Die Zeit der Entschuldiger

Nun kommen sie aus ihren Löchern gekrochen und bestätigen mit angezogener Handbremse und nur teilweise, was wir schon längst wussten. Leute wie Daniel Koch und Christoph Berger sind das Feigenblättchen, das nicht einmal ansatzweise die Ungerechtigkeiten der letzten Jahre zu verhüllen vermag.

Das mit den abgeschotteten Altersheimen? Würden wir vermutlich nicht mehr so machen. Geschlossene Schulen? Mag etwas übers Ziel hinaus geschossen haben. Impfempfehlungen für Kinder? Aus heutiger Sicht vielleicht etwas überzogen.

Tröpfchenweise kommen sie, die kleinen Eingeständnisse der damals Verantwortlichen, dass die Coronapolitik in der Schweiz ab 2020 eine Ansammlung von unnötigen bis schädlichen Massnahmen war. «Mister Corona» Daniel Koch hat den Anfang gemacht, der abtretende oberste Impfer Christoph Berger sekundiert nun. Von einem ehrlichen «Sorry!» sind beide meilenweit entfernt, aber auch darauf könnte man pfeifen. Zumal eine Entschuldigung noch kein Beleg dafür ist, dass es bei einem nächsten Mal wirklich anders laufen würde.

Die Mini-Eingeständnisse kommen stets in Kombination mit am Leben erhaltenen Unwahrheiten. Die klingen dann so: Nach wie vor war die «Impfung» grundsätzlich richtig und wichtig, die Schweiz ist doch eigentlich recht gut durch die «Pandemie» gekommen, und sowieso wusste man es zu Beginn eben nicht besser.

Wenn ich etwas nicht besser weiss, dann vertrete ich es auch nicht mit letzter Entschlossenheit und zum Schaden des ganzen Landes, sondern bemühe mich darum, es besser zu wissen. Wenn ich etwas nicht besser weiss, dann überziehe ich nicht alle mit Hohn und Spot und grenze sie aus, die das Gegenteil behaupten.

Mit mehr als vier Jahren Verspätung räumen die damals Verantwortlichen teilweise ein, was eine geplagte Minderheit schon damals gesagt hat und dafür einen hohen Preis zahlen musste. Zugeben, was sich wirklich nicht mehr verschweigen lässt, ist ein beliebtes Instrument von Schuldigen. In diesem Fall ist es aber nicht einmal das. Es wird längst nicht alles zugegeben, was sich wirklich nicht mehr verschweigen lässt. Sondern nur ein Bruchteil davon.

Es ist ja schön, dass Impf-Chef Berger heute «zurückhaltender agieren» würde bei den «Impfempfehlungen für junge Gesunde». Die gross angelegte Impfkampagne quer durchs Land mit frei erfundenen Versprechungen und einem wahnwitzigen Belohnungs- und Bestrafungssystem hingegen ist ihm keine Zeile wert. Das Robert-Koch-Institut ist ihm vermutlich nicht weiter bekannt, geschweige denn geleakte Protokolle von dort. Und dass sein einstiger Chef Alain Berset vor laufender Kamera Unsinn über die Impfung erzählt hat, daran mag sich Berger erst recht nicht erinnern.

Man kann das alles nicht wirklich ernst nehmen. Im Gegenteil. Für die Leute, die Job, Funktion oder ihre öffentliche Ehre verloren haben im Zug einer evidenzlosen Politik sind die flüchtigen Entschuldigungsansätze viel eher purer Hohn. Aber vermutlich sind sie das Maximum dessen, was wir erwarten dürfen.