Es ist eine Frechheit. Warum stehen wir alle noch aufrecht hier, wo wir doch längst alle tot sein müssten? Wie können wir uns einfach den medialen Prognosen verweigern? Warum werden wir nicht endlich zur Statistik, und zwar zu einer, welche die Medien zur Kenntnis nehmen – neben allen anderen, die sie totschweigen?

Zunächst Verzeihung für die Kunstpause auf diesem Blog. Ich gönne mir aktuell etwas Ferien und weile gerade einige Tage in Wien. Eine schöne Stadt. Abgesehen davon, dass die Wiener als letzte Bastion in Österreich immer noch spinnen. Im öffentlichen Verkehr zwingend sie Einheimischen und Touristen nach wie vor FFP2-Masken auf. Aber zur Beruhigung: Ein grosser Teil der Leute nimmt die Auflage nicht mehr ernst und bleibt auch ohne Maske unbehelligt.

Aber immerhin erinnert die absurde Massnahme (man kann dicht gedrängt durch den Naschmarkt laufen, muss aber allein in der U-Bahn eine Maske tragen) an den ganz normalen Wahnsinn und was von ihm übrig blieb. Was die Frage aufwirft, warum ich eigentlich noch lebe. Und alle Leute, die ich kenne. Müssten wir nicht längst dahingerafft sein?

Es sind natürlich durchaus Leute gestorben in den letzten zwei Jahren. Viele von ihnen allein, weil sie keinen Besuch empfangen durften. Für menschliches Elend war also gesorgt. Nicht durch das Virus, sondern durch eine fehlgeleitete Politik. Und ja, es starben auch Leute, denen das Virus den Rest gegeben hat. Wie früher die Grippe oder die sengende Sonne für eine muntere Fluktuation im Altersheim gesorgt hat. Das hat niemand beklagt. Erst das Branding mit «Covid-19» hat aus der Tatsache, dass Menschen am Ende des Lebenszyklus, sei es durch Alter oder Vorerkrankung, diesen irgendwann auch verlassen, ein Thema gemacht.

Wenn zu wenig – pardon für diesen Ausdruck, ich mache die Regeln nicht – Leute sterben, muss man eben den Überlebenden Angst machen. Gemäss der Legende vegetiert da draussen ein stattlicher Anteil der Gesellschaft mit «Long Covid» vor sich hin. Ohne die Einzelfälle verniedlichen zu wollen, sei die Frage gestattet, wo genau sich diese furchtbare gesellschaftliche Entwicklung abspielt. Die Antwort: In irgendwelchen rein theoretischen Statistiken, in denen munter Prozentsätze hin und her fabuliert werden, die mit der Realität rein gar nichts zu tun haben.

Aber wirklich tragisch ist es, wie viele Leute immer noch von einer Jahrhundertgefahr ausgehen, in der wir stecken sollen. Die unaufhörlich behaupten, wir seien an der sicheren Katastrophe vorbei geschrammt, ohne erklären zu können, welche Massnahme uns denn genau vor dieser geschützt haben soll.

Zwei Jahre, und so viele Leute sind nicht klüger geworden.