Ja, in Deutschland ist es noch schlimmer als bei uns, aber ich habe mich stets dagegen gewehrt, damit die Situation bei uns schönzureden. Bei einigem, was bei unseren Nachbarn geschieht, sträuben sich aber wirklich alle Nackenhaare. Nur schon die Worte reichen.

Immer wieder erreichen mich Rückmeldungen aus Deutschland. Dort hat der Wahnsinn noch mehr Methode als bei uns, und die Medien scheinen noch glatt gebürsteter zu sein. Deshalb lesen viele Deutsche aktuell «fremd».

Ein Mann sendet mir das Amtsblatt der Stadt Leverkusen, das, wie ich zugeben muss, nicht zu meiner regelmässigen Lektüre gehört. Titelseitenthema: Natürlich Corona. Was kommt, wird zunächst relativ technisch beschrieben:

Öffentliche Bekanntmachung der Allgemeinverfügung vom 07. Oktober 2021 zur regionalen Anpassung der CoronaSchVO an das Infektionsgeschehen in der Stadt Leverkusen 

Beamtensprech halt. Das zieht sich auch durch den Rest. Aber was mich wirklich gruselt: Wie diese nüchterne Sprache der Verhamlosung des Ungeheuerlichen dient.

Einführend steht da:

Die Stadt Leverkusen ruft alle Betreiber*innen von für den Publikumsverkehr geöffneten Einrichtungen, Gaststätten, Beherbergungsbetrieben, Sport- und Kulturstätten usw. (mit Ausnahmen wie Einkauf, den Einzelhandel und allen weiteren Bereichen der Daseinsvorsorge) dazu auf, den Zugang zu ihren geschlossenen Räumlichkeiten nur noch nachweislich geimpften und genesenen Personen zu gestatten. 

Gut, immerhin wurde brav gegendert, da ist es ja egal, was danach kommt. Aber was bitte soll heissen «ruft dazu auf»? Es ist ein Erlass. Es ist ein Befehl. Das ist was anderes als ein Aufruf. Vermutlich ist das so eine Art Standardphrase im Leverkusener Amtsblatt. Aber es dient wirklich nur dazu, das Ganze irgendwie sanft klingen zu lassen.

Dabei ist es natürlich nichts anderes als die knallharte Order, 2G flächendeckend durchzusetzen. Und zwar bei allen über 12 (!) Jahren.

Es geht weiter im Text, denn nein, stimmt natürlich nicht, das war ja noch gar nic…