Die Verzerrung der Realität

Wahr ist nicht, was wahr ist. Wahr ist, was geglaubt werden soll. Ob tote Kinder in Grossbritannien, die «Hitze» in der Schweiz, die RKI-Files und vieles andere mehr: Gegen die Wahrheit werden Brandmauern errichtet.

Eine hübsche Sommergeschichte im «Nebelspalter», für den ich täglich eine Medienkolumne schreibe. Oder besser: eine Geschichte zur Geschichte. Ich habe dort die RKI-Files thematisiert, und als der Beitrag auf LinkedIn verbreitet werden sollte, wurde er gleich mal gelöscht. Inzwischen gibt es ihn wieder, es heisst, die Löschung sei «versehentlich» erfolgt. Klar doch. Regelmässige Blogleser kennen die Wahrheit bereits. LinkedIn lässt nichts zu, was der Sichtweise von «führenden Organisationen» widerspricht. Dazu gehört auch die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Staatshörige soziale Medien wie LinkedIn haben ein Problem. Das beginnt spätestens, wenn die Wahrheit, die sie fleissig verbannen wollen, erwiesen ist, wie die RKI-Files das geschafft haben. Man löscht also nicht einfach nur mehr auf Vorrat berechtigte Fragen und Zweifel in der Zeit der Ungewissheit. Man killt auch die Erwähnung der nackten Beweisführung. Es soll also verboten sein, aus real existierenden Dokumenten von Behörden zu zitieren? Sicher doch, jedenfalls, wenn die Faktenlage für die Besagten unangenehm ist.

Fall 2: In Grossbritannien sterben drei Kinder bei einem brutalen Angriff mit einem Messer. Der Täter ist der Sohn von Einwanderern aus Ruanda. Danach verbreiteten sich quer durchs Land Demonstrationen gegen diesen Gewaltakt. Dieser an sich ist inzwischen kaum mehr ein Thema. Es geht nur noch darum, dass angeblich rechtsextreme Aktivisten die Lage für sich ausnutzen und den Fremdenhass anstacheln. Der Täter, wird genüsslich nacherzählt, sei entgegen ersten Falschmeldungen kein Asylbewerber gewesen, sondern in Grossbritannien geboren. So what? Er ist dennoch das Produkt einer ausser Kontrolle geratenen Migrationspolitik, die gar keine Kontrolle mehr darüber zulässt, wer ins Land kommt und weshalb – und wofür. Es ist wieder mal die klassische Ablenkungstaktik: Statt einer Debatte über die Zuwanderung haben wir eine über die angebliche Unterwanderung des Landes durch Rechtsextreme. Ich persönlich kenne kein Land in Europa, das vor einem Umsturz durch neofaschistische Kräfte steht. Was ich hingegen kenne, sind unmissverständliche Statistiken darüber, wie Gewalt und Straftaten förmlich importiert werden.

Fall 3: Die «Hitze». Einige heisse Tage, und bei den Redaktionen drehen sie durch. Hitzeticker hier, Hitzealarm dort, Tipps gegen Hitze da. Vergessen ist der verschiffte Sommer. «20 Minuten» erklärt uns, wie wir die «Hitzewelle» überleben, und alte Leute wie ich erinnern sich an 2003, als über Wochen ans Arbeiten kaum zu denken war. Irgendwo hat einer einen «Rekordtag» mit über 35 Grad in irgendeiner südlichen Ecke der Schweiz gefunden und drückt auf den Panikknopf. Vor rund 20 Jahren hatten wir das in Serie an aufeinander folgenden Tagen selbst im tiefen Osten des Landes. Weil damals aber noch keine Irren auf dem Asphalt klebten, nahm man es als das hin, was es war: ein sehr heisser Sommer.

Denn letztlich geht es ja darum:

  • Das Klimathema, das keiner mehr hören will, muss um jeden Preis bleiben.
  • Die angebliche Gefahr von rechts, die niemand sieht, muss um jeden Preis bleiben.
  • Die Corona-Erzählung, die längst widerlegt ist, muss um jeden Preis bleiben.

Und so weiter und so fort.

Parallel dazu kann sich die WHO derzeit übrigens gerade nicht entscheiden, ob sie die Vogelgrippe oder die Affenpocken zum nächsten grossen Ding erklären soll. Es ist die Qual der Wahl, aber es spielt eigentlich keine Rolle. Was auch immer es ist: Es wird Möglichkeiten schaffen zur erneuten Einschränkung von Grundrechten und Freiheiten, es wird Gelegenheiten schaffen, kritische Denker zu diskreditieren, es wird den Vorwand liefern, die Denunziation unschuldiger Menschen anzufeuern.

Und damit das keiner merkt, erfindet man parallel dazu rechte Umsturzgefahren und verbietet Zeitschriften, die auf die laufende Umgestaltung der Gesellschaft hinweisen. Unsere Regierungen sind nur noch damit beschäftigt, von dem abzulenken, was sie so treiben.

Das Ergebnis ist eine verzerrte Realität. Was wirklich geschieht in grossen Schritten, nimmt eine Mehrheit nicht mehr zur Kenntnis. Undemokraten von der EU-Kommissarin Ursula von der Leyen bis zur deutschen Innenministerin Nancy Faeser haben leichtes Spiel. Denn nicht einmal die Enthüllung der nackten Wahrheit ändert mehr etwas.