auf.»

Das finden die Leute, die diese Briefe verschicken und Aufforderungen versenden, natürlich nicht besonders lustig. Die Zürcher Justizdirektorin Jacqueline Fehr darf sich in dem Artikel beklagen. Auf demokratischem Weg dürfe man sich natürlich gegen staatliche Massnahmen wehren (vielen Dank!), aber es sei problematisch, «wenn daraus eine grundlegend antistaatliche Haltung wird.» Und weiter sagt Frau Fehr: «Wir müssen rasch und entschieden gegen solche Entwicklungen antreten.»

Ich teile die Analyse. Der Staat ist, zumindest, bis uns eine bessere Form einfällt, der Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält. Allerdings würde ich, wenn ich der Staat wäre, zunächst einmal die recht banale und entscheidende Frage stellen: Warum ist das so? Wie kam es zu dieser Entwicklung? Haben wir allenfalls etwas falsch gemacht?

Danke für Ihre Unterstützung – die vergangene und die künftige.

Zur Erinnerung: In den letzten drei Jahren hat sich dieser Staat nicht mehr um sein eigenes Fundament gekümmert, dieses kleine Detail namens «Verfassung». Mehr noch, sie wurde am Laufmeter missachtet. Bürgern wurden Grund- und Freiheitsrechte aufgrund einer künstlich fabrizierten Gefahr willkürlich entzogen. Wer aufmuckte, musste mit Sanktionen rechnen. Der Staat höchstpersönlich hat eine Front zwischen zwei Gruppen errichtet und es der einen durch seine Politik erlaubt, auf die andere einzudreschen.

Könnte das allenfalls eine Ursache für die wachsende Staatsverdrossenheit sein?

Diese Ursachenforschung meint Frau Fehr aber vermutlich nicht, wenn sie sagt, man müsse «rasch und entschieden gegen solche Entwicklungen antreten». Denn immerhin hat sie die Justiz unter sich. Sie meint daher wohl eher, dass man solchem zivilen Widerstand juristisch entgegen treten müsste. Also: Mehr Beobachtung, mehr Verfolgung, mehr Bestrafung der Leute, die nicht zufrieden sind damit, wie sich der Staat entwickelt.

Das ist natürlich einfacher, als sich zu fragen, ob man das allenfalls selbst verschuldet hat. Völlig unverhältnismässig und ohne jeden Anlass.

Zur Erinnerung: Wir Bürger sind der Staat. Die Leute, die Briefe versenden, sind unsere Angestellten. Wir bezahlen ihre Löhne. Und wir haben ein Recht darauf, dass diese Leute unsere Interessen wahren, statt sie mit Füssen zu treten.

Wenn man also Angst hat vor «Reichsbürgern» (übrigens ein seltsamer Begriff in der Schweiz, das nie ein «Reich» war), sollte man die Repräsentanten des Staats anhalten, die Regeln einzuhalten, die Verfassung zu achten und die Grundrechte ernst zu nehmen. Dann klappt’s auch mit dem Nachbarn.

Aber die Prioritäten sind ja klar. In Deutschland ging das grösste Polizeiaufgebot seit Jahrzehnten auf einige Dutzend Leute los, die mit alten Jagdgewehren und Armbrüsten angeblich den Umsturz planten. Einige Wochen später konnten junge Migranten in der Silvesternacht recht ungehindert Jagd auf Menschen machen.

Gefahren werden heute nicht mehr real eingeschätzt, sondern politisch. Das ist das wahre Problem. Und nicht die paar Leute, welche die Nerven verlieren, weil die Staatsbehörden schlicht vergessen haben, was ihre Aufgabe wäre.

Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus – es geht ganz einfach.

Ablenkung ist Trumpf

«Wag the dog» könnte man die Mechanik nach dem gleichnamigen Film nennen. Wenn wichtige Themen anstehen, die für den Staat unangenehm werden können, muss er mit seinen medialen Partnern einfach andere Dinge hochschaukeln – und die dumbe Masse spielt mit. Hier einige Beispiele.

Die Verfassung wird dieses Jahr 175. Grosses Jubiläum. Allerdings haben wir sie in den letzten drei Jahren mit Füssen getreten. Sollen wir darüber sprechen?

Der Bildungsrückstand unserer Kinder nach Jahren mit mehreren «Home schooling»-Phasen, das psychische Befinden unserer Jüngsten nach der Massnahmenkaskade der Vergangenheit: Sollen wir darüber sprechen?

Ruinierte Existenzen, gut gehende Gastrobetriebe und Kulturveranstalter, die in die Knie gezwungen wurden durch unnötige Schliessungen und Einschränkungen: Sollen wir darüber sprechen?

Nein, bitte nicht. lasst uns das alles vergessen. Das wünscht sich der Staat, der das alles angeordnet hat. Und dabei helfen ihm die Medien, die das alles nach Kräften unterstützt haben.

Und damit man nicht darüber sprechen muss, gilt es, alle möglichen Nebenschauplätze zu bespielen. Dinge, die viel, viel wichtiger sind gerade. Zum Beispiel an diesem Sonntag, 8. Januar 2023.

Ein paar Beispiele gefällig?

Mehr davon? Kostenlos? Das gibt es. Dank Ihrer freiwilligen Unterstützung.

nau.ch stellt einen Mitarbeiter vor, der beim «Dry January» auf Alkohol verzichtet. Als Topstory. Ausserdem im Angebot: «Luca Hännis Verlobte wird nackt in Garderobe erkannt». Dann ein paar Auszüge aus der Biografie von Prinz Harry. Die Wetterprognose mit den Schneeaussichten. Und ein Erdbeben auf dem Inselstaat Vanuata, wo auch immer das ist.

watson.ch informiert uns, welche Feiertage die verschiedenen Kantone haben. Ausserdem gibt es in der Schweiz weniger Ladestationen für E-Autos als anderswo. Dann gibt es noch «19 lustige Vorher-Nachher-Bilder» von Paaren mit Kindern. Und natürlich werden wir auch hier in Kenntnis gesetzt, wie tief runter es in den nächsten Monaten schneit.

blick.ch setzt uns in Kenntnis vom durchschnittlichen Vermögen der Nidwaldner. Und sagt uns, wo Ski-Ass Marco Odermatt seinen Sieg feiert. Ein Fussballspieler, von dem ich noch nie gehört habe, wurde am Flughafen mit Kokain erwischt: Offenbar ist er ein «Star». Auf einer Ski-Piste in Ischgl herrschte Stau. Eine Tragödie.

«20 Minuten» informiert uns über Ungereimtheiten in der TV-Sendung «Höhle der Löwen». Was es kaum tun würde, wenn der entsprechende TV-Sender nicht vom Konkurrenten CH Media betrieben würde, sondern von Tamedia, dem «20 Minuten» gehört. Cathy Hummels «schummelt bei Blütel-Bild», erfahren wir weiter, wobei das vermutlich «Blüttel» heissen sollte und mir niemand einfällt, der unwichtiger ist als Cathy Hummels.

Aber nun sind wir alle schlauer. Die wirklich wichtigen Dinge im Leben wurden enthüllt. Mein Dank geht an die unermüdlichen Journalisten der grossen Verlagshäuser.

Danke für Ihren Beitrag an meine Arbeit.

Gestatten: Der Höllenhund

Eine neue Variante von Covid-19 ist auf dem Weg in die Schweiz. Sie ist höllisch ansteckend und wird folgerichtig als «Höllenhund» bezeichnet. Besonders gefährlich scheint sie nicht zu sein – aber mit dieser Feststellung können unsere Medien natürlich nicht leben.

Wer mehr darüber wissen will (warum auch immer), kann die schnelle Laufbahn des Höllenhunds beispielsweise hier nachlesen. Der Artikel ist hinter einer Bezahlschranke, man kann ihn aber recht einfach zusammenfassen. Covid-19 präsentiert sich mal wieder in leicht veränderter Zusammensetzung, man kriegt das Virus nun angeblich schneller, über schwerere Verläufe als bei den Vorgängern ist nichts bekannt.

Und weil man aktuell keine Panik verbreiten kann, tut man das eben auf Vorrat: Die WHO ist sicherheitshalber schon einmal beunruhigt. Und wenn es die WHO ist, dann ist es die «Wissenschaftsredaktion» der Blätter von CH Media natürlich auch.

Apropos Wissenschaftsredaktion: Wie viele wirklich wichtige Themen aus diesem Bereich bleiben eigentlich liegen, weil die Hysterikerfraktion in der Redaktion einfach nicht loslassen kann und/oder will? Irgendwie sind diese Leute schwer angetrunken vom Ruhm der letzten drei Jahre. Immerhin haben sie vor Corona weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit publiziert, nun schaufelte man ihnen plötzlich die halbe Zeitung frei. Klar, dass sie nun unter der Angst leiden, es könnte bald wieder so weit sein.

Aber der persönliche Ehrgeiz dieser Journalisten ist teuer erkauft. Er wird genährt auf Kosten der Leserschaft, die man gerne in der Angstspirale halten möchte. Ein mit dem wissenschaftlichen Kürzel des Virus gespickter Beitrag, in dem rein gar nichts Neues steht, der uns aber gegen Schluss von der «Sorge» der WHO informiert: Was ist das mehr als der verzweifelte Versuch, die Leiche wieder auf die Beine zu stellen?

PS: Gemäss dem Artikel ist der Übername «Cerberus», auf Deutsch eben Höllenhund, das Ergebnis einer Twitterbefragung. Wie ernst kann man etwas nehmen, wenn man mal schnell auf Twitter einen möglichst lustigen Namen sucht?

Danke für Ihre Unterstützung meiner Arbeit.

Das Jahr des Schweigens geht zu Ende

Nie war es sinnloser, sich Vorsätze zu nehmen als beim anstehenden Jahreswechsel. Denn was immer man persönlich besser machen möchte: Wir stehen einer Wand aus blindem Gehorsam und Selbstlügen gegenüber. Wir werden 2023 nicht als erneuerte Gesellschaft beginnen. Denn wir haben noch gar nichts aufgearbeitet.

2020 war dem langsamen Aufbau des Wahnsinns gewidmet. 2021 wurde er durchexerziert. Und 2022? Da taten die Verantwortlichen, als sei gar nichts gewesen. Und legten den Grundstein für eine spätere Neuauflage – wann immer es erwünscht ist.

Doch die wirkliche Tragödie: Eine Mehrheit wird auch dann wieder mitspielen.

Wir sind so konditioniert, dass wir nach einer schwierigen Zeit jede Form der Besserung als Erleichterung wahrnehmen. Eine Geisel freut sich, wenn ihr nach einigen Wochen wenigstens die Fusskette abgenommen wird. Es entsteht schon fast ein Gefühl der Dankbarkeit.

Exakt das war 2022 für viele. Es war das Jahr des «Schwamm drüber», des «so schlimm war es gar nicht», des «ist ja alles wieder normal».

Was es natürlich nicht ist. Politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich, vor allem aber, was die Wahrnehmung vieler Menschen betrifft. Sie wurden umprogrammiert. Sie nehmen es inzwischen als völlig in Ordnung wahr, wenn die Politik mal schnell den Krisenmodus ausruft und sich jedes Recht nimmt, über die Allgemeinheit zu verfügen.

Es gibt sichtbare Auswirkungen der letzten drei Jahre, und sie werden uns noch lange beschäftigen: Der Bildungsrückstand unserer Kinder, gebeutelte bis ruinierte Unternehmen, entzweite Familien. Mit Blick auf das neue Jahr, vor dem wir stehen, ist aber viel verhängnisvoller, was im Innern vieler geschehen ist. Wirklich tragisch ist das Ausbleiben einer Reaktion auf die sogenannte «neue Normalität». Dass klaglos akzeptiert wurde, wie wir auf Knopfdruck unserer Rechte beraubt werden können – notabene ohne echte wissenschaftliche Grundlage.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung im vergangenen Jahr. Auch 2023 werde ich für Sie da sein – dank Ihrem Beitrag an meine Arbeit.

Offensichtlich sehnen sich viele nach einer ordnenden Hand, nach klaren Regeln, nach Fremdbestimmung. Sie wollen nicht hinterfragen, was verfügt wird, sondern es einfach ausführen. Und ihre Wut gehört nicht den Mächtigen, sondern den Leuten, die nicht bereit dazu waren und sind.

Wer keine Maske trug, wo sie schlicht keinen Sinn machte, wurde zum Spiegel für die Maskierten. Diese erkannten sich selbst und ihre Niederlage als selbstbestimmtes Individuum in ihrem Gegenüber. Das war es, was ihre Wut entfacht hat. Das Bewusstsein, sich aufgegeben zu haben. Statt sich selbst zu hinterfragen, richteten sie den Zorn auf ihren Spiegel. Oder griffen zum Telefonhörer, um das harmlose Familienfest der Nachbarn den Behörden zu melden. Eine Gesellschaft, die sich diebisch freut, wenn eine Minderheit aus dem Alltagsleben ausgeschlossen wird, ist moralisch verdorben. Aber eine Gesellschaft, die sich nicht einmal eines Besseren besinnt, wenn die Wahrheit offensichtlich ist, ist zusätzlich nicht – sagen wir es diplomatisch – besonders intelligent.

Und nun: Was tun?

Die politischen Mehrheiten lassen sich – theoretisch – verändern. Spätestens im Herbst 2023, wenn wir zur Wahl gerufen sind. Wie aber geht man um mit einer amorphen Masse, die beschlossen hat, in Gegenrichtung zum gesunden Menschenverstand zu marschieren? Was nützt uns ein erneuertes Parlament, das im Zweifelsfall sowieso die Arbeit verweigert und sich blind führen lässt? In Kombination mit einer Bevölkerung, mit der man buchstäblich alles machen kann, ohne dass sich Widerstand regt?

2022 wäre die Gelegenheit gewesen, das Geschehene gemeinsam aufzuarbeiten. Das hätte aber vorausgesetzt, dass die folgsame Mehrheit ihr Handeln hinterfragt. Sie hätte sich beispielsweise fragen müssen: Warum habe ich mich über zwei Jahre lang von irgendwelchen «Coronatickern» verängstigen lassen, mir meine Ferienreise mit einer Spritze erkauft, mich dann aber nicht dafür interessiert, als klar, offensichtlich und erwiesen war, dass das alles in keiner Weise der Erhaltung der Gesundheit diente oder irgendwas mit «Solidarität» zu tun hat?

Die meisten von uns haben 2022 eine komplette Selbstlüge gewählt. Sie schauten weg, wann immer die Wahrheit aufpoppte, sie verweigerten die Debatte bei jeder sogenannten «Verschwörungstheorie», die sich als Realität entpuppte, sie wollten sich nicht auseinandersetzen mit dem Irrtum, den sie mitgetragen haben.

Dieser Blog ist kostenlos. Dank Ihrer Unterstützung bleibt er das auch.

Und das macht diese Leute für das Jahr 2023 so gefährlich. Was kann man ihnen in Zukunft noch alles erzählen – und sie schlucken es? Gegen wen werden sie ihre Wut künftig richten, obwohl sie doch eigentlich wütend auf sich selbst sind? Welche Bevölkerungsgruppe wird man als nächstes völlig evidenzlos zum Sündenbock machen? Ist uns die Zivilcourage nur temporär oder nachhaltig abhanden gekommen? Das sind die Fragen, die Angst machen.

Es gibt einige Berufsoptimisten, die überzeugt sind, dass sich die letzten Jahre nicht wiederholen können. Die glauben, dass wir daraus gelernt haben. Nur sehe ich keine Anzeichen dafür. Wenn man ein durchschnittliches Virus mit ganz bestimmten, eingegrenzten Risikogruppen zur tödlichen Gefahr für die Allgemeinheit hoch schreiben kann, wenn sich das Parlament der Verantwortung entzieht, wenn der ganz normale Bürger nicht wütend ist auf die Lügen, die ihm serviert wurden, sondern auf diejenigen, die diesen Lügen nicht auf den Leim gekrochen sind, wenn das alles möglich war: Wie soll dann daraus plötzlich ein höheres Bewusstsein für die Wahrheit entstanden sein? Es wäre ein kleines Wunder.

Tatsache ist: Wenn die Politik wieder tun will, was sie getan hat, wird sie auch die Medien wieder an ihrer Seite wissen. Diese werden wieder handverlesene «Experten» reden lassen und alle anderen diskreditieren. Die Masse wird wieder gehorsam sein. Die Kritiker werden wieder in der Minderheit und damit Freiwild sein. Es hat sich nichts geändert. Wir sprechen ja nicht einmal über das, was geschehen ist. Weil es zu schmerzhaft ist für die, die es mitgetragen haben.

Aber ja, keine Frage: Ich lasse mich noch so gerne eines Besseren belehren. In diesem Sinn: Ich wünsche allen ein fröhliches neues Jahr.

Danke für Ihren freiwilligen Beitrag.

Hier endet mein Jahr 2022. Danke für alles.

Ich nehme mir die Freiheit, das Jahr einige Tage vor dem offiziellen Ende zu beschliessen. Ich muss mal für ein paar Tage weg. Dringend. Aber ich lasse Euch nicht zurück ohne ein paar zusammenfassende Gedanken.

Ich war nie ein Märtyrer. Ich leide nicht freiwillig für andere Leute. Ich lebe gerne. Ich geniesse gerne. Deshalb verabschiede ich mich demnächst für eine runde Woche, um genau das zu tun: An der Seite der Frau meines Lebens für eine kurze Zeit zu vergessen, in welchem Zustand sich diese Welt befindet. Die wird nämlich nicht besser, wenn ich pausenlos daran denke. Oder darüber schreibe. Ich überschätze meine Wirkung auf den Lauf der Dinge nicht. Ich bin nur ein Windhauch in den Gezeiten.

Aber bevor ich gehe, hier doch noch einige lose Gedanken. Ungeordnet, nicht priorisiert, einfach in die Luft geworfen, frei zum Auffangen. Einfach ein paar Stichworte, die mich nicht loslassen.

Und an dieser Stelle, bevor ich weiterfahre: Danke. Einfach danke. Ich habe mich per 1. November 2022 entschieden, jede Form von Sicherheit in den Wind zu schiessen und mich komplett selbständig zu machen. Weil ich es einfach nicht mehr ertragen habe, in irgendeiner Weise abhängig zu sein von Gehaltszahlungen, die immer und überall verbunden sind mit Erwartungen einer Firma. Ich will jederzeit sagen und schreiben können, was ich denke, und das kann ich nun. Aber ich kann es nur dank Euch und Euren freiwilligen Beiträgen. Ich bin überwältigt von der Solidarität und der Bereitschaft, meine Arbeit zu unterstützen.

Deshalb an dieser Stelle: Euer Beitrag wirkt sich aus. Sehr direkt. Herzlichen Dank.

Und nun mein kleines Best-of:

Solidarität: Die wurde neu definiert. Solidarisch ist jemand, der sich impfen lässt, um sich seine eigenen Wünsche zu erfüllen. Ins Restaurant gehen, an ein Konzert, in den Urlaub. Was auch immer Ihr bisher geglaubt habt, es ist falsch: Solidarisch ist es, wenn man nur an sich selbst denkt, wenn man bereit ist, andere zu diskriminieren, um sich die eigenen Träume zu erfüllen. Praktisch, nicht? Früher war Solidarität mit einem Verzicht verknüpft. Heute gilt man als solidarisch, wenn man nur an sich selbst denkt. Und die Leute glauben es. Sie steigen ins Flugzeug und denken, dass sie das für andere tun. Ich bin fasziniert. Wie schafft man es, den Menschen das einzureden?

Journalismus: Ich wollte diesen Beruf, seit ich 14 Jahre alt bin. Ich habe dafür jede Schule abgebrochen, die man mir in den Weg geworfen hat. Ich bin der ausbildungsloseste Mensch dieses Landes, weil ich immer wusste: Ich will einfach schreiben. Das tue ich seit 30 Jahren, jetzt bin ich 50, und ich stecke in einer schweren Krise. Denn offenbar habe ich etwas völlig Falsches unter Journalismus verstanden. Es geht nicht darum, die Wahrheit herauszufinden und zu beschreiben. Es geht darum, das, was einem die Mächtigen vorgeben, wider jeden gesunden Menschenverstand zu verkaufen. Die Mehrheit hat immer recht. Also liege ich falsch. Das, was ich mache, ist kein Journalismus. Ich akzeptiere das klaglos und suche nach einer neuen Berufsbezeichnung. Ich kann nichts anderes als schreiben. Aber ich brauche für das Ergebnis wohl einen neuen Namen.

Impfung: Ich bin kein Experte. Ich bin nicht mal Akademiker. Ich bin völlig ahnungslos. Aber ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, mich an das zu halten, was ich kenne. Ich bin gegen alles Mögliche geimpft. Meine Kinder auch. Zur Hölle, ich bin ein regelrechter Impf-Fan, ich finde das Konzept fantastisch. Nur dachte ich bisher stets, dass ich nach einer Impfung geschützt bin gegen das Virus und dieses auch nicht mehr weitergebe. Man ist nie zu alt, um zu lernen. Inzwischen weiss ich: Es ist auch eine Impfung, wenn ich das Virus bekommen kann, daran erkranke und es weitergebe. Klar, irgendwie fällt es mir schwer, den Unterschied zu einem Schuss Zuckerwasser zu erkennen. Aber Leute, die viel intelligenter sind als ich, versichern mir: Es ist dennoch eine Impfung. Dann wird es so sein. Ich bin ungeimpft, aber hey: Lasst euch impfen! Es klingt fantastisch.

Demokratie: Ach, wir sind ein grossartiger Staat. Wir dürfen über alles abstimmen. Das Volk hat das letzte Wort. Wunderbar. Nur: Was nützt das, wenn man diesem Volk systematisch Angst einjagt, in einer perfekten Symbiose zwischen der Regierung und den Medien? Wenn man das völlig überbezahlte, faule Parlament in Geiselhaft nimmt, wenn man Abstimmungstexte frisiert, wenn man die eine Hälfte der Wählerschaft gegen die andere aufhetzt? Unsere direkte Demokratie ist eine reine Farce. Wir haben einen Innenminister, der zwischen missbräuchlichen Liebesaffären und Irrflügen über dem Ausland noch genug Zeit findet, die grossen Verlagshäuser zu instrumentalisieren und damit eine Mehrheit der Stimmbürger aufs Glatteis zu führen – und es stört niemanden. Dieser Staat ist am Ende. Es braucht einen Neustart. Ich bin allerdings zu müde, den herbeizuführen. Und es will ihn ja auch kaum jemand.

Kinder: Ich bin Vater. Vermutlich nicht der beste. Ganz offen: Meine Mädchen würden besser fahren mit einem angepassten, konformen Erzeuger. Es wäre einfacher für sie. Aber meine Rechnung ist einfach: Irgendwann bin ich nicht mehr. Und wenn ich meinen Kindern nicht beibringe, dass man sich wehren muss, dass man Unrecht nicht einfach stehen lassen darf, dass man sich auflehnen muss gegen den Missbrauch von Macht, dann ebne ich all dem, was falsch läuft, den Weg. Ich bin leider ziemlich überzeugt davon, dass von mir dereinst nur ein paar hundert Gramm Asche übrig bleiben, mehr nicht. Das heisst aber auch: Wenn ich will, dass ich über meinen Tod hinaus eine Bedeutung habe, dann muss ich weitergeben, was ich weiss. Tut das auch. Bitte. Nicht für Euch. Für danach. Sagt Euren Kindern, dass sie aufstehen müssen. Gegen alles, was falsch ist.

Wahrheit: Ich habe nie behauptet, die Wahrheit zu kennen. Ich habe nur immer gesagt: Ich will Fragen stellen dürfen. Ohne als Nazi, als Aluhut, als Verschwörungstheoretiker diffamiert zu werden. Drei Jahre nach dem Beginn dieses Wahnsinns stelle ich nüchtern fest: Nichts von dem, was ich jemals geschrieben habe, wurde widerlegt. Im Gegenteil. Jede Frage war berechtigt, jeder Einwand war korrekt. Aber ich verneige mich vor der Perfektion der offiziellen Erzählung: Noch immer merkt das eine Mehrheit der Menschen nicht. Ich habe verloren. Das ist in Ordnung. Immerhin kann ich morgens noch in den Spiegel schauen.

Alles, was ich in meinen 30 Jahren als Journalist erlebt habe, war ein Kindergeburtstag verglichen mit den letzten drei Jahren. Nie zuvor wurden wir so systematisch belogen, nie wurden wir derart hinters Licht geführt. Und nach wie vor ist es eine Minderheit, die das erkennt und anerkennt.

Aber es gibt einen Trost. Schaut auf die Geschichte der letzten 100 Jahre. Es war immer eine Minderheit, die auf der richtigen Seite stand. Und früher oder später blieb den Autoren der Geschichtsbücher nichts anderes übrig als zuzugeben: Hätten wir nur auf diese mutige Minderheit gehört!

Bleibt mutig. Was auch immer Ihr verloren habt in den letzten Jahren: Die Spuren, die Ihr jetzt setzt, werden noch lange sichtbar bleiben. Menschen wie Euch hat es nie mehr gebraucht als jetzt.

Bis bald.

Danke für Ihre Spende.

Ach, Drosten!

Hätten Sie’s gewusst? Ohne die Impfkampagne gegen Covid-19 wären allein in Deutschland etwa eine Million Menschen an Corona gestorben. Also jeder achtzigste. Ganz schön viel, nicht? Die rückwirkende Prognose kommt vom «Top-Virologen» Christian Drosten. Wäre es nach ihm gegangen, so wären wir auch schon an der Schweinegrippe gestorben.

Im Frühling 2010 war der Spuk eigentlich schon wieder vorbei. Lange und unermüdlich hatten uns Regierungen und handverlesene Wissenschaftler eingeredet, dass uns die Schweinegrippe bald im grossen Stil dahinraffen werde. Nur passierte irgendwie nichts.

Aber ganz aufgeben wollte man noch nicht. Allen voran ein gewisser Christian Drosten, der damalige Leiter des Instituts für Virologie an der Universität Bonn. Er kündigte im Mai 2010 eine grosse Welle an. Und der einzige Ausweg aus dem grossen Sterben sei eine Impfung. Denn bei der Schweinegrippe handle es sich «um eine schwerwiegende allgemeine Virusinfektion.» Ihre Nebenwirkungen seien schlimmer als die jedes Impfstoffs.

Irgendwie kam es dann ganz anders.

Nebenwirkungen gab es zwar in der Tat. Und zwar durch die Impfung gegen die Schweinegrippe. Während das angeblich so furchtbare Virus ziemlich geräuschlos an der Menschheit vorbei segelte, kam es bei Geimpften zu unzähligen Fällen von Narkolepsie, der Schlafkrankheit. Einige Staaten mussten tief in die Tasche greifen, um die Betroffenen zu entschädigen. Dass es nicht noch schlimmer kam, lag nur daran, dass sich damals recht wenige Leute impfen lassen wollten. Stellen wir uns mal vor, wie es aussähe, wenn die Impfkampagne vor zwölf Jahren so massiv gewesen wäre wie im Fall von Covid-19.

Der damals eingesetzte Impfstoff war vom Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline entwickelt worden (Auch La Roche hatte eine Impfung am Start). GlaxoSmithKline musste einige Jahre später selbst einräumen, dass es sein grosser Wurf war, der zur Narkolepsie geführt hatte. Aber vorher hatte die Firma ganz ordentlich Kasse gemacht. Die Staaten kauften den Impfstoff mit dem Namen «Pandemrix» fleissig ein, nicht zuletzt unter dem Einfluss von namhaften Virologen wie eben Christian Drosten, die zuerst Angst verbreitet und danach die Impfung als einzigen Schutz propagiert hatten. Kommt uns irgendwie bekannt vor, nicht?

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2010 machte sich Christian Drosten in den Medien zum Chefverkäufer von «Pandemrix». 2004, sechs Jahre zuvor, hatte er einen Förderpreis für Klinische Infektiologie erhalten. Ausgerichtet von GlaxoSmithKline. Man kennt sich. Und man hilft sich. Ist doch ein schöner Charakterzug.

Aber weg von der Schweinegrippe und zurück zur aktuellen tödlichen Gefahr. Die ist laut Christian Drosten überwunden. Die Coronapandemie? Schnee von gestern. Inzwischen können wir uns entspannen. Aber natürlich nur dank der Impfkampagne der letzten zwei Jahre. Und auch dank Lockdowns, 2G, Schulschliessungen und so weiter.«Hätte man gar nichts gemacht, dann wäre man in Deutschland in den Wellen bis zu Delta auf eine Million Tote oder mehr gekommen», darf Drosten in verschiedenen Medien erzählen.

Das Schöne an der Vergangenheit ist, dass man alles behaupten darf. Ich stelle mal folgende These auf: Gäbe es keine Duftbäumchen in Autos, wären in den letzten zehn Jahren 500’000 Schweizer an den Folgen von Haarausfall gestorben. Klingt dämlich? Klar. Aber es hat in etwa so viel Aussagekraft wie das, was Drosten da von sich gibt. Wie kommt er auf die Million? Und wo findet er den Mut, der völlig entzauberten Impfung immer noch diese magische Wirkung zuzuschreiben?

Unterm Strich stellen wir fest: Der Mann, der im Fall der Schweinegrippe Tod und Verderben prophezeit und eine untaugliche, unnötige und schädliche Impfung propagiert hat, sagt uns heute, wie gefährlich Covid-19 ohne den Impfstoff dagegen gewesen wäre.

Wenn es jetzt nicht klingelt, wann dann?

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Diskutiert die Welt ernsthaft gerade über einen Mantel?

Lionel Messi streift sich eine schwarze Robe über, bevor er den WM-Pokal entgegennimmt. Und die vereinigte Medienwelt ist völlig schockiert. Verständlich, denn es herrschte ein Defizit: Es gab in den letzten Jahren so gut wie nichts, über das man sich als Journalist hätte empören können.

War das die heimliche, stille Übernahme der restlichen Welt durch den Islam? Oder hatte es einfach einen bösartigen Zugwind im WM-Stadion, und man wollte schauen, dass sich Messi nicht verkühlt? Jedenfalls trug er einen schwarzen Umhang, wie er in den katarrischen Gefilden bei höheren Kreisen verbreitet ist, als die ganze Welt am Bildschirm hing. Und nun drehen sie am Rad, die Medienschaffenden.

Entwürdigend sei das gewesen, völlig daneben, eine Machtdemonstration im Nahen Osten gegenüber dem ganzen Globus und überhaupt total daneben: Das ist die Tonalität der Berichte, die seit Sonntag nicht abreissen. Leserkommentatoren werfen noch eine Schippe nach. Die Emotionen kennen keine Grenzen. Es ist gerade, als würde es niemanden mehr interessieren, wer Weltmeister wurde. Der Umhang ist wichtiger.

Dass man sich am Stammtisch aufregt, wie immer natürlich ohne Kenntnis der näheren Umstände: Geschenkt, das darf man. Aber Journalisten? Ernsthaft?

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Man kann in unseren Breitengraden Menschen den Zutritt zur Gastronomie verwehren, ohne dass sich ein Medium aufregt. Man kann private Zusammenkünfte nach «gute Leute» (geimpft) und «schlechte Leute» (ungeimpft) unterteilen, und niemand muckt auf. Man kann feststellen, dass man seine Leser über viele Monate hinweg hinters Licht geführt hat, was die Wirksamkeit eines Impfstoffs angeht, und niemand greift zur Tastatur. Aber wehe, der argentinische Fussballspieler Messi trägt einen schwarzen Umhang. Da werden die Medienschaffenden plötzlich von der Wortwut ergriffen.

Es gab vermutlich noch nie eine grössere Kluft zwischen der eigentlichen Relevanz des Geschehens und der medial abgebildeten Wirklichkeit.

Ich habe selbst früher Boulevardjournalismus gemacht, und zwar bei der Zeitung, die dafür berühmt ist. Ich kenne die Spielregeln und weiss, dass Relevanz nicht das Killerkriterium ist. Es geht darum, was die Menschen bewegt. Nur ist es eine Tatsache, dass sich das auch steuern lässt. Um gewisse Storys kommt man nicht herum, weil sie von allein zum Tagesgespräch werden. Aber das hier ist hausgemacht. Da hätte man auch einfach darüber hinweggehen können.

Aber das wollten die Medien nicht. Weil der kleine Wüstenstaat einfach das perfekte Opfer ist. Was gibt es Schöneres, als die Verfehlungen vor der eigenen Haustür zu übertünchen, indem man mit dem Finger weit weg zeigt? Das ist «wag the dog» vom Feinsten: Einen völligen Nebenschauplatz aufblasen, um die Aufmerksamkeit der Menschen von den wirklichen Problemen wegzuführen.

Dass das so durchsichtig ist wie eine Klarsichtscheibe, spielt keine Rolle. Denn die Medienkonsumenten schauen ganz gerne weg. Und lassen sich dabei noch lieber helfen.

Seid endlich dankbar!

Da hatte er so furchtbar viel Stress, und dann lässt man Alain Berset einfach in seinem alten Departement sitzen, obwohl er gerne gewechselt hätte. Das Onlineportal «Watson» zerfliesst vor Mitleid. So viel Arbeit – so viel Undankbarkeit.

In der Schweiz ist es die Höchststrafe, wenn man in den Bundesrat gewählt wird. Danach beginnt eine lange Leidenszeit. Noch schlimmer ist es, wenn man stets wiedergewählt wird. Und der Höhepunkt der Demütigung ist die Wahl zum Bundespräsidenten.

All das erleidet Alain Berset seit elf Jahren. Kommt dazu, dass er uns in unermüdlichem Wirken weise und umsichtig durch die Coronazeit geführt hat. Und wie dankt man es ihm? Mit einem miserablen Resultat bei der Bundespräsidentenwahl. Und damit, dass man ihn im Departement des Innern versauern lässt, wo er doch so gerne gewechselt hätte. Ein undankbares Pack, diese restlichen sechs Bundesräte.

So. Das war sarkastisch. Aber es gibt Leute, die das völlig ernst meinen. «Watson» beispielsweise. In einer Nachlese zur Vergabe der Departemente schreibt das Medium:

«Eigentlich ist das ein Affront ohnegleichen. Anscheinend haben viele vergessen, welche Schwerarbeit Alain Berset während den beiden Pandemiejahren als Gesundheitsminister verrichten musste. Er hielt für das Kollegium den Kopf hin und musste viel einstecken. Kürzlich enthüllte die «Sonntagszeitung», dass Berset rund um die Uhr Personenschutz hatte. (…) Die Erschöpfung stand ihm zeitweise ins Gesicht geschrieben. Ein Neustart wäre ihm zu gönnen gewesen (…)»

Schreiben, was ist. Statt zu beweinen, was nicht ist. Danke für Ihre Unterstützung.

Ich weiss nicht, wie meine Leser das sehen, aber aus meiner Warte hat sich Berset dieses übermenschliche Mass an Arbeit grösstenteils selbst eingebrockt. Wer hat ihn gezwungen, sich von den falschen Beratern durchs Dorf treiben zu lassen und sich dabei im selbst angeordneten Dschungel der Massnahmen zu verirren? Und für wen genau hielt er da den Kopf hin? Für die Kollegen, die er höchstpersönlich in seiner oft betonten dominanten Rolle im Bundesrat immer und immer wieder dazu anhielt, ihm zu folgen auf seinem Weg der schieren Unverhältnismässigkeit?

Er sei der «Corona-Krisenmanager» gewesen, lobt «Watson» danach. Dazu zwei Dinge.

Erstens ist es nichts anderes als selbstverständlich, dass man eine Krise, die man selbst verursacht hat, auch ausbadet. Covid-19 war niemals die Krise, als das es verkauft wurde. Was sich wirklich zur Krise auswuchs, waren die durch die Massnahmen verursachten Schäden. Ruinierte Betriebe, Schuldenberg, Bildungsrückstand, Menschen, die einsam starben. Ich kann mich allerdings nicht daran erinnern, dass Berset bisher irgendetwas von der wirtschaftlich-menschlichen Einöde, die er kreiert hat, «gemanagt» hätte.

Zweitens verstehe ich offenbar den Begriff «Management» falsch, wenn seine Arbeit ein Glanzstück dieser Disziplin war. Vor laufender Kamera über eine längst bekannte Tatsache wie die Ansteckbarkeit durch Geimpfte zu lügen scheint mir nun keine Medaille wert. Völlig evidenzlos Massnahmen weiterzuführen oder immer wieder aufzunehmen ebenfalls nicht. Eine Abstimmungsvorlage durchzubringen, indem man munter nicht zusammenhängende Dinge reinpackt und so den Bürgern das Messer an die Brust setzt erst recht nicht.

«Watson» weiter im Text:

«Undankbarer kann man Bersets Arbeit als Corona-Krisenmanager kaum «honorieren». Er hat keineswegs alles richtig gemacht und ist mit seinen privaten Eskapaden angeeckt. Doch es scheint ganz so, als ob die Schweiz Corona einfach vergessen will.»

Vielleicht müsste man hier noch hinschreiben, wofür genau «Dankbarkeit» angezeigt wäre. Für die Spaltung der Gesellschaft? Die Diskriminierung und Diskreditierung Ungeimpfter? Die Liste liesse sich beliebig verlängern. Und bei keinem Stichwort durchfährt mich besondere Dankbarkeit.

Kommt dazu: Es ist Dankbarkeit genug, dass man den Innenminister nicht höflich aufgefordert hat, zu gehen, nach all dem, was er sich auf privater Seite geleistet hat. Diese gnädige Haltung müsste für zehn Bundesratskarrieren reichen.

Und nein, wir wollen Corona nicht «einfach vergessen». Ganz im Gegenteil. Wir erinnern uns sehr intensiv. Nur scheint diese Erinnerung ganz anders auszusehen als bei den Leuten von «Watson».

Übrigens hat Alain Berset erst gerade vor Kurzem neue Kommunikationsleute angestellt. Es gibt also aktuell keinen Grund, sich mit einem solchen Artikel bei ihm zu bewerben.

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Die Angst macht den Infekt

Die Geschichten gleichen sich wie ein Ei dem andern. Wenn Medien von Mehrfachinfektionen berichten, steckt in aller Regel eine Vorgeschichte der Angst dahinter. Entspannung ist das beste Gegengift.

Ich habe kürzlich von der kruden These berichtet, wonach Impfgegner durch die Verbreitung von Panik betreffend der Impfstoffe für Impfnebenwirkungen verantwortlich sein sollen, nachzulesen hier. Das ist natürlich, pardon, ziemlich gaga. Denn wenn jemandem systematisch Angst eingetrichtert wurde, dann ja wohl den Leuten, die auf die Impfung verzichtet haben. Unsereiner müsste schon längst gestorben sein.

Was ich aber im bewussten Artikel ebenfalls erwähnt habe: Natürlich beeinflusst die Psyche unseren Gesundheitszustand. Es ist zwar völlig abenteuerlich, Ungeimpften die Impfschäden anderer in die Schuhe zu schieben, aber in der Tat: Stress, Druck, Angstgefühle und so weiter können sich auch körperlich auswirken.

Wenn man schon vor hat, eine Studie zu schreiben, die eine gewagte These beinhaltet, könnte man stattdessen der Frage nachgehen, inwieweit die Angst vor Covid-19 und «Long Covid» das Virus befeuert. Immerhin sind es die Impf- und Massnahmenbefürworter, die in den sozialen Medien von ihren reihenweisen wiederholten Erkrankungen berichten – und selten die andere Seite.

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Zum Beispiel der 15-jährige Joel, über den «20 Minuten» schreibt. Fünf Mal habe er bisher Corona kassiert, sagt er. Vier Mal hat es ihn dabei ins Bett geworfen. Klingt nicht lustig. Aber das kleine Porträt ist durchaus erhellend. Denn offenbar hat es der gute Joel keineswegs an Vorsicht mangeln lassen. Ganz im Gegenteil. Er habe sich permanent geschützt, gibt er zu Protokoll. Und sein Vater liest den Schulen die Leviten, die zu unvorsichtig gewesen sei. Ausserdem gibt er sich sehr erleichtert, dass die fünffache Erkrankung zu keinen bleibenden Problemen bei seinem Sohn geführt habe.

Man weiss nach der Lektüre sehr schnell, wie der bewusste Vater tickt und wie er während der letzten Jahre wohl auf seinen Sohn eingewirkt hat. Da lebt eine Familie in permanenter Angst und hätte die Schulen vermutlich am liebsten gleich monatelang dicht gemacht. Die Maske dürfte Pflichtprogramm gewesen sein anhand der Schilderungen. Und doch hatte der Sohn Covid-19. Und zwar reihenweise.

Man kann sich das Glück wünschen, glauben einige Leute. Auf einem überfüllten Parkplatz soll man sich die freie Lücke einfach herbeisehnen, dann taucht sie auch auf. Vielleicht gilt das ebenso für das Negative. Wenn die Gedanken permanent um das Virus kreisen und man das Schlimmste befürchtet – warum soll es dann nicht eintreten?

Natürlich kann es auch Zufall sein, dass Leute, die in den vergangenen Jahren umarmt, geküsst, gefeiert und einfach gelebt haben, Corona nur vom Hörensagen kennen, während Leute in der Panik mit Gelenkschmerzen unter der Decke lagen. Aber wenn man schon hingeht und allen Ernstes Ungeimpfte für Impfschäden verantwortlich macht, darf man auch laut über den möglichen Zusammenhang zwischen einer durch Angst geschwächten Psyche und einer folgenden Erkrankung nachdenken.

Journalismus mal anders. Dank Ihrer Unterstützung. Alles Weitere dazu hier.

Die Corona-Wahrheit in aller Kürze

Was nicht sein darf, kann nicht sein. Hier ein simpler Beleg dafür, wie wir alle belogen wurden. Nach Strich und Faden. Das hier ist kein Ausreisser. Sondern ein Beleg für das System.

Ich habe vor einiger Zeit ganz simpel meinen Job gemacht. Ich habe für «Die Weltwoche» mit einer Frau gesprochen, die nach der Impfung gegen Covid-19 fast gestorben wäre. Die Dame hatte einige Vorbedingungen, die alle Ampeln auf Rot hätten stellen müssen. Aber es war eben einfach wichtiger, den Impfstoff zu spritzen. Das Ergebnis war ein anaphylaktischer Schock. Wenig überraschend für jeden Mediziner, der sein Geld wert ist. Aber inzwischen sehen es ja die meisten Ärzte einfach als ihre Aufgabe, eine Spritze zu verabreichen, egal, wer sie kriegt. Ein paar sterben vielleicht daran, aber im Notfall kann man sie ja als Opfer von Covid-19 ausweisen. Sorry für den ironischen Zwischensatz.

Nun aber zum Kern der Sache. Die bewusste Dame hat sich mir geöffnet und die ganze Geschichte erzählt. Sie ist tragisch genug. Aus einem aktiven Teil der Gesellschaft wurde eine handicapierte Frau, die jeden Tag froh ist, wenn sie irgendwie durchkommt. Sprich: Sie ist ein Opfer der Impfung. Medizinisch nachweisbar.

Aber nun der Clou. Bevor die Frau mit mit sprach, öffnete sie sich einem anderen Journalisten. Einem von einer Lokalzeitung, die zu einem Verbund grösserer Medien gehört. Sie führte dort ein langes Gespräch, sie hatte den Eindruck, ernst genommen zu werden und die Hoffnung, Gehör zu finden..

Der bewusste Journalist gab ihr dieses Gefühl, und vermutlich tat er das sogar aus seinem Innersten. Das Problem ist nur: Danach musste er die Story – die wirklich eine ist – intern vertreten. Und da begannen die Probleme.

Wie mir die betroffene Dame danach erzählte, habe sich der bewusste Journalist später bei ihr gemeldet und ihr mitgeteilt, dass er ihre Geschichte leider nicht wiedergeben könne. Denn, und nun brauchen wir alle viel Kraft: Er erklärte ihr, dass er nicht über sie schreiben werde. Denn wenn er das Schicksal eines Impfopfers erzähle, könne das den Impfgegnern in die Karten spielen. Deshalb verzichte man auf die Story. Denn es könnten die «Falschen» profitieren.

Man muss das kurz sacken lassen. Ein Journalist sagt nicht, was einem Mitmenschen wirklich passiert ist, weil das Ergebnis nicht dem entsprechen könnte, was sein Verlag hören will.

Für mich ist das neu. Ich hätte so etwas keine Sekunde akzeptiert. Aber Tatsache ist auch: Damit haben wir es heute zu tun. Mit Medien, die uns nur noch sagen, was sie uns sagen wollen.

Falls Sie es noch nicht getan haben: Es ist höchste Zeit, Ihr Zeitungsabo zu kündigen. Denn Sie werden belogen nach Strich und Faden, und dafür sollen Sie auch noch viel Geld bezahlen. Das tue, wer will. Ich habe es stets mit Freiwilligkeit gehalten: Wer glaubt, dass ich die Wahrheit vertrete, darf mir etwas überweisen. Alle anderen können gratis mitlesen.

Aber die Wahrheit ist unabhängig von Geld nicht verhandelbar. Sie ist einfach, was sie ist. Und wer sie umgeht, lügt.

So einfach ist die Welt manchmal.

Ein kurzes Wort zu «Verschwörungen»

Verschwörungen gibt es. Es gibt sie im Kleinen und im Grossen. Und es gab sie schon immer. Für sie interessiert hat sich vor allem eine Berufsgruppe: Die Journalisten. Heute machen sie einen Bogen drumherum, indem sie sagen, dass diese Kategorie nicht existiert. Warum?

Wenn Herr X beschliesst, hin und wieder mit Frau Y zu schlafen statt mit Frau X, muss er erfinderisch sein. Ausreden für Abwesenheiten erfinden, Kreditkartenrechnungen für Hotelübernachtungen erklären und so weiter. Was er gegenüber seiner Frau aufzieht, ist eine Mini-Verschwörung: In Zusammenarbeit mit seiner Affäre vertuscht er die Wahrheit.

Und das war es auch schon. Auf grösserer Ebene gibt es so etwas nicht. Niemals. Unternehmen, die sich durch fiese Tricks mit vielen Mitwissern Vorteile verschaffen, Geheimdienste, die falsche Gerüchte streuen: Auf keinen Fall. Völlig unmöglich. Jedenfalls sagen uns das die Medien seit bald drei Jahren. Wann immer jemand hinter dem, was geschieht, andere Motive vermutet, rufen sie fast einhellig: Verschwörungstheorie! Ohne nähere Prüfung. Einfach, weil sie definiert haben, dass es das nicht geben kann.

Was ist denn eigentlich eine «Verschwörung»? Gemäss diversen Definitionen handelt es sich um die gemeinsame Planung einer Gruppe, die gegen etwas gerichtet ist oder etwas Bestimmtes durchsetzen will. Sprich: Entscheidend ist, dass nicht ein Einzelner zugange ist, sondern ein Verbund, eine Organisation, was auch immer.

Das klingt zunächst einmal nicht völlig unmöglich. Und lange Zeit hat sich Journalismus unter anderem dadurch definiert, dass er solche Aktionen, bei denen eine Gruppierung ihre Interessen durch konzertiertes Vorgehen durchdrücken wollte, enthüllen wollte. Nur leider ist es damit vorbei.

Journalismus, wie er früher war: Jetzt unterstützen.

Bei «Watergate» ging es beispielsweise darum, die Verschwörung um US-Präsident Nixon und seine Republikaner gegen die Demokraten aufzudecken. Das gelang, und die beteiligten Journalisten konnten sich danach vor Trophäen kaum mehr retten. Alle waren der Ansicht, sie hätten ihren Job erledigt. Was wäre gewesen, wenn die Leute der «Washington Post» nach den ersten Gerüchten gesagt hätten: «Ne, kann gar nicht sein, das ist bestimmt eine Verschwörungstheorie»?

Wie kann man eine Theorie für nichtig erklären, bevor man ihr nachgegangen ist? Und warum spart man sich diesen Weg? Warum verwendet man mehr Energie dafür, alles, was behauptet wird, von vorne herein als Unsinn zu brandmarken als dafür, den Vorwurf zu prüfen?

Nehmen wir, völlig willkürlich, Covid-19. Da gab es vereinfacht gesagt zwei Narrative. Das erste: Wir haben es mit einem globalen Killervirus zu tun, der weite Strecken der Bevölkerung bedroht und den man mit massiven Massnahmen eindämmen muss, selbst wenn Grundrechte und persönliche Freiheit eingeschränkt werden. Das zweite: Ja, da kursiert gerade ein Virus, aber das ist nichts besonders Neues, die Risikogruppen sind bekannt, und es reicht, diese zu schützen und die Gesamtgesellschaft in Ruhe zu lassen.

Die vereinigten Medien haben sehr schnell die zweite Gruppe zu Verschwörungstheoretikern ernannt und die Behauptung der ersten Gruppe als reine Wahrheit verklärt. Wann immer Ungereimtheiten auf der «richtigen» Seite auftauchten, wurden sie verwedelt oder totgeschwiegen.

Es gab da gewisse Unstimmigkeiten bei den Reporten über die nicht enden wollenden Leichenberge in Bergamo? Die Impfung schützt nicht, wie versprochen wurde? Für die Wirksamkeit der Massnahmen gibt es keinerlei Evidenz? Die Übersterblichkeit setzte erst nach der Impfkampagne so richtig ein und nicht, als Corona angeblich gerade so massiv wütete? Lasst uns darüber hinweggehen. Und weiter behaupten, jede kritische Frage dazu sei eine Verschwörungstheorie.

Früher, und ich sage das als alter weisser Mann, der vor 30 Jahren mit dem Job begonnen hat, wäre jeder dieser Punkte eine ausgedehnte Recherche wert gewesen. Warum will man uns mit dem groben Klotz weiterhin alles weis machen, was längst widerlegt ist? Wieso behauptet der Staat, was sich mit einem Blick auf jede offizielle Statistik Lügen strafen lässt? Wir hätten ein Heidenfest gehabt. Weil wir es als unsere Aufgabe sahen, den Bürger vor den Mächtigen zu schützen. Und nicht umgekehrt.

Fakten statt staatshörigen Faktencheckern: Dank Ihrer Spende.

Aber klar: Wenn ein Journalist – oder besser: ein Verlag – beschlossen hat, sich auf die Seite der Macht zu stellen, sieht es anders aus. Dann ist alles, was wirklich fressbereit zur Enthüllung liegt, nur lästig. Dann will man dem nicht nachgehen.

Heute haben wir «Faktenchecker», die Fakten nicht unabhängig checken, sondern die von Anfang an wissen, welches Resultat sie haben wollen. Der Staat muss recht haben mit seiner Coronapolitik, also suchen wir alles, was diese stützt und konterkarieren alles andere. Das richtige Wort dafür ist nicht «Faktenchecking», sondern «Propaganda».

Warum hatte denn keines der grossen Verlagshäuser Lust, nach Bergamo zu fahren und herauszufinden, wie es wirklich ist? Warum haben alle grossen Medien einen «Corona-Ticker» geführt, gefüttert mit Zahlen des Bundesamts für Gesundheit, ohne sie zu hinterfragen? Warum haben Journalisten die Opfer der Impfung verstummen lassen, weil es nicht zu ihrer Geschichte passte (ich werde darauf zurückkommen)? Wieso sperren sich Menschen, die sich der Wahrheit verschrieben haben, dem realen Geschehen?

Ich habe keine schlüssige Antwort. Beziehungsweise: Es gibt wohl viele Gründe dafür. Es mag wirtschaftliche Motive bei den Verlagshäusern geben. Das ist aber keine Erklärung dafür, dass die dort angestellten Journalisten mitgemacht haben. Es ist eine Frage der Ehre, ob man das tut oder nicht.

Aber klar, karrieretechnisch gesehen ist es ein weiser Entscheid, dem Staat zu folgen. Man hat sehr viel mehr berufliche Optionen als einer, der von Anfang an mühsame Fragen gestellt hat. Aber ganz offen: Ich verhungere lieber, als einer zu sein, der «mitgemacht» hat. Wobei auch das nicht selbstlos ist. Ich will nur nicht verzweifelt nach Erklärungen suchen, wenn mich meine Kinder dereinst fragen: «Wieso warst du da auch dabei?»

Immerhin muss ich das nicht tun.

Im Reich der schiefen Vergleiche

Endlich bewegt sich etwas in der Corona-Diktatur China. Die Leute gehen auf die Strasse. Auch wenn es kaum viel bringen wird. Unsere Medien bejubeln den Mut des Widerstands. Hierzulande haben sie lieber auf die Corona-Opposition eingeprügelt.

Liebe Unterstützer: Twint hat in den letzten Tagen Ärger gemacht. Nun sollte alles wieder funktionieren. Euer freiwilliger Beitrag erreicht mich also wieder auf allen Kanälen.

Beginnen wir mit dem vermutlich dümmsten Tweet des Tages. Das wäre dieser hier:

Nein, lieber Herr Blome von RTL, niemand, den ich kenne, fühlt sich so verfolgt wie in China. Und es brauchte definitiv weniger Mut, in der Schweiz auf die Strasse zu gehen als in China. Sie haben da etwas ganz grundsätzlich missverstanden.

Die erste Parallele liegt darin, dass in China wie in der Schweiz oder bei Ihnen in Deutschland über zwei Jahre lang völlig unverhältnismässige und wenig zweckdienliche Massnahmen auf dem Weg zu einem unrealistischen Ziel durchgesetzt wurden. Das auf Kosten der Grundrechte, der persönlichen und wirtschaftlichen Freiheit sowie nicht selten im Widerspruch zur Verfassung.

Die zweite Parallele liegt darin, dass hier wie dort Menschen gegen diese Politik aufbegehrt haben. Menschen übrigens, die inzwischen fast im Tagestakt Recht bekomme. Sei es, was die Wirksamkeit der Massnahmen oder der Impfung angeht, sei es, was die Gefahren des Impfstoffs angeht.

Die dritte Parallele liegt darin, dass diese Menschen Repressalien ausgesetzt waren. Sie wurden in den meisten Medien diskreditiert – als Schwurbler, Verschwörungstheoretiker, Neonazis – und in vielen Fällen auch strafrechtlich belangt.

Die vierte Parallele liegt darin, dass die Staatsgewalt sicht- und spürbar gegen den Widerstand vorgegangen ist. Unsere beschauliche Bundesstadt Bern sah während einer Kundgebung so aus, als seien wir im Krieg. Das Bundeshaus wurde von schwer bewaffneten Polizisten abgeriegelt. Demonstranten wurden behandelt, als seien sie bewaffnete Amokläufer.

Danke für Ihre Unterstützung!

Es spielt in letzter Konsequenz keine Rolle, ob einem eine empfindliche Geldstrafe oder der Aufenthalt in einem Straflager droht. Tatsache ist: Wer sich der offiziellen Coronapolitik widersetzte, wurde auf vielfältige Weise aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Sie unterstellen der massnahmenkritischen Bewegung etwas, das diese nie für sich reklamiert hat und leiten daraus Ihren schiefen Vergleich ab. Das ist unredlich – und nebenbei auch unjournalistisch. Aber was das angeht, verwundert uns ja gar nichts mehr.

Man kann nur staunend zusehen, wie derzeit die Opposition in China von Schweizer Medien – und sicher auch von denen in Deutschland – beklatscht wird. Bei uns selbst gab es nur Schelte für den Widerstand. Auch wenn bei uns die Massnahmen weniger einschneidend sind, waren sie ebenfalls weder nötig noch wirksam noch verhältnismässig. Damit war die Kritik daran ebenso berechtigt wie in China. Warum Ihresgleichen also den chinesischen Protest bejubelt, den vor der eigenen Tür aber diskreditiert hat: Es ist nicht nachvollziehbar.

Hier ein kleines Beispiel aus Ihrem eigenen Land. Siehe links – und siehe rechts. Erstaunlich, nicht?

Genau. «Endlich trauen wir uns». Eineinhalb Jahre nach dem Aufruf zu einem härteren Durchgreifen der Polizei.

Ich selbst habe mich nie als besonders mutig empfunden. Ich kann gar nicht anders als die Dinge so darzustellen, wie ich sie sehe. Aber Sie und viele Ihrer Kollegen waren besonders mutlos. Indem Sie in den Schoss des Staates gekrochen sind und dessen verfehlte Politik blind unterstützt haben – und auf die Beschimpfung derer setzten, die sich für die Rechte von uns allen stark gemacht haben.

Letztlich ging es beim Widerstand in unseren Breitengraden übrigens gerade darum, niemals chinesische Verhältnisse zu haben. Und da waren wir in den letzten Jahren verdammt nah dran.

Unmoralische Moralapostel

Der Zürcher Staatskasse wären um ein Haar viel Geld entgangen. Steuergeld, welches das Onlinemedium «Republik» berappen müsste. Ein Formfehler sei das gewesen, sagen die Leute vom Verlag. Einen solchen hätte die linke Zeitung bei anderen in einer ganzen Serie gegeisselt. Mit sich selbst ist man immer grosszügiger.

Gegen die Macher der «Republik» wird ermittelt. Es geht um den Verdacht der Steuerhinterziehung, der sich über mehrere Jahre erstreckte. Es soll um nicht deklarierte Schenkungen und nicht abgeführte Mehrwertsteuer gehen. Insgesamt sprechen wir von einem tiefen siebenstelligen Betrag. Und natürlich gilt wie immer die Unschuldsvermutung.

Es ist ja durchaus möglich, dass die Administrativabteilung der «Republik» nach dem fulminanten Start des neuen Mediums von der Realität überfordert war. Angesichts der ausschweifenden Ressourcen, die sich die Onlinezeitung von Anfang an gönnte, wäre das allerdings eher peinlich. Man rührte gleich nach dem Crowdfunding, das Startmillionen in die Kasse spülte, mit der grossen Kelle an. Denn es galt immerhin, den Journalismus neu zu erfinden.

Ob das gelungen ist, darf jeder selbst beurteilen. Aus meinem Jahr als Abonnent habe ich den Eindruck gewonnen, die «Republik» sei eines der vielen und durchaus auswechselbaren Medien, die den linken Zeitgeist bedienen, für die alles rechts der Mitte des Teufels ist und diese Haltung einfach in sehr, sehr, sehr viel mehr Zeichen pro Text verstaut. Erstaunt hat mich die digitale Zeitung in dieser Zeit nie. Oder höchstens mit der Courage, so offensichtlich gepolt zu sein und es dennoch weit von sich zu weisen. So handverlesen wie die Redaktion einheitlich tickt, so homogen ist die Riege der Abonnenten. Nur selten gibt es in den Kommentarspalten Widerworte. Man ist unter sich und hat es sich kuschlig eingerichtet.

Bei mir gibt es kein Crowdfunding. Dafür aber eine sehr unspektakuläre Steuerrechnung. Danke für Ihre Unterstützung.

Aber eben: Bei den Zahlen scheint es gehapert zu haben. Ökonomisch betrachtet ist die «Republik» eine Geschichte des Versagens. Wer zu Beginn mit Millionen zugekleistert wird und dann nach wenigen Jahren bereits damit droht, sich selbst den Todesstoss zu versetzen, wenn nun nicht sofort tausende von neuen Abonnenten kommen, hat die betriebswirtschaftliche Seite nicht im Griff. Endet das in einem geordneten Rückzug: Wohlan, dumm gelaufen, und andere linksbewegte Medien wie die «Tageswoche» können davon ein Liedchen singen. Andere wie «Bajour» sind nur noch dank den Millionen einer Pharma-Erbin knapp am Leben.

Im Fall der «Republik» ist das ausnahmsweise aber doch ein leichter Anreiz für Schadenfreude. Denn dieses Medium müsste voller Stolz jeden Rappen Steuern abführen und noch Trinkgeld dazu geben. Schliesslich gilt es, den armen Staat vor den bösen unternehmerischen Abzockern zu schützen, die dauernd versuchen, ihr Geld zu verstecken. Das war jedenfalls der Tenor vieler Texte in der «Republik». Es ist ein bisschen, als würde man einen Hardcore-Missionar des Veganismus erwischen, wie er sich in seiner Küche fette Steaks brät.

Kurt W. Zimmermann hat in der aktuellen «Weltwoche» einen weiteren interessanten Aspekt beleuchtet: Dass keine Zeitung über diese Vorgänge berichtet. War es wirklich nicht mal eine halbe Spalte wert, dass die Retter des demokratierelevanten Journalismus in der Schweiz derzeit darüber durchleuchtet werden, ob sie allenfalls Geld am Fiskus vorbeischmuggeln wollten? Hätte sich das ein Medium mit bürgerlich-liberaler Haltung erlaubt, wären die Journalisten anderer Verlage nicht mehr zu bremsen gewesen. Aber hier: Kein Wort.

Das ist zugleich die Moral der Geschichte, die ich dringend meinen Kindern vermitteln muss. Posaune permanent öffentlich heraus, welch guter Mensch du bist, dass du genderst, woke bist, Minderheiten schützt, die das nicht mal wollen. Dann kannst du dir alles erlauben. Du segelst unter dem Radar. Sobald du tausend Mal Wasser gepredigt hast, kannst du Wein trinken, so viel du willst: Keiner schaut mehr hin.

Auch die Betroffenen selbst übrigens nicht. Erstaunlich wortkarg sind die Leute, die sonst auch aus der dünnsten These gern mal 50’000 Anschläge machen. Sie möchten nicht darüber sprechen, was da genau falsch lief. Vermutlich sind sie auch ein bisschen beleidigt. Da wollen sie völlig selbstlos dem Land den Journalismus zurückgeben, und ein paar reaktionäre Kleingeister hacken auf der Steuerrechnung rum. Wirklich undankbar.

Sie machen weiter, als wäre nichts gewesen

Die NZZ geniesst international einen hervorragenden Ruf. Im eigenen Land ist die Bilanz durchzogen. Hin und wieder gibt es Sternstunden, dann folgt wieder der Totalabsturz. Einen solchen bildet die jüngste Ausgabe von «NZZ Standpunkte». Die Sendung ruft förmlich danach, in ihre Einzelteile seziert zu werden.

Der Infektiologe Huldrych Günthard ist leitender Arzt am Unispital Zürich und war hier auch schon mal ein Thema. Vorauszuschicken ist: Der Mann ist um Welten gebildeter als ich, was den akademischen Weg angeht. Ich kann ihm nicht das Wasser reichen, wenn es um sein Fachgebiet geht, keine Frage. Ich habe durchaus Respekt vor Leuten, die ein medizinische Studium absolviert haben.

Wo ich mich hingegen jederzeit auf einen Wettbewerb mit ihm einlassen würde: In Sachen gesunder Menschenverstand. Und wenn es darum geht, das Offensichtliche nicht einfach auszublenden, weil man es nicht sehen will.

Günthard war zu Gast in der Sendung «NZZ Standpunkte», die man hier nachschauen kann. Leuten, die nicht mit völliger Betriebsblindheit geschlagen sind, wird in diesem Gespräch einiges auffallen. Das Nötigste daraus führe ich hier gerne auf. Das spart Zeit.

Ein Thema der Sendung war die aktuelle Übersterblichkeit bei den über 65-Jährigen. Ein Phänomen, das die Wissenschaft dringend untersuchen sollte. Nun haben wir aber das Problem, dass die Wissenschaft in der Schweiz inzwischen keine absolute Freiheit mehr geniesst. So muss sie beispielsweise streng darauf achten, dass das Ergebnis ihrer Untersuchungen niemals, unter keinen Umständen auf die Covid-19-Impfung hinweist. Die wird als Ursache für jedes Problem von vorne herein ausgeschlossen. Daran hält sich natürlich auch Huldrych Günthard.

Was bedeutet, dass nicht mehr viel bleibt. Was haben wir denn neben der Impfoffensive der letzten zwei Jahre als andere mögliche Ursache einer überraschenden Übersterblichkeit? Natürlich nur Corona. Und weil das Virus auch schuld war, wenn ein 98-jähriger mit multiplen Krebserkrankungen an einem Herzversagen starb, muss es auch jetzt wieder Covid-19 sein.

Keine Steuergelder. Keinen Grossverlag im Rücken. Nur Sie an meiner Seite. Danke für Ihre Unterstützung.

Wir sind Herrn Günthard natürlich dankbar, dass er das nicht gleich in dieser Deutlichkeit sagt. Er belässt es bei: «Einiges deutet darauf hin». Was natürlich auch Unsinn ist, einfach schwächer formuliert. Danach begibt er sich aber umgehend wieder ins Reich der völligen Fabeln. Er sagt: Jemand mit einer chronischen Herzerkrankung könnte auch noch Monate nach einer Coronaerkrankung an einem Herzschlag oder einem Hirnschlag sterben. Also eben doch vermutlich Spätwirkungen des Virus. Dafür gibt es keinen einzigen Beleg. Es ist das Gedankenkonstrukt von einem, für den Covid-19 einfach für alles zuständig ist, auch für die Probleme mit der Schwiegermutter.

(Und nun bitte keine unnötigen Zwischenrufe. Ja, die Covid-19-Impfung wurde aufgrund zahlreicher Fälle und Studien mit Herzproblemen in Verbindung gebracht, aber die war es natürlich nicht. Basta. Wo kämen wir denn da hin, wenn wir einfach einen neuen Player ins Spiel bringen?)

Dass die Leute ein halbes Jahr nach Ansteckung aufgrund des Virus tot umfallen, lässt sich leider nicht nachweisen, und das räumt auch der Infektiologe ein. Dazu sagt er: «Es ist extrem schwierig, den Kausalitätsbeweis zu führen.» Aber das hindert ihn nicht daran, die These einfach mal in den Raum zu stellen. Während er für den Nachweis eines Zusammenhangs mit der Impfung vermutlich 15’000 Studien und eine Unterschrift des Papstes einfordern würde, bevor er ihn für denkbar halten würde.

Wir sind wieder an dem Punkt, an dem wir schon so oft waren: Im Zweifelsfall war es immer Covid-19. Die Impfung wäre es nicht einmal, wenn sämtliche Geimpfte heute zeitgleich um 23.59 Uhr tot umsacken würden.

Der gute Herr Günthard hatte danach in der Sendung ein Problem. Er wollte die Kameras nutzen, um den Panikpegel hochzuhalten, nur geben das die Zahlen längst nicht mehr her (wenn sie es je hergaben). Schön doof, dass die neuen Virusvarianten höchstens noch zu einem Hüstelchen führen und die Spitäler kein Corona-, sondern ein selbst verursachtes Personalproblem haben. Wie soll er da den Zuschauern Angst machen?

Ganz einfach: Mit dem, das sich weder beweisen noch widerlegen lässt. Mit wilden Prognosen, mit einer Diagnose, die bis heute nicht klar definiert ist. Mit den Langzeitfolgen. «Long Covid» sei «eine Belastung für das Gesundheitssystem, auch finanziell», sagt der Infektiologe. Das glauben wir ihm aufs Wort. Früher war jeder Kranke im Spital ein Coronaopfer, heute ist er einfach ein Opfer von Long Covid. Wer das Virus irgendwann mal eingefangen hat und danach einige Tage im Bett lag, der gilt bei jedem künftigen gesundheitlichen Problem als Langzeitgeschädigter von Covid-19. Auch nach zehn Jahren noch vermutlich. So lässt sich auch eine Statistik basteln, welche die riesige Gefahr dahinter bestätigt.

Und eben: Impfgeschädigte sind natürlich keine Belastung für das Gesundheitswesen. Weil Politik und die Experten, die von der Politik handverlesen wurden, einfach sagen, dass es gar keine Impfgeschädigten gibt. Ganz schön praktisch.

Und wie lösen wir nun das Problem, das eigentlich keines ist? Natürlich mit einer Lösung, die keine ist: Mit Auffrischungsimpfungen. Der Booster sei «grundsätzlich für jeden sinnvoll», so Günthard. Er beruft sich auf Untersuchungen, wonach dadurch schwere Verläufe seltener werden. Solche Untersuchungen gibt es sicherlich. Man findet für alles eine passende Studie. Wie aussagekräftig sie ist, das ist eine andere Frage. Und sollte eine seriöse Studie zeigen, wie wirkungslos, aber gefährlich die Impfung ist, kann man sie einfach ignorieren. Hätte ich mit 20 gewusst, wie einfach Wissenschaft sein kann, wäre ich nicht Journalist geworden.

Achtung, jetzt jetzt wird es richtig unappetitlich. Deshalb zitiere ich direkt aus der «NZZ», weil ich wirklich keine Lust habe, die folgenden Zeilen durch eine sprachliche Überarbeitung auch noch zu veredeln. Hier, bitte:

Wer Corona auf die leichte Schulter nehme, müsse sich im Klaren sein, dass er damit nicht nur die eigene Gesundheit gefährde, sondern auch für die Allgemeinheit eine «echte Belastung» darstelle. Gleichwohl spricht sich Günthard gegen einen Impfzwang aus. «Meine Philosophie ist, einfach zu überzeugen versuchen», so der Experte. Wer sich nicht überzeugen lasse, müsse im Spital «dann aber auch nicht weinen. Und wenn die Leute uns dann noch beschuldigen wollen, dass sie jetzt schwer krank sind: Da hält sich mein Mitleid in Grenzen.»

Es ist, als wäre nie etwas gewesen. Als wäre die Impflüge den Beteiligten nicht um die Ohren geflogen. Als wüsste nicht das ganze Land inzwischen, dass uns eine Legende verkauft wurde. Wer sich nicht impft, gefährdet die Allgemeinheit, sagt Huldrych Günthard. Ich muss annehmen, dass er das selber immer noch glaubt. Wenn dem so ist, besuche ich künftig einen Schamanen in der Inneren Mongolei, wenn ich eine medizinische Expertise brauche.

Und was seine trotz aller Gegenbeweise anhaltende Diffamierung Ungeimpfter angeht: Mit Rücksicht auf meine eigene Gemütslage verzichte ich darauf, das näher zu beleuchten. Widerlicher geht es kaum.

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Aber die Sendung endet versöhnlich. Der Herr vom Unispital sagt, er würde sogar «den stursten Impfverweigerern helfen». Ist der Mann nicht einfach die Grossmut in Person? Dumm nur, dass die «Impfverweigerer» seine Hilfe in den seltensten Fällen nötig haben. Unterstützung brauchen derzeit vor allem Impfgeschädigte. Aber weil es die für Herrn Günthard nicht gibt, dürfen sie wohl auch keine Hilfe erwarten. Sie müssten zuerst schriftlich bestätigen, unter «Long Covid» zu leiden, erst dann würden sie für unser Gesundheitssystem akzeptabel.

Und hier der wirkliche Schlusspunkt. Huldrych Günthard sagt: «Ich bin ja nicht beruflich Corona-Experte. Dass ich jetzt so viel in den Medien gekommen bin, das habe ich nie geplant. Und ich habe mich dann natürlich immer wieder gefragt: Warum bin ich jetzt da?»

Endlich verstehen wir uns, der Herr Infektiologe und ich. Endlich sind wir einer Meinung. Denn auch ich frage mich das schon seit einiger Zeit: Ja, warum sind Sie jetzt da? Und vor allem: Wie lange noch?

Lügen sollte man nie unterschätzen

Hier statt eines eigenen Textes ein Hinweis auf einen Beitrag meines Kollegen Milosz Matuschek, der in wunderschön geballter Weise und sehr nüchtern zusammenfasst, was seit bald drei Jahren läuft. Leider scheint es weiterhin nötig, das Offensichtliche immer und immer wieder zu sagen.

Ich hatte vor wenigen Tagen einen Austausch mit einem Arzt, der – was ich immer sehr schätze – mit mir seine persönlichen Erfahrungen geteilt hat. Das Problem war, das vieles davon anekdotischer Art war. «Anekdotisch» nicht im Sinn, dass es nicht stimmt, sondern dass es eine einzelne Erzählung aus gemachten Erfahrungen heraus ist.

Das darf und soll man ruhig. Es gibt dabei nur ein Problem. Wer von einer impfgeschädigten Person erzählt, dem wird von den Medien und von Massnahmenbefürwortern vorgeworfen, er würde von einem nicht überprüfbaren Einzelfall sprechen und daraus fälschlicherweise eine These ableiten wollen. Wer von schwerkranken Ungeimpften und den tödlichen Folgen des Virus spricht, dem hingegen ist einfach zu glauben, und seine Anekdote ist ein Beweis für das grosse Ganze.

Ich spreche Erfahrungsberichten also keineswegs einen gewissen Wert ab, nur sollte man dann alle gleich behandeln. Kommt dazu, dass ich von Tag 1 weder die Existenz eines Virus noch dessen Gefährlichkeit für ganz bestimmte Risikogruppen abgestritten habe. Was die grosse Masse angeht, und dabei bleibe ich, hatten wir es mit den Auswirkungen einer durchschnittlichen Grippe zu tun.

Einigermassen erschütternd für mich in diesem Gespräch war die (oft gemachte) Aussage, wonach fast nur Ungeimpfte auf den Intensivstationen gelegen seien. Es ist wohlbekannt, dass im Verlauf der Geschichte irgendwann von den Spitälern der Impfstatus gar nicht mehr kommuniziert wurde und man schon zuvor bei unbekanntem Status einfach von «ungeimpft» ausging. Das Bundesamt für Gesundheit hat es zudem nie geschafft, eine Gesamtschau zu präsentieren, weil längst nicht alle Spitäler an ein einheitliches Informationssystem gekoppelt sind.

Sprich: Wer sagt, es habe nur Ungeimpfte schwer getroffen, handelt wieder rein anekdotisch. Man zeige mir bitte die Erhebung, die das zweifelsfrei bestätigt. Und wenn wir schon beim anekdotischen Erzählen sind: Twitter ist voll von völlig überzeugten Massnahmenbefürwortern, die ihre dritte, vierte oder fünfte Ansteckung und gesundheitliche Einschränkungen daraus beklagen. Mein persönlicher Bekanntenkreis besteht inzwischen fast nur noch aus Ungeimpften, und da höre ich bis auf wenige Ausnahmen nichts dergleichen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung meiner Arbeit.

Es gilt, was seit Beginn der Coronasituation galt: Wir stecken in einer Dunkelkammer, und der Lichtstrahl wird immer auf das gerichtet, was gerade in die Geschichte passt. Ich pflege sehr viel Kontakt zu Pflegepersonal, zu den Leuten an der Front, und die haben nur ein müdes Lächeln für die Aussage von der «Pandemie der Ungeimpften» übrig. Ihre Erfahrungen sehen anders aus. Aber keiner hört ihnen zu – beziehungsweise: Sie schweigen in der Öffentlichkeit, weil sie um Ihren Job bangen. Auch das haben Staat und Medien geschafft.

Mein Kollege Milosz Matuschek hat in der Weltwoche eine hervorragende Zusammenfassung der vielen Ungereimtheiten bis Lügen gemacht, die sich angestaut haben. Es lohnt sich nur schon für diesen Text, ein Online-Abo auf weltwoche.ch abzuschliessen. Die Zeitschrift ist längst die einzige, die es noch wagt, Fragen zu stellen. Hier findet Ihr den bewussten Beitrag.

Ich stelle in Gesprächen wie dem erwähnten immer wieder fest, dass auch bei bisher zweifelsfrei von dem Narrativ des Staates überzeugten Personen inzwischen zwar in kleinen Details Zugeständnisse an uns «Schwurbler» gemacht werden (beispielsweise betreffend der Versprechungen rund um die Impfung), aber in den grossen Linien weiter an der Story festgehalten wird. Die sehr undurchsichtige Vorgeschichte zur Einläutung der «Pandemie» im Frühjahr 2020 müsste inzwischen bei jedem, der nicht selbst Teil der ganzen «Mission» ist, zu Fragezeichen führen.

Was Matuschek schreibt, darf gerne überprüft werden. Nichts an seiner Chronik kann widerlegt werden. Welche Schlüsse man daraus zieht, ist die Sache jedes Einzelnen. Aber wer nach dieser Lektüre mit gutem Gewissen immer noch behauptet, in den vergangenen fast drei Jahren sei es den Staaten, der WHO und den Pharmaunternehmen darum gegangen, unsere Gesundheit vor einer tödlichen Gefahr zu bewahren, braucht inzwischen wirklich viel Fantasie. Oder er kann einfach nicht mehr zurück buchstabieren.

Was sich unterm Strich zeigt: Lügen können mächtig sein und eine lange Halbwertszeit aufweisen. Es ist beispielsweise erstaunlich, dass man Ende 2022 ernsthaft immer noch auf die Untauglichkeit des PCR-Testes hinweisen muss, der nur eines der Instrumente auf dem Weg zum Ziel war. Denn wissen konnte man das schon lange. Und Beispiele dieser Art gibt es inzwischen im Dutzend.

Fast drei Jahre lang wollte man uns belügen. Inzwischen muss man es tun. Weil alles andere eine Wurmbüchse öffnen würde, die sich nicht mehr schliessen lässt.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung meiner Arbeit.