Mediensubventionen sind des Teufels. Und im konkreten Fall sollen sie zum überwiegenden Teil Verlagen zukommen, die nach wie vor viel Geld verdienen und die Subventionen nicht brauchen würden. Aber für einen waschechten Bündner ist das kein Argument. Er will einfach eines: Kohle ohne Ende, ohne dafür arbeiten zu müssen.

Andrea Masüger ist Mitglied des Verwaltungsrats von Somedia. Das Bündner Medienunternehmen kann eines besonders gut: Die hohle Hand machen, wenn der Staat in Geberlaune ist. Das hat sich schon bei der NoBillag-Debatte gezeigt. In einem aktuellen Blogbeitrag im Branchenportal «persönlich.com» wettert Masüger deshalb darüber, wie böse Medienschaffende den Fall von Ringier und Marc Walder gewissermassen gegen die Mediensubventionen instrumentalisieren. Im Umkehrschluss findet er es also völlig in Ordnung, wenn ein Verleger seinen Redaktionen Unterwürfigkeit gegenüber dem Staat verordnet. Kann man machen. Nur ist die Absicht dahinter so durchsichtig, dass es nicht mal mehr eine Glaswand ist.

Die Bilanz des Beitrags, nachzulesen hier, ist schlicht und einfach: Der gute Herr Masüger will Geld für das Unternehmen, in dessen VR er sitzt. Das ist ja nicht mal schlimm, nur menschlich. Aber dann soll man es so sagen. Stattdessen behauptet der Mann, unter anderem auch Mitglied des Präsidium des Verlegerverbandes, aber lieber reinen Unsinn, der sich in einer Minute widerlegen lässt.Zum Beispiel das hier:

«Dass es bei der Medienförderung zum überwiegenden Teil um kleine und mittlere Verlage geht, wird in der egozentrischen Sichtweise des Zürcher Medienplatzes komplett ausgeblendet.»

Das ist nicht ein bisschen falsch oder etwas zugespitzt, das ist schlicht unwahr. Der Löwenanteil der geplanten Mediensubventionen würde an die «Grossen» gehen. Aber natürlich, es liest sich so besser. Alle wollen den «Kleinen» helfen, das ist ein Reflex.

Ausserdem blendet Masüger marktwirtschaftliche Wahrheit…