In Mannheim ist ein 47-jähriger Mann nach einem Polizeieinsatz verstorben. Die Bilder, die zeigen, wie ihn die Polizisten in die Mangel nehmen, sind verstörend. Der Aufschrei der Öffentlichkeit bleibt allerdings aus.

Auf Twitter schreibt eine Dame:

«Wenn ein schwarzer Intensivtäter in den USA durch Polizeigewalt stirbt, brennt hier die Strasse. Wenn ein alter, weisser, dicker Mann in Deutschland durch Polizeigewalt stirbt, müssen erstmal in Ruhe alle Hintergründe beleuchtet werden. Vielleicht war ja sein Impfpass gefälscht.»

Ja, das ist polemisierend und mag auch zu kurz greifen. Es ist eine pauschalisierende Ausgabe. Sie trifft aber selbst in der Zuspitzung das herrschende Problem ganz gut. Heute zählt nicht, was man tut, sondern WER es tut oder WEM etwas angetan wird; auch das habe ich schon oft geschrieben, ich weiss. Aber es ist leider eine Tatsache.

Der Tweet bezog sich auf einen Fall, der unter anderem hier beschrieben ist. Ein Mann (47) leistet bei einem Zugriff der Polizei Widerstand, die Polizisten versuchen, ihn unter Kontrolle zu bringen. Dafür, so heisst es jeweils bei Rückfragen, seien die Beamten geschult. Was für den Laien nach Brutalität aussieht, seien gezielte Aktionen, die helfen sollen, den Widerstand zu brechen, ohne übermässig Schmerzen auszulösen.

Nur sieht es leider äusserst schmerzhaft aus, wie dem Mann zunächst mehrere Schläge in der Kopfregion verpasst werden und dann zwei Polizisten zum Teil auf ihm knien, während er auf dem Bauch liegt. Als er schliesslich, zu weiterer Gegenwehr längst nicht mehr fähig, auf dem Rücken liegt, sieht man die Verletzungen im Gesichtsbereich. Als Nächstes ist dann der Notarzt mit Wiederbelebungsmassnahmen an der Reihe. Die waren vergeblich, der Mann starb.

Ich verlinke das Video, das offenbar ein Passant während der Aktion gedreht hat, ganz unten. Man sollte es sich nur antun, wenn man mit einem solchen Anblick fertig wird. Man sieht immerhin, wie jemand zu Tode kommt. Ob das, was davor geschehen ist, zum Tod geführt hat oder es andere Ursachen dafür gab, kann ich nicht beurteilen. Geholfen hat der Polizeieinsatz jedenfalls kaum.

Die Polizisten waren nicht dort, um einem notorischen Gewaltverbrecher das Handwerk zu legen. Sie waren gerufen worden, weil der Mann nach Einschätzung eines ärztlichen Dienstes Hilfe benötigte. Das sah er offenbar anders und wehrte sich gegen die Intervention. Diese wiederum sieht aus, als würde gerade eine Gefahr für die Öffentlichkeit ausgeschaltet. Dabei ging es bei diesem Einsatz um jemanden, der als «Patient» galt und vermutlich verwirrt war.

Ob es verhältnismässig ist, jemanden mit Schlägen und dem gewaltsamen Drücken auf den Boden zu seinem Glück, einer Unterstützung durch die Behörden, zu verhelfen, soll jeder selbst beurteilen.

Aber zurück zur Dame ganz oben. Was sie meint: In anderen Fällen war die Öffentlichkeit sehr schnell mit dem Urteil über die Polizei. Hier gehört das Opfer keiner gesellschaftlichen Minderheit an. Es wird keine Demonstrationen für ihn geben wie bei «Black Lives Matter». Der Tote hat in diesem Fall schlicht keine Lobby.

In anderen Fäl…