«Gewinnende»: Unsere Medien sind total übergeschnappt

«Zufussgehende»: Was für eine Perversion unserer Sprache. Das St.Galler Tagblatt kann das aber noch toppen mit dem Wort «Gewinnende». Sind nun alle durchgedreht?

Frankreich kämpft gerade parlamentarisch gegen das Gender-Gaga. Bei uns fühlt sich nach wie vor kein Parlamentarier bemüssigt, diesem endlich Einhalt zu gebieten. Dabei wäre es an der höchsten Zeit. Denn die Verluderung unserer Sprache schreitet munter vorwärts.

Ja, Sprache muss leben und verändert sich. Aber mit Sicherheit nicht, weil eine überkandidelte Minderheit auf sozialen Plattformen umgehende Eingriffe fordert und unsere Medien munter mitspielen.

Neuestes Beispiel, und ich habe gar nicht genug Haare, um sie mir auszureissen, ist das hier aus dem St.Galler Tagblatt aus der Berichterstattung der jüngsten «Nacht des Ostschweizer Fussballs»:

Die Gewinnenden? Wer immer diese Bildlegende gesetzt hat: Unter meiner Führung hätte nicht mal «fristlos» gereicht, es hätte zum Abschied einen kräftigen Tritt in den Hintern gegeben. Es gibt keine «Gewinnenden». Es gibt «Gewinner», und wenn man superkorrekt sein will, meintwegen auch «Gewinnerinnen und Gewinner». Aber «Gewinnende»? Das ist nicht mal ein Wort. Es gibt das Adjektiv «gewinnend», aber das ist etwas anderes.

Denkt jemand, der eine solche Zeile setzt, einen Moment lang nach? Oder ist er in der Angst erstarrt, er könnte etwas «falsch» machen? Die maskuline Form, die für alles steht, und das breit akzeptiert und verständlich, könnte ihm einen Shitstorm eintragen? Setzt er deshalb ein frei erfundenes Wort ein?

«Gewinnende»: Himmel hilf. Irgendjemand muss bitte diesem nackten Wahnsinn ein Ende setzen, bevor es zu spät ist. Wenn es nicht bereits zu spät ist.

Bei mir gibt es normale Sprache für normale Menschen – dank Ihrem freiwilligen Beitrag.