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Schutz der Verfassung? – Schutz der Mächtigen!

Natürlich wussten wir schon, dass Deutschland auf dem Weg in eine «Parteikratie» ist. Aber immerhin versuchen die Beteiligten jetzt nicht einmal mehr, es zu verschleiern.

Es ist ein bisschen wie in einem Kochbuch: Wenn man sich die Zutatenliste anschaut, kann man bereits halbwegs abschätzen, ob es was wird. Denn aus Mist kann auch ein Sternekoch kein Gourmetmenü zaubern.

Hier die Zutaten:

Ich habe in den vergangenen Tagen mit diversen Staats- und Verfassungsrechtlern gesprochen, und keiner von ihnen hält die Einstufung des Verfassungsschutzes für juristisch haltbar. Nur: Das muss sie auch gar nicht sein. Entscheidend für die Undemokraten hinter der Aktion war deren unmittelbare Wirkung:

Das alles, nachdem die AfD bei den letzten Wahlen zweitstärkste Kraft ist und nach aktuellen Umfragen den Wahlsieger CDU/CSU bereits überflügelt hat.

Hausdurchsuchungen bei unliebsamen Verlegern, harsche Gerichtsstrafen für Urheber satirischer Seitenhiebe gegen Politiker und nun eine Einstufung der grössten Oppositionspartei als «gesichert rechtsextrem», übersetzt: als undemokratische, gewaltbereite Gefahr für Gesellschaft und Staat. Die Regierung tut im Verbund mit anderen Parteien, die hoffen, dort auch mal wieder zu sitzen sowie in Tateinheit mit den Medien, die längst zu Vasallen der Macht verkommen sind, alles, um den Wählerwillen bedeutungslos zu machen.

Für denkende Leute ist die Lehre: Man kann ein Land an die Wand fahren, die Bürger aussaugen, ihnen Freiheiten nehmen und offensichtliche Fehlentwicklungen einfach laufen lassen, während man sich ungestört selbst an den Pfründen der Steuerzahler labt. Es spielt keine Rolle, denn wenn der Wähler an der Urne sagt, was man davon hält, dann lässt man einfach eine Kaskade an Massnahmen los, die angeblich dem «Schutz der Demokratie» dienen, diese aber schlicht zerstören. Regierungskritiker werden mundtot gemacht, unzufriedene Bürger mit Strafen überzogen, Parteien in aktueller Ermangelung der Möglichkeit, sie zu verbieten, unmöglich gemacht.

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Parallel dazu trauen sich nicht mal intelligente Leute, diese unübersehbare dramatische Entwicklung anzusprechen und Gegensteuer zu fordern. Denn das könnte ihnen ja, selbst wenn sie aus grundsätzlichen Überlegungen heraus handeln, als Unterstützung der AfD ausgelegt werden. Die bekanntlich «gesichert rechtsextrem» ist. Man hat sie endgültig toxisch gemacht und verhindert damit, dass selbst neutrale Beobachter aufmucken. Denn man muss kein AfD-Mitglied oder -Sympathisant sein, um das, was aktuell geschieht, als Sargnagel der deutschen Demokratie zu begreifen.

Ich habe in den letzten fünf Jahren im Spektrum von Mitte bis Links-Grün mehr menschenverachtende und diskriminierende Aussagen gelesen, als sie im Gutachten zur AfD überhaupt Platz hätten. Ich habe in der gleichen Gruppe seit Beginn von Corona mehr Parallelen zum Faschismus gesehen, als die AfD Mitglieder hat. Ich sehe Tag für Tag von Seiten der deutschen Regierung und deutscher Gerichte mehr undemokratische Umtriebe, als sie der AfD überhaupt einfallen könnten.

Mit dem Schutz der Verfassung hat das alles nichts zu tun. Es ist ein Schutz der Mächtigen. Dass der Versuch schiefgehen kann, dass die AfD kurzfristig vielleicht sogar von der Märtyrerrolle profitiert, darf dabei kein Trost sein. Und nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Regierung einer Demokratie alles tut, diese zu untergraben.

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