Ein Jahr nach Eröffnung dieses Blogs freue ich mich, dass das administrative Drumherum ziemlich schlank verläuft. Aber ich gehe natürlich auch auf jeden Einzelfall ein, der es anders sieht. Daher: Ein bisschen Transparenz rund um «Wo geht die Knete hin?» Und warum erneuert sich mein Abo automatisch?

Kreative haben meist ein bestimmtes Problem: Sie wollen kreativ sein, aber mit der Administration rund ums Ganze nichts zu tun haben. Denn die klaut ihnen nur wertvolle Zeit, die sie besser in die Kreation von Inhalten stecken.

Nun ist mein Blog kein Grossunternehmen, weist aber doch mehrere hundert (400irgendwas) Abonnenten auf. Ich wäre völlig überfordert, wenn ich den Zahlungsverkehr, Entgegennahme von Kündigungen, Wechsel der Abo-Art, Erneuerung des Abos usw. selbst übernehmen müsste. Dafür gibt es gottlob Anbieter, die das für Leute wie mich übernehmen.

In meinem Fall ist das der Bezahlanbieter Steady. Dem zahlt ihr zunächst das Geld, das ich danach – nach diversen Abzügen für die erbrachte Leistung – jeden Monat erhalte. Spoiler: Es kostet einiges, wenn man das nicht selbst macht. Aber das ist in Ordnung. Zumal Steady eben ein Anbieter ist, der bisher nicht durch eifrige «Cancel Culture» aufgefallen ist und auch Leute wie mich machen lässt. Das ist für mich das wichtigste Kriterium.

Nachtrag vom 16.9.22: Inzwischen wurde mir zur Kenntnis gebracht, dass der schon mehrfach von Banken und Bezahlanbietern grundlos gecancelte Boris Reitschuster, den ich sehr schätze, auch bei Steady unter die Räder kam, was mir nicht bekannt war. Ich beende daher die Zusammenarbeit mit Steady, mehr dazu gibt es hier. Der Rest des Textes hat Gültigkeit.

Vor allem aber, und deshalb bin ich bei dieser Firma: Das Ganze verläuft sehr transparent.

Ich kenne es ja selbst: Ich schliesse irgendwo ein Jahresabo ab, das sich danach automatisch erneuert, ich verliere die Übersicht, wann es soweit sein wird und zack – schon wieder bezahle ich für ein Jahr, obwohl ich vielleicht gar nicht mehr wollte. Das ärgert mich, aber ein Jahr später passiert mir garantiert dasselbe wieder.

Steady macht es anders, obwohl es ja auch Interesse daran hat, dass möglichst viele Leute bei der Stange bleiben (sonst verdienen sie weniger). Mein Bezahlanbieter informiert euch aktiv, ohne euer Zutun, darüber, dass die Erneuerung des Abos bald ansteht und räumt euch damit genug Zeit ein, um zu beschliessen, ob ihr das wollt oder nicht. Mit einem Klick könnt ihr danach das Abo beenden. Das haben übrigens in den letzten Tagen einige Leute getan, die gleich beim Startschuss dabei waren. Es funktioniert also. Und so sehr es mich natürlich ärgert, wenn Leute weiterziehen, weil ich gern möglichst viele Leser habe: Ich habe das grösste Verständnis dafür.

Eine Abonnentin hat sich nun bei mir beklagt, dass sie nie vor hatte, ein Abo abzuschliessen, dass sich automatisch verlängert, wenn man nichts tut. Sie füllt sich abgezockt und hat mit der Polizei gedroht. Erfahrungsgemäss kann die Polizei wenig machen, wenn jemand ein Abo abschliesst, ohne die Bedingungen zu lesen.

Dazu ist einfach zu sagen, dass eine automatische Verlängerung der Normalfall und alles andere der absolute Ausnahmefall ist. Die allermeisten Online-Abos haben eine automatische Verlängerung eingebaut, wenn man den Vertrag nicht selbst kündigt, und viele Leute sind auch froh, dass ihnen damit die Arbeit abgenommen wird und sie sich um nichts kümmern müssen.

Aber eben: Mir liegt es fern, Leute gegen ihren Willen abzuzocken, und daher bin ich froh, dass Steady so transparent arbeitet. Bevor sich das Abo automatisch erneuert, werden alle Abonnenten aktiv informiert, dass sie dem nun ein Ende setzen können. Was mir die Sicherheit gibt, dass nur die Leute dabei bleiben, die auch wirklich wollen. Alles andere wäre nicht in meinem Sinn. Ich will ja nicht ernsthaft Geld einziehen von Abonnenten, die ausgetrickst wurden.

Dass ich nun doch eine Zuschrift erhalten habe einer Leserin, die sich über den Tisch gezogen fühlt durch die automatische Erneuerung (nachdem sie die aktive Information von Steady offenbar ignoriert hat), ist bedauerlich, aber statistisch gesehen der Beweis, dass das System funktioniert. Eine Person von über 400 ist ein klarer Beleg dafür.

Ihr habt beim Abschluss des Abos Zugangsdaten von Steady erhalten und könnt euer Abo darüber laufend administrieren. Jederzeit ist das Abo je nach Abschluss monatlich oder jährlich kündbar. Natürlich freut es mich, wenn ihr dabei bleibt, aber noch viel wichtiger ist, dass ihr jederzeit wisst: Mit einem Klick werden die Zahlungen per Ende der Laufzeit eingestellt.

Und hier ein kleiner Tipp, der für mich nicht günstig ist, aber den ihr haben sollt: Wenn ihr ein Online-Abo abschliesst über ein Jahr, dann kündigt es doch einfach eine Sekunde später vorsichtshalber auf Ende der Laufzeit. Ihr könnt dann ein Jahr lang die Inhalte geniessen und dann erst wieder in Ruhe entscheiden, ob ihr weitermachen wollt – ohne automatische Erneuerung. Das machen bei mir übrigens diverse Leute so, und ich finde das sehr klug. Das verhindert, dass man es im Lauf des Jahres vergisst und dann sauer auf sich selbst ist, wenn sich die Laufzeit automatisch erneuert. Aber wie gesagt: Steady erinnert euch sogar aktiv daran, dass es bald so weit ist.

Und hier noch zur Geldfrage: Mein Bezahlanbieter nimmt einen fixen Prozentsatz von jedem Abo und verrechnet die Unkosten der Transaktion (Gebühren der Kreditkarte usw.) an mich weiter. Wer jeden Monat beispielsweise CHF 4 an mich zahlt, darf und muss davon ausgehen, dass dieses Geld nicht 1:1 an mich geht. Das ist aber völlig in Ordnung, denn dafür habe ich auch weniger administrativen Aufwand. Und ums Geld ging es mir ja bekanntlich sowieso noch nie.

Wer das alles umgehen will, kann die Abokosten auch direkt an mich entrichten, dafür einfach Nachricht an stefan@millius.ch, dann kriegt ihr alle nötigen Angaben. Aber unterm Strich finde ich: Eine Firma, die für mich Arbeit verrichtet, soll auch dafür bezahlt werden. Vor allem, wenn sie wie Steady sauber und transparent arbeitet und euch nicht einfach ohne Nachricht in einem Abo sitzen lässt.

Aber ich bin, wie man auch in diesem Blog nachlesen kann, ein Fan von Eigenverantwortung. Was eben auch mit sich bringt, dass man weiss, wofür man Geld bezahlt und zu welchen Bedingungen. Und mit dem symbolischen Preis von weniger als CHF 50 pro Jahr für ein Jahresabo erlaube ich mir auch ein gutes Gewissen für das Erbrachte…