Humor haben sie ja, die LGBTQ-Aktivisten. Sie machen sich stark für die Hamas und sind überzeugt, diese sei offen für ihre Anliegen, sobald man sich mal besser kennengelernt habe. Die einzige Frage ist: Was träumen diese Leute nachts?
Ich liebe originelle Vergleiche, und der hier – der leider nicht von mir ist – kursiert schon seit längerer Zeit im Netz. Aktivisten der LGBTQ-Bewegung, die sich gegen Israel, für Gaza und damit ultimativ auch für die Hamas stark machen, sind vergleichbar mit Hühnern, die sich für die Fastfood-Kette «Kentucky Fried Chicken» engagieren. Überaus treffend.
Aber was früher als richtig gute Satire ein Brüller gewesen wäre, das generiert heute die Realität. In Videoclips in den sozialen Medien erklären Queer-Bewegte, warum es kein Widerspruch ist, wenn sie sich für die Hamas ins Zeug legen. Ich fasse die Argumente mal zusammen, mit einer Hand auf der Tastatur, während ich mir mit der anderen die Lachtränen aus dem Gesicht wische.
- Die Hamas hat kein Problem mit LGBTQ, sie weiss nur noch zu wenig darüber, man muss den Leuten von der Hamas nur mal in Ruhe erklären, was dahinter steckt, dann klappt das schon.
- Es gibt 72 Geschlechter, und das kann man auch Hamas-Terroristen vermitteln, die das leider noch nicht wissen, dann werden sie überaus offen sein für diese These.
- Was natürlich helfen kann: ein «LGBTQ-freundlicher Koran», an dem einige Aktivisten derzeit bereits fleissig arbeiten. Liegt der erst mal vor, werden den Muslimen von der Hamas schon die Augen aufgehen.
- Ein konkreter Plan ist ein LGBTQ-Café (natürlich mit veganem Angebot) in Gaza, das zum Zentrum der neuen Freundschaft zwischen der Hamas einerseits und Schwulen, Lesben, Nonbinären und Co. wird.
- Und nicht zu vergessen: Natürlich soll es Drag-Queen-Shows in Gaza geben, ein neues Angebot zur kulturellen Befruchtung.
Ich wünschte wirklich, ich hätte das alles erfunden. Zum einen würde es mir überaus grosse Originalität attestieren, zum anderen wäre dann klar, dass es nicht wirklich Menschen gibt, die das alles da oben wirklich glauben.
Aber sorry, es ist so. Das sind Originalaussagen von LGBTQ-Aktivisten. Sie sind zutiefst überzeugt, dass man mit den Leuten bei der Hamas nur mal in Ruhe sprechen muss, dann wird man sofort eine gemeinsame Ebene finden. Weil die von der Hamas ja berühmt dafür sind, offen für andere Positionen zu sein, vor allem im Bereich der Sexualität, und überaus gerne mit Andersdenkenden in Ruhe diskutieren und sich dann eines Besseren belehren zu lassen.
Demnach ist also nur die bisher fehlende Kommunikation der Grund dafür, dass in Gaza hin und wieder Homosexuelle zu Tode geprügelt werden (während die «Polizei» tatenlos zuschaut) und es keinem Einheimischen mit etwas Vernunft in den Sinn käme, sich zu outen. Nö, ist klar: Das liegt nur daran, dass denen von der Hamas bisher niemand etwas von den 72 Geschlechtern gesagt hat. Und die Führungsriege der Terroristen wartet nur darauf, dass sie endlich die ausrangierte alte Version des Koran durch eine LGBTQ-Variante ersetzen kann. Militante Islamisten sind bekannt für ihre Flexibilität, was den Austausch der Worte des Propheten angeht.
In Israel wiederum möchten sich die Damen mit Bart und Herren mit Rock nicht für ihre Sache engagieren, das ist schliesslich der böse Feind. Und zudem: In Tel Aviv darf man ja bereits problemlos regenbogig unterwegs sein, dort gibt es Pride-Paraden und Schwulen-Bars, und eine Drag Queen ruft keinen Hund hinterm Ofen hervor. Im Nahen Osten gibt es kein Land, in dem die Rechte dieser Menschen so geschützt und ihre Anliegen so akzeptiert sind wie Israel.
Was natürlich auch heisst: Dort ist es keine Herausforderung, sich für LGBTQ-Belange einzusetzen. Da nehmen wir doch lieber Gaza, nicht wahr? Wo das sehr wohl eine Herausforderung ist, wie einige Beispiele zeigen:
- Ein Ranking aus 2021 führt Palästina punkto Akzeptanz von LGBTQ hinter Ländern wie Saudi-Arabien und Kongo, eine andere Untersuchung setzt es auf Platz 160 von 170, was das angeht.
- Gleichgeschlechtliche Beziehung zwischen Männern werden laut Amnesty International mit bis zu zehn Jahren Gefängnis bestraft. Jedenfalls, wenn man so lange überlebt, bis man vor «Gericht» steht, also einem von niemandem gewählten Rat von Terroristen.
- Schwule fliehen daher gern mal von Gaza nach Israel. Ziemlich vielsagend.
- Wobei das manchmal noch nicht reicht. 2022 ging die Geschichte von Ahmad Abu Marhia durch die Medien, einem Homosexuellen, der in Israel ein Asylgesuch gestellt hatte – aber noch während dieses Verfahrens in Hebron entführt und enthauptet wurde. Natürlich konnte man dabei zusehen, die Mörder zeigten Aufnahmen der Tat in den sozialen Medien.
- Dieses Schicksal ist bekannt, weil es sich in Israel zutrug. Wie viele andere Opfer der LGBTQ-Gruppe in Gaza selbst es gibt, ist unbekannt.
Die simple Tatsache, dass radikale Islamisten keine Lust haben, sich über 72 Geschlechter informieren zu lassen, sondern lieber direkt zum Krummsäbel greifen, ist aber natürlich nichts wert, weil sie das Narrativ stört, wonach Palästina gut und Israel böse ist. Deshalb gibt es das überaus originelle Wort «Pinkwashing». Damit soll beschrieben werden, wie die progressive Haltung Israels gegen sexuellen Minderheiten nur aufgebauscht werde, um von den Missetaten gegenüber Palästinensern abzulenken.
Oder anders ausgedrückt: Die einen (Hamas) unterdrücken oder zerstückeln LGBTQ-Angehörige, aber mit denen soll man bitte das Gespräch suchen, die meinen das bestimmt nicht so. Die anderen (Israel) akzeptieren sie, aber das ist nur «Pinkwashing» und rein politisch motiviert, die sind des Teufels.
Man muss schon sehr speziell gebaut sein, um im Kopf solche Schlangenlinien fahren zu können.
Im zivilisierten Westen wird Buch geführt über Gewalttaten gegen LGBTQ-Angehörige, und diese wiederum fabulieren munter über eine dauernde Zunahme von Diskriminierung. Deshalb braucht es dringend dauernd Demonstrationen und Paraden, um endlich Akzeptanz zu erhalten.
Gleichzeitig machen sich dieselben Leute stark für die Führer eines «Staats», in dem sie nicht mal lang genug am Leben wären, um zu erklären, was sie gerne sagen würden.
Verrückt ist nicht, dass es das gibt. Verrückt ist, dass diesen Leuten kaum jemand sagt, dass sie verrückt sind.