Der Walliser Grosse Rat will Geld pumpen in den Kampf gegen den Klimawandel. Ein wunderschönes Beispiel dafür, dass Symbolik längst den gesunden Menschenverstand ersetzt hat.
Wurde das Dorf Blatten im Lötschental von Felsmassen verschüttet, weil sich das Klima menschengemacht verändert? Das sei eine Aussage, die man so nicht machen könne, sagen Fachleute. Es gibt schlicht nicht genug Anhaltspunkte dafür. Was die Klimahysteriker nicht daran hindert, den Zusammenhang zunächst als These in den Raum zu stellen und das Gesagte so lange zu wiederholen, bis auch der Letzte überzeugt ist, irgendwie müsse es eben doch so gewesen sein.
Nun will die Walliser Kantonsregierung in den Kampf gegen den Klimawandel investieren. Man werde «eine Strategie, eine gesetzliche Grundlage und finanzielle Mittel vorlegen, um der Umweltherausforderung gewachsen zu sein», wird Regierungspräsident Mathias Reynard (SP) in einem Artikel auf nau.ch zitiert. Es wird also einen hübschen Plan mit einer Massnahmenliste und einem Budget für diese geben. Vielleicht lässt sich der Simplon ja mit Solarpanels bedecken?
Es ist Irrsinn mit Methode. Genau so gut könnte der Kanton Wallis auch beschliessen, die Zahl der Zivilschutzräume zu erhöhen, weil in Äthiopien gerade Bürgerkrieg herrscht. Die ganze These von der Klimaerwärmung, die weltweit zu Wetterkapriolen führe, basiert ja gerade darauf, dass es sich um globale Entwicklungen handle. Das Wallis ist flächenmässig zwar der drittgrösste Kanton der Schweiz, aber international betrachtet ein Zwerg. Eine «Klimastrategie» für einen einzelnen Kanton wird in einer Milliarde Jahren keinerlei Effekt auf globale Phänomene haben. Ausser einem Haufen Unkosten natürlich.
Symbolaktivismus dieser Art macht Schule. Nach einem Ereignis wie in Blatten glaubt die Politik, sie müsse nun irgendwelche Handlungen entfesseln. Das sollte sie auch, beispielsweise in Form von noch besseren Frühwarnsystemen und technischen Schutzmassnahmen vor den Folgen von Felsstürzen. Zu glauben, man könne die Natur in die Knie zwingen und Felsbewegungen in 10, 20 oder 50 Jahren verhindern, indem man heute irgendwelche Gesetze gegen den Klimawandel beschliesst, ist Unfug im Quadrat.
Die Politik lässt sich von der medial verbreiteten Paranoia vor sich hintreiben. Man kann sich regelrecht vorstellen, wie die Walliser Regierung am Sitzungstisch dumpf vor sich hin brütete und dann befand, man müsse irgendwas unternehmen, ziemlich egal was, es soll nur nach danach klingen, als werde man tätig. Für solche unausgegorenen und sinnlosen Ideen wird dann das hart erarbeitete Steuergeld der Menschen im Kanton verjubelt.
Leider kann man sich ausserhalb des Wallis nicht damit beruhigen, dass man nicht zu den Betroffenen gehört. Das Prozedere hat Methode und ist überall zu finden. Während echte Probleme wie die Folgen der ungezügelten Zuwanderung, unter anderem im Bildungsbereich, schlicht nicht an die Hand genommen werden, widmet man sich lieber einer Symbolpolitik, die viel kostet und nichts bringt.
Unsere Alpen stehen seit Millionen von Jahren da und waren in der ganzen Zeit allen möglichen Einflüssen ausgesetzt. Sie sind ein lebender Organismus in Bewegung. Die Vorstellung, sie würden sich in Bewegung setzen, wenn die Ziele des Pariser Klimaabkommens verfehlt werden und brav stehen bleiben, wenn von Politikern definierte Prozentzahlen erreicht werden, ist an Absurdität kaum zu überbieten.
Früher hätten die Medien, die vierte Gewalt, solchen Wahnsinn aufgedeckt und kritisiert. Heute beklatschen sie ihn. Und tragen damit wesentlich zu seiner Verbreitung bei.
