Traditionell wird derzeit der Journalist, die Journalistin des Jahres gewählt. Und zwar vom Branchenmagazin «Schweizer Journalist». Ich darf jeweils mitwählen, weil ich das Heftli abonniert habe. Aber ich wüsste echt nicht, wem ich da die Stimme geben sollte. Denn die vorgesetzte Auswahl ist zum Gruseln.

Man kann bei dieser Wahl den Besten, die Beste aus verschiedenen Kategorien küren, aber es ist wie beim «Oscar»: Alle interessieren sich nur für den Gewinner der Hauptkategorie. In erster Linie als der «beste Journalist», wie auch immer man das definieren will, vielleicht noch den besten Chefredaktor. Und was mir da vorgeschlagen wird, ist positiv ausgedrückt kreativ, aber im Grunde nur eines: Absurd.

Beginnen wir mit dem grössten Ausreisser. Kennen Sie die «Hauptstadt»? Das ist ein neues Onlinemagazin für den Grossraum Bern. Beziehungsweise: Wird mal eines sein. Im Moment befindet sich das Projekt noch in der Phase des Crowdfundings. Es gibt also noch keinen Buchstaben zu lesen. Aber ein «Hauptstadt»-Journalist befindet sich in der Auswahl des Wettbewerbs. Schneller kann man gar keine Karriere hinlegen.

Der «Nebelspalter» hat die Journalistenwahl bereits aufgedröselt, siehe hier (Beitrag hinter Bezahlschranke). Mit denselben Gedanken, wie ich sie hatte. Es ist unbekannt, nach welchen Kriterien der «Jury», also der Leserschaft des «Schweizer Journalist», die Vorauswahl getroffen wird. Betrachtet man die Optionen, die man hat, wird es aber klar: Hauptsache links.

Die Publikation der linksextremen «Reitschule» beispielsweis…