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«Wir schaffen das!» – Sagte Frau Merkel, die heute bequem im Lehnstuhl sitzt

2015 verkündete uns die damalige deutsche Bundeskanzlerin, dass ihr Land den Ansturm von Flüchtlingen verdauen wird. Dank ihr rennen nun fanatisierte Leute durch die Gegend und schlachten andere mit dem Messer ab. Sie selbst muss das ja nicht mehr kümmern.

Wir alle lieben Mutmacher. Optimistische Gesellen, die in allem eine Chance sehen und nicht etwa eine Gefahr. Sie sind es, welche die Gesellschaft weiter bringen.

Es sei denn natürlich, es handelt sich um Politiker, die auf diese Art dem Rest der Gesellschaft ihre persönliche Vision zwecks Erreichung von Wahlzielen aufs Auge drücken und die Konsequenzen dann gar nicht mehr im Amt erleben.

Zu dieser Kategorie gehört Angela Merkel, einstige Bundeskanzlerin von Deutschland. Sie hatte es wie keine andere drauf, ihre Hände zu einer Raute zu formen, direkt vor ihren Alte-Tante-Outfits, die offenbar ein Überlebender der 70er-Jahre für sie heraussuchte. Das scheint gewirkt zu haben, sie war lange im Amt. Ihre Hinterlassenschaft ist hingegen kritischer zu betrachten.

«Wir schaffen das!», verkündete Merkel 2015, als Deutschland von einer beispiellosen Welle von Flüchtlingen von überall überrollt wurde. Wobei: beispielhaft? Wir sind ja längst wieder bei diesen Grössenordnungen. Sie sind zum Normalfall geworden.

Mit dem Asylrecht, wie es einst verstanden wurde, mit der Gefährdung an Leib und Leben, hat die Aufnahmepolitik von Deutschland – und auch der Schweiz – längst nichts mehr zu tun. Die Grenzen sind so löchrig wie ein Emmentaler, und keiner kümmert sich darum, wer alles durchkriecht. Es wirkt ein bisschen, als würde man nachts um 23 Uhr mal schnell die Haustür öffnen für eine Horde Unbekannter und davon ausgehen, dass die ausnahmslos alle schon schwer in Ordnung sind.

Natürlich ist Angela Merkel nicht persönlich dafür verantwortlich, wenn ein 2013 als Teenager ins Land gespülter Afghane, als Asylbewerber abgewiesen und danach irgendwie vergessen, 2024 in Mannheim ein kleines Massaker anrichtet. Politiker sind ja generell nie für irgendwas verantwortlich.

Aber man darf sie dennoch bescheiden an ihre eigenen Worte erinnern. «Wir schaffen das!» galt jedenfalls nicht für den Polizisten Rouven L. , der in Mannheim sein Leben verlor. Er hat es offensichtlich nicht geschafft. Damit ist er eine Art Kollateralschaden der Merkelschen Willkommenskultur – das kann es eben geben. Was zählt, ist doch nur das grosse Ganze, richtig?

Dann schauen wir uns doch das grosse Ganze an. Keiner von uns hat eine Ahnung, wie viele vom Schlag von Suleiman A., der in Mannheim mitten am Tag in Mannheim gewütet hat, noch herumlaufen. Einzeltäter, erklären uns die Polizeibehörden, seien eben schwer zu kontrollieren. Wenn ein potenzieller Terrorist nicht gerade seine Absichten in einer Telegram-Gruppe mit Gleichgesinnten offenlegt, bleibt er unentdeckt.

Ich verstehe das völlig. Der Verfassungsschutz ist schliesslich bis über beide Ohren damit beschäftigt, den aktuellen Extremismusstand irgendwelcher AfD-Ableger zu definieren, da darf man ihm nicht noch mehr Arbeit zumuten. Daraus kann man eine richtig coole Pressemeldung schreiben, während anderswo gerade Islamisten Leute in Kleinteile schneiden. Die Prioritätensetzung ist astrein.

Deutschland betreibt eben lieber ein Monitoring, wenn es um Greise mit Rollatoren geht, die irgendwelche Reichsbürger-Fantasien hegen, und zerrt diese danach in einem «Jahrhundert-Prozess» vor Gericht. Auch wenn sie niemals auch nur in die Nähe eines gewaltsamen Übergriffs kamen. Radikalisierte Einzeltäter, die in der Küche zufällig ein langes Messer finden, müssen da hinten anstehen. Um die kümmert man sich, sobald sie zugestochen haben. Das muss reichen.

Raute-Merkel hatte während ihrer politischen Karriere nur ein Ziel: an der Macht zu bleiben. Wozu man diese Macht nutzen könnte, war ihr sehr egal. 2015 war das Jahr der Gutmenschen. Unabhängig von den Konsequenzen ging es darum, «Menschlichkeit» zu beweisen. Eben diese Menschlichkeit hat sich in den Jahren seither unzählige Male direkt gegen Menschen gerichtet. Es sei denn natürlich, man findet es völlig normal, mit Lastwagen in Menschenmengen zu fahren oder mal eben einen Teenager für eine Gruppenvergewaltigung in den Stadtpark zu zerren. Offenbar ist das Geschmacksache. Oder eine Frage politischer Abwägungen.

Und die Leute, die das nicht so prickelnd finden? Die solche Ereignisse kritisieren und mit der Massenimmigration in Verbindung bringen, was auch die nackte Statistik erlaubt? Das sind «Rechtspopulisten». Oder «Rechtsextreme». Wer heutzutage findet, es wäre doch ganz nett, seine Meinung im Zentrum von Mannheim offen äussern oder wenigstens ohne Gruppenvergewaltigung durch einen Park spazieren zu dürfen, ist nach aktueller Lesart ein Nazi. Was interessant ist, denn ich habe mir unter einem Nazi immer etwas anderes vorgestellt.

Wie Merkel schon gesagt hat: «Wir schaffen das!» Sie selbst mit Garantie. Merkel bringt im November ihre neue Autobiografie auf den Markt, die ihr ein kleines Vermögen einbringen wird. Was sie mit dem Geld macht, ist offen. Vielleicht ein Outfit aus dem 21. Jahrhundert kaufen?

Was wir nicht erwarten dürfen: Dass sie die Erträge aus dem Buchverkauf an die Hinterbliebenen von Rouven L. spendet. Das wäre dann doch ein bisschen zu viel des Guten.

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