171 Verschwörungstheoretiker in vier Wochen

Das Wort ist einfach nicht totzukriegen. Munter verwenden unsere Medien den Begriff «Verschwörungstheoretiker» weiter, immer mit Blick auf Kritiker der Coronapolitik. Als wäre nichts gewesen. Und als wären die besagten Medien nicht Direktbeteiligte an dem, was wirklich als Verschwörung bezeichnet werden könnte.

Zwischen dem 22. April und dem 22. Mai haben deutschsprachige Zeitungen 171 Mal den Begriff «Verschwörungstheoretiker» verwendet. Weitere 71 Mal fiel «Verschwörungstheorie». Gezählt wurden die Einträge der Schweizerischen Mediendatenbank zu diesen Begriffen. Gute acht Mal pro Tag werden diese Wörter also nach wie vor munter eingesetzt von den Zeitungen. Und sie betreffen praktisch immer Leute, die sich während der Coronazeit und bis heute kritisch zu den Massnahmen oder zur Impfkampagne geäussert haben.

  • «Verschwörungstheoretiker» sind beispielsweise laut dem «Standard» aus Österreich diejenigen, die den Pandemievertrag der WHO misstrauisch beäugen.
  • Die «Berner Zeitung» berichtet über politisch motivierte Gewaltakte in Deutschland und bringt ebenfalls «Verschwörungstheoretiker» ins Spiel.
  • Die «Finanz und Wirtschaft» verbindet den Präsidentschaftskandidaten Robert Kennedy Jr. mit dem Begriff.
  • Die NZZ am Sonntag philosophiert über das philosophische Werk von Kant und belächelt «Verschwörungstheoretiker», die Autoritäten kritisieren.
  • Für die «Wochenzeitung» ist der Massvoll-Präsident Nicolas A. Rimoldi ein «rechtsradikaler Verschwörungstheoretiker» – es gibt also sogar Steigerungsformen.
  • SRF lässt eine Expertin zum Thema «Massenradikalisierung» sprechen, und dort erscheinen Dschihadisten und «Verschwörungstheoretiker» zum Thema Corona auf einer Ebene.

Die Liste ist natürlich nicht abschliessend, was bei der schieren Menge an Nennungen auch gar nicht möglich wäre.

Früher haben sich Journalisten nicht den «Verschwörungstheoretikern» angenommen, sondern den Verschwörungen. Die Watergate-Affäre in den USA, die Präsident Nixon zu Fall brachte, wurde aufgedeckt, weil die Medien interessiert daran waren, sie aufzuklären. Heute würden sie stattdessen die Leute mit Härte verfolgen, welche die Affäre enthüllten und die Schuldigen laufen lassen.

Falls Sie gesunden Menschenverstand in Ihrer Tageszeitung vermissen: Hier finden Sie ihn wieder.

Dabei gäbe es so viele Ansätze für real existierende Verschwörungen, denen man nachgehen könnte. Eine EU-Kommissionspräsidentin, die per SMS Grossbestellungen für Impfungen durchgibt, während ihr eigener Göttergatte in der Pharma tätig ist? Die Files des Robert-Koch-Instituts, die enthüllen, dass die angebliche Gefahr durch Corona künstlich hochgehalten wurde und man sämtliche Versprechungen rund um die Impfung in die Tonne treten kann? Die Standleitung zwischen einem Schweizer Bundesrat und einem Verlagshaus? Man kann nicht behaupten, es sei zu wenig passiert in den letzten Jahren.

Aber sie tun es gnadenlos weiter. Sie bezeichnen jeden, der aus heutiger Sicht nachweislich recht hatte, weiterhin als «Verschwörungstheoretiker». Sie erklären die intelligente Minderheit der Bevölkerung, die nicht mit der Bratwurst vor der Nase ins Impfzentrum gerannt ist, zu Irren.

Um richtig verstanden zu werden: Der Begriff war auch schon vor vier Jahren völlig fehl am Platz. Wenn Medien Leute, die Dinge hinterfragen (was eigentlich ihr Job wäre), pauschal dem Gebiet der Verschwörungstheorie zuweisen, statt zu recherchieren, ob was dran ist, ist das immer eine Arbeitsverweigerung der diffamierenden Art. Aber im Mai 2024 noch daran festhalten? Als wäre nichts gewesen?

  • Die Impfung schützt zu 95 Prozent vor Sars-CoV-2, hiess es Ende 2020. Wer das bezweifelte, war ein Verschwörungstheoretiker – und bekam recht.
  • Die Impfung schützt vor Ansteckung und Weitergabe des Virus. Wer das bezweifelte, war ein Verschwörungstheoretiker – und bekam recht.
  • Kinder müssen geimpft werden, weil sie dadurch Risikogruppen vor dem Tod bewahren. Wer das bezweifelte, war ein Verschwörungstheoretiker – und bekam recht.
  • Es macht Sinn, Parks und Spielplätze abzuriegeln und Distanzregeln einzuhalten, weil sich das Virus so aufhälten lässt. Wer das bezweifelte, war ein Verschwörungstheoretiker – und bekam recht.
  • Das «Corona-Zertifikat» belegt die Ungefährlichkeit des Besitzers, während alle anderen tickende Zeitbomben im öffentlichen Raum sind. Wer das bezweifelte, war ein Verschwörungstheoretiker – und bekam recht.

Und auch hier wieder: Die Liste könnte man endlos fortsetzen. Aber wozu? Der Punkt ist längst gemacht.

Man muss entweder unbelehrbar oder grenzenlos dumm oder noch grenzenloser korrupt sein, um heute noch daran festzuhalten, dass die Kritiker von damals die Verschwörungstheoretiker von heute sind. Aber ich habe keinen Zweifel daran, dass sich der Begriff bei den Mainstreammedien weiterhin halten wird. Es gibt ja schliesslich auch immer noch Coronaleugner, Coronaverharmloser, Schwurbler und weiteres mehr.

Kleiner Tipp an meine werten Kollegen. Falls die Jury des Pulitzerpreises nicht auch bereits von der Pharma unterwandert ist und die Würdigung noch nach Qualitätsstandards vergeben wird, dann winkt Euch dieser Preis sehr viel eher, wenn Ihr echte Verschwörungen aufdeckt, von denen es eine Menge gibt, statt kritischen Zeitgenossen das Prädikat «Verschwörungstheoretiker» überzustülpen.

In den letzten vier Jahren haben ganz normale Bürger Euren Job gemacht. Vielleicht mögt Ihr ihn früher oder später wieder übernehmen?

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