Wer Meinung und Debatte aus 200 Metern wegknallen möchte, muss wissen: Er tritt das, was er loswerden wollte, damit erst richtig los.
Amerika brannte nicht. Kein Laden wurde geplündert. Kein Mob attackierte Schaufenster und Autos. Stattdessen standen Menschen in kleinen Gruppen zusammen. Beteten, trauerten, schwiegen gemeinsam. Es war ein Moment der Einkehr, nicht des Zorns.
Und doch gibt es ihn, diesen Zorn. Er sitzt irgendwo tief in der Magengrube, and make no mistake: Er wird den Weg nach oben finden.
Es gibt Ereignisse, nach denen die Zeit stehen bleibt und sie sich zugleich schneller dreht als zuvor. Die Ermordung von Charlie Kirk, einem konservativen US-Aktivisten, war ein solcher.
Die Nachrichtenmaschinerie ratterte auf Höchstleistung, die sozialen Medien explodierten, gleichzeitig stand man unter dem Eindruck eines kollektiven globalen Komas. Was hier gerade geschehen war, war so atemberaubend, dass es einigen die Stimme verschlug und andere versuchten, mit lauten Schreien wieder Luft zu kriegen. Es war ein babylonisches Gewirr aus verständnislosem Schweigen und reflexartigen wie hilflosen Erklärungsversuchen.
Wer glaubt, die Ermordung von Charlie Kirk sei eine Fussnote in der Geschichte der politischen Gewalt, der irrt. Es gibt eine Zeitrechnung vor und eine neue nach dieser Tat. Immer, wenn eine politisch aktive Person Opfer einer Gewalttat wird, ist diese ein Anschlag auf die Meinungsfreiheit.
Nie zuvor aber in dieser Deutlichkeit.
Die Leute, die sich nun überschlagen mit negativ besetzten Beschreibungen über Charlie Kirk, kannten ihn entweder nicht, haben sich oberflächlich informiert oder glauben gern alles, was sie irgendwo aufschnappen. Dieser Mann war geerdete politische Mitte. Immer wieder konfrontierten ihn Aktivisten von ganz rechts mit dem Vorwurf, nicht deutlich, scharf und hart genug zu sein. Seine politischen Forderungen hätten direkt aus dem Programm jeder konservativen Partei in Europa in den 80er-Jahren stammen können.
Man kann das überprüfen, wenn man sich seine – fast immer durch Aufnahmen belegten – Wortmeldungen anschaut, statt auf die verfälschten bis schlicht gelogenen «Zusammenfassungen» unserer Massenmedien zu hören. Der Einsatz für das eigene Land und dessen Souveränität, der Schutz vor negativen Einflüssen von aussen, Leistung fördern statt Almosen verteilen, die eigenen Wurzeln und Traditionen respektieren, statt sie über Bord zu werfen: Daran war nichts extrem und schon gar nichts gewalttätig.
Zumal er diese Haltung nicht einfach als pure Wahrheit verkündete wie ein Missionar, sondern seine eigene Position täglich auf den Prüfstand stellte – im Dialog mit Andersdenkenden.
Wenn nun einer fand, man müsse Charlie Kirk erschiessen, damit es auf der Welt weniger «Hass» gibt, dann nur, weil er selbst vom Hass zerfressen war, den die Mainstream-Medien täglich ausschütten. Inflationär wird dort das Label «Faschist» ausgegeben, immer dann, wenn man mit einer gegenteiligen Meinung konfrontiert wird, auf die man kein gutes Gegenargument zur Hand hat, meist, weil es einfach keines gibt.
Unaufhörlich wird von der drohenden Gefahr von rechts fabuliert. Ständig sind Demokratie und «Vielfalt» angeblich in Gefahr. Während sie uns davor warnen, demontieren dieselben Leute die besagte Demokratie – und deuten den Begriff Vielfalt neu, indem sie alles daraus exkludieren, was nicht in ihrem Sinn ist.
Wie lange kann man Andersdenkende wahllos als gefährliche Extremisten brandmarken, bis es einer wörtlich nimmt und zur Flinte greift? Immerhin kennen wir jetzt die Antwort darauf.
Spezialausgabe zur Ermordung von Charlie Kirk
So widerlich die offen zur Schau getragenen Jubelgesänge über den Tod des Mannes waren, der frei von Belegen als Rechtsextremer, Sexist und Frauenunterdrücker bezeichnet wurde, so konsequent sind sie. Zeitungen und Magazine, die uns in den letzten Jahren im Dutzend auf den Titelseiten Politiker rechts der Mitte mal als Hitler-Wiedergeburt, mal als Satan vorführten, können jetzt schlecht in Tränen ausbrechen.
Klar, pflichtschuldig haben die Kommentatoren zu erklären, dass Gewalt nie eine Lösung ist, aber zu laut und zu deutlich dürfen sie das nicht machen, weil sonst die Frage auf der Hand liegt: Warum eigentlich nicht? Warum durfte man da nicht schiessen? Hitler und Satan dürfte man doch schliesslich auch straffrei und unter viel Applaus erlegen?
Denn, hey: Ihr habt uns doch gesagt, wie gross die Gefahr ist, die von Leuten wie Charlie Kirk ausgeht – und nun ist es auch wieder nicht recht? Da soll sich einer noch zurecht finden.
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Sie ersticken gerade ein bisschen an ihren eigenen Worten der Vergangenheit, all die öffentlich-rechtlichen Sender, die grossen Zeitungen, die Faktenchecker dieser Welt. Sie müssten nun eigentlich merken, dass es auch ihr Finger am Abzug des Gewehrs war, aber nein, das tun sie natürlich nicht, weil nicht nur ihre Konsumenten, sondern auch sie selbst längst wirklich glauben, was sie so von sich geben.
Denn man muss es in dieser Deutlichkeit sagen: Nicht nur Linke und Woke-Bewegte haben Charlie Kirk gehasst. Journalisten ebenso. Der Mann hat schliesslich unverfroren das getan, was eigentlich ihre Aufgabe wäre: Die Gegenrede zulassen, jeden sprechen lassen, einen Dialog entstehen lassen, eine Debatte in die Welt tragen. Das war einst die Aufgabe von Medienschaffenden, nun teilen sie uns täglich mit, wie gefährlich das ist. Ihr neuer Job ist es, «Fake News» zu verhindern und deren Absender auszusperren. Wobei sie praktischerweise gleich selbst definieren, was und wer darunter fällt.
Man stelle sich diese Provokation vor. Da setzt sich ein junger Mann mitten in die Höhle des Löwen, vor ein Publikum auf dem Campus von Universitäten, vollgestopft mit grösstenteils bereits hirngewaschenen jungen Leuten, und setzt sich deren Meinung aus. Unsere Journalisten hingegen wollen keine Sekunde mit Andersdenkenden konfrontiert werden. Von ihrer Redaktionsstube aus bedenken sie diese mit Kampfbegriffen wie «umstritten», «Schwurbler» oder «Verschwörungstheoretiker» und erklären ihrem Publikum, es diene dessen Schutz, wenn man sie nicht zu Wort kommen lasse.
Und nun?
Auf den Tod folgte die Stille. Und auf die Stille folgt die Glut, die im Verborgenen lodert. Das, was derzeit lautstark auf uns einprasselt in den sozialen Medien und Kommentarspalten, die Jubeltänze der einen und der entrüstete Aufschrei der anderen, ist nicht die echte Konsequenz des Geschehens. Diese wird uns erst mit etwas Verzögerung erreichen.
Denn die Kugel eines verwirrten Einzelnen war die Botschaft sehr vieler. Wir hören diese schon lange, aber nie wurde sie uns so gnadenlos vorgetragen wie hier.
Die Botschaft lautet: Denk, was du willst, sag, was du willst, tu was du willst – solange es in dem Rahmen bleibt, den wir gezogen haben, ohne demokratische Legitimation, ohne Mehrheit im Rücken, einfach kraft unserer Lautstärke und unter gütiger Mithilfe überforderter Politiker und Medien, die noch so gern den Komplizen spielen.
Wir wissen nun, wie ernst es ihnen damit ist. Wer die Stirn hat, aus diesem Rahmen auszubrechen, eine andere Meinung zu haben und dann erst noch die Frechheit besitzt, diese mit Anderdenkenden auszutauschen, der darf natürlich theoretisch und eigentlich und generell gesprochen nicht erschossen werden, aber…
Aber.
Aber.
Aber irgendwie eben vielleicht doch ein kleines Bisschen.
Und nun sitzen wir hier und denken darüber nach, was zu tun ist, aber im Grunde kennen wir die Antwort.
Weitermachen.