Wir können dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in der Schweiz Mittel entziehen. Aber nützen wird es nichts. Was wir brauchen, ist eine «No Billag»-Initiative 2.0 – und dann ein Neuanfang auf der grünen Wiese.
Ich schreibe mir seit geraumer Zeit die Finger wund über die Leistung oder eher Nichtleistung der Kanäle der SRG. Hin und wieder werde ich gefragt: Was hast du denn genau gegen die Leute bei SRF?
Die Antwort ist einfach: nichts. Mein Hass richtet sich selten gegen Konstrukte. Natürlich habe ich nichts gegen die SRG. Höchstens gegen das, was ihre Kanäle so verbreiten.
Ich bin überzeugt, dass jeder, der bei SRF arbeitet, zutiefst davon überzeugt ist, eine anständige Leistung abzuliefern. Das Problem ist nur: Bei besagtem SRF arbeiten praktisch ausschliesslich Leute, die darunter exakt dasselbe verstehen. Diese bestätigen sich gegenseitig darin, wie Wahrheit zu verbreiten. Gegenstimmen gibt es keine.
Was konkret heisst:
«Der Klimawandel bringt uns um und wir können etwas ändern daran, indem wir auf alles verzichten, was uns lieb ist. Es gibt beliebig viele Geschlechter, egal, was die Biologie sagt. Alles abseits von meiner Weltsicht ist rechtsextrem, und wenn sich die Welt überhaupt noch retten lässt, dann nur mit einer grünen Agenda.»
Ich mache den einzelnen Leuten, die das alles ernsthaft glauben, nicht mal einen Vorwurf. Wahrnehmungsstörungen sind dieser Tage weit verbreitet. Die Frage ist nur, ob wir uns gebührenfinanziert exklusiv aus der Riege solcher Menschen informieren lassen müssen. Sollte es jemals SRG-Journalisten gegeben haben, die anders ticken, so wurden sie längst aus dem System gekegelt. Mal ehrlich: Wie lange hält es jemand dort aus, der Zweifel an diesen Darstellungen hat?
Stellen wir uns für einen Moment jemanden vor, der in der Redaktionssitzung von «Meteo» Zweifel am menschengemachten Klimawandel äussert. Wie lange würde derjenige wohl dort sitzen?
Oder ein SVP-Wähler in der Redaktion der «Rundschau»: Hätte er eine Überlebenschance? Bei «10 vor 10»: Es wird schwierig. Bei der «Tagesschau»: Sonst geht’s gut?
Das ist alles gar nicht vorstellbar. Denn die SRG-Medien sind kein Biotop, sondern ein «Monotop». Ich bin seit 32 Jahren in diesem Geschäft, ich kenne unzählige Leute, die bei SRF arbeiten, und sie funktionieren alle nach demselben Prinzip. Dieses lautet: Links ist gut, rechts ist böse, und es ist mir völlig egal, was die Realität dazu sagt.
Wer dem widersprechen will, soll mir bitte einen rechtsgelagerten SRF-Journalisten präsentieren. Einen einzigen. Das sollte nicht zu viel verlangt sein. Einen von mehreren tausend. Nur einen einzigen. Meine Mailbox wartet.
Was heisst eigentlich genau «öffentlich-rechtlich»? Würde man unter dem Begriff nicht einen Spiegel der Gesellschaft erwarten? Ist die Öffentlichkeit nicht im besten Sinn «divers»? Das ist schon alles, was ich erwarte: Ein Kaleidoskop der Meinungen, eine Vielfalt. Dann würde nämlich auch das Resultat, beispielsweise eine Nachrichtensendung, eine Auswahl bieten.
Was wir erleben, ist das pure Gegenteil.
Blicken wir zurück auf Corona. Hat sich auch nur einer der Kritiker der behördlichen Massnahmen von SRF vertreten gefühlt? Hatte ein einziger von ihnen den Eindruck, seine Gebührengelder seien gut angelegt, weil seine Sicht der Dinge adäquat dargelegt wurde? Hat es auch nur ein SRF-Journalist erfolgreich gewagt, mit einer Kritik an der offiziellen Sicht der Dinge durchzudringen?
Wir bezahlen aktuell 335 Franken pro Jahr, damit wir von einer grossen Schar staatstreuer Journalisten dasselbe zu hören bekommen wie von ihren Kollegen der Mainstreammedien, die wir ebenfalls für viel Geld abonnieren.
Wann widmet sich die «Rundschau» der desaströsen Leistung der deutschen Regierung? Wann berichtet «10 vor 10» über die Auswirkungen der absurden Schweizer Klimaziele? Wann spricht im «Rendez-vous» von Radio SRF ein Arzt über die realen Auswirkungen der Covid-19-Impfung? Wann werden die aktuelle Übersterblichkeit und die sinkende Geburtenrate vor dem Hintergrund dieser Impfung thematisiert?
Oder, und das ist natürlich ganz unerhört: Gibt es ein einziges SRF-Format, dass die offizielle Coronapolitik hinterfragt, nachdem längst belegt ist, wie fehlgeleitet diese war?
Die Frage war rein rhetorisch.
Das alles gibt es jedenfalls nicht, solange wir die SRG belassen, wie sie ist. Sie wird auch mit 300 oder auch nur 200 Franken weiterhin bleiben, was sie ist: eine treue Institution der Regierung und der Behörden.
Es gibt Dinge, die man nicht reduzieren kann, um eine Besserung zu erreichen. Man muss sie dazu zerschlagen. Um dann ganz neu zu beginnen.
Nur wird das niemals gelingen, weil eine Mehrheit der Schweizer um die Austragung von Fussballspielen oder die unvergleichlichen Erkenntnisse der Landfrauenküche bangt.
Wo wollen Sie Ihr Geld anlegen? Bei regierungstreuen Medien oder hier?
