Auf dem Weg zur 70-Prozent-Marke bei der Impfung, steigende Fallzahlen (huch, nein, so was aber auch!), und nun ab Montag ein Lockdown für Ungeimpfte: Unsere östlichen Nachbarn haben jeden Realitätssinn verloren. Noch beunruhigender ist nur, dass wir die Tendenz haben, ihnen nachzueifern.

Die sogenannte «Pandemie der Ungeimpften» grassiert auch in Ländern mit hoher Impfquote munter weiter. Der Satz allein enthüllt den aktuellen Wahnsinn eigentlich ausreichend. Aber das kümmert die Politik in Österreich nicht. Der neue Bundeskanzler Schallenberg, ins Amt gerutscht, weil das Image seines Vorgängers Sebastian Kurz sauberer war als seine eigentlichen Handlungen, hat schon früher angekündigt, es werde «ungemütlich für Ungeimpfte». Das zieht er nun durch. Wider jede Evidenz. Aber mal ehrlich, inzwischen würden wir uns ja alle furchtbar erschrecken, wenn ein Politiker etwas anordnet, das inhaltlich Sinn macht.


Man sollte nun nicht über Österreich den Stab brechen. Sie sind ja nicht verrückter geworden als der Rest der Welt, sie liegen uns einfach ein bisschen näher als Australien oder Tschechien. Aber mal ehrlich: Muss man heute denn radikale Eingriffe ins Leben der Menschen wirklich nicht mal ansatzweise begründen? Rund 65 Prozent der Österreicher sind vollständig geimpft, angesichts der Zahlen mit Erstimpfungen werden es bald rund 70 Prozent sein. Mehr als zwei Drittel. Und diese zwei Drittel sind dank des hervorragenden Impfstoffs nun so perfekt geschützt, dass man das ungeimpfte Drittel einsperren muss? Da besteht Erklärungsbedarf, aber wir sind im siebten Himmel der Politikerzunft gelandet: Sie müssen heutzutage nichts mehr erklären können. Nur noch verordnen. Und wenn doch eine kritische Frage kommt, kann man auf das überlastete Gesundheitssystem verweisen. Das existiert zwar nicht und wird ganz offensichtlich auch nicht durch die Impfung entlastet, aber eben: Das spielt alles keine R…