Website-Icon stefanmillius.ch

Frage des Tages: Was braucht es noch?

Die deutsche «Tagesschau» berichtet über den Einfluss der Politik auf die Wissenschaft während Corona. In Österreich kriecht ein Politiker zu Kreuze, der sich einst für die Impfung aussprach. Brechen nun endlich die Dämme – oder versickert das alles wieder?

Die Politik in Deutschland hat das Risiko, das von Covid-19 ausging, künstlich hochgehalten und das bedeutendste wissenschaftliche Institut zu ihrem Kurs verknurrt. Das wissen wir alle längst, das haben auch die Leaks aus dem Robert-Koch-Institut (RKI) schon belegt, es war jedem vernünftigen Menschen immer klar. Aber nun das: Die «Tagesschau», bislang nibelungentreues Format des ebenso der Politik sklavisch ergebenen öffentlich-rechtlichen Rundfunks, liefert weitere Belege dafür, nachzulesen hier.

In Österreich will ein Kommunikationsberater neuer Chef der sozialdemokratischen SPÖ werden. Der Mann heisst Rudi Fussi und war in der Coronazeit einer der führenden Ungeimpften-Jäger in Österreich. Wer sich gegen die Coronapolitik wehrte, den nannte er «deppat», er trat für eine allgemeine Impfpflicht ein. Mitten in seinem politischen Kampf stellt er sich nun vor die Kameras, entschuldigt sich und bezeichnet sich selbst als «Idiot». Er leide gesundheitlich heute selbst unter den Nachwirkungen der Impfung.

Nun muss man nicht in Lobpreisungen verfallen, wenn ein regierungstreues Medium nach Jahren der Verschleierung und der Teilnahme an der Hexenjagd auf kritische Menschen plötzlich ein kleines Stück Wahrheit publiziert. Man muss auch keinem Politiker auf die Schulter klopfen, der es schon vor Jahren hätte besser wissen können und müssen und sich dennoch munter an der Ausgrenzung beteiligt hat. Es wäre noch schöner, wenn solche Formate und Personen nun zum «Held des Tages» gekürt werden, wo doch so viele Leute genau dasselbe und noch viel mehr seit Ewigkeiten sagen und dafür verhöhnt, beleidigt oder ihrer Existenz beraubt wurden.

Danke für Ihre freiwillige Unterstützung.

Aber wir leben in Zeiten, in denen wir uns an kleinen Dingen festhalten müssen. Ist die altehrwürdige «Tagesschau» bereit, wenigstens in einer einzelnen Frage von der Nebelmaschine zum journalistischen Gefäss zu werden, lässt das mit Blick auf die Zukunft ein wenig hoffen. Und wenn Leute, die gerade ein politisches Amt anstreben, den Eindruck haben, eine offene Entschuldigung in Sachen Corona sei ihrer Karriere eher förderlich als hinderlich, ist das ein gutes Zeichen. Der besagte Rudi Fussi ist ein Kommunikationsprofi. Hält er es für angezeigt, die Seiten zu wechseln, bedeutet das, dass er ein Umdenken in der Gesellschaft gewittert haben muss.

Die Frage ist nun, ob das einzelne Ausreisser bleiben oder die Ereignisse den Beginn eines nahenden Dammbruchs bedeuten. Es scheint jedenfalls nicht mehr völlig tabu beim öffentlich-rechtlichen Koloss aus ARD, NDR, MDR und so weiter, die unwissenschaftlichen Vorgänge der Coronazeit beim Namen zu nennen – und das sogar ohne Not und aus freien Stücken mittels eigener Recherche. Das spricht dafür, dass die wenigen Journalisten mit Rückgrat sich nun auch aus der Deckung wagen und ihrerseits weitere Teile des Puzzles liefern.

Die Tragik liegt daran, dass das wichtig ist. Natürlich ist es nicht schön, auf die Schützenhilfe von Medien und Personen angewiesen zu sein, die sich an der Treibjagd beteiligt haben und uns alle am liebsten durchgeimpft hätten. Aber Tatsache ist, dass sich die Wahrheit derzeit weiterhin nur über solche Multiplikatoren in die breite Masse tragen lässt.

Diesen Blog gibt es dank Ihnen und Ihrem freiwilligen Abo – danke!

Man sieht das, wenn man Leserkommentare in Onlinezeitungen oder Beiträge in sozialen Medien durchforstet. Wann immer jemand darauf hinweist, dass bisher noch so gut wie jede Verschwörungstheorie inzwischen belegt ist, folgen umgehend Dutzende von Reaktionen wie «Welche denn?»

Das Unwissen ist unfassbar gross. Jede noch so bedeutsame Enthüllung der vergangenen Monate oder Jahre ging an der breiten Bevölkerung mehr oder weniger vorbei – weil sich die Medien sträubten, sie gross zu spielen. Wie beispielsweise unsere geliebte SRG, die unlängst von der Ombudsstelle dafür gerügt wurde, dass sie die Offenbarungen aus den RKI-Protokollen einfach totschwieg – weil sie angeblich mit der Schweiz nichts zu tun hätten und es eine rein deutsche Angelegenheit sei. Während SRF gleichzeitig munter über den FC St.Pauli berichtet.

Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass sich Durchschnittsbürger nach einem harten Arbeitstag zuhause an den Computer setzen und fleissig Telegramkanäle durchforsten, um das ganze Bild zu bekommen. Sie lassen sich berieseln von dem, was nur einen Druck auf die Fernbedienung entfernt ist. Und oft nehmen sie das Resultat für bare Münze.

Es führt, so bedauerlich das ist, für die breite Aufmerksamkeit kein Weg vorbei an den Massenmedien, am öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Fernsehen und Mainstream-Verlagen. Wenn es dort erste Risse im bisher bombenfesten Gebälk gibt, ist das deshalb eine gute Nachricht. Einen Orden werden ARD, SRF und wie sie alle heissen mit Garantie dennoch nie erhalten. Und sie hätten in einer perfekten Welt guten Grund, sich selbst zu hinterfragen mit Blick auf die letzten Jahre.

Aber letztlich geht es nur darum, dass die Wahrheit Verbreitung findet. Egal auf welchem Weg.

Sie wollen meine Arbeit unterstützen? Wie das geht, lesen Sie hier.

Die mobile Version verlassen