Zwei unversöhnliche Lager stehen sich gegenüber. Jedes beschuldigt das andere. Aber wo genau hat die gegenseitige Hetze begonnen? Wer ist wirklich solidarisch, wer egoistisch. Und wer kann sie beenden?

Die Ungeimpften sind unsolidarisch, nur auf den eigenen Vorteil bedacht und verhalten sich egoistisch. Soweit die Erzählweise, die von der aktuellen Politik zumindest indirekt mitgetragen wird. Wer in Impfkampagnen erzählt, die Impfung trage zur Wiedererlangung der allgemeinen Freiheit und zur Volksgesundheit bei, der sagt gleichzeitig auch, dass jeder, der sich nicht impfen lässt, das alles verhindert.

Und das klappt. Bestens sogar. Die sozialen Medien sind voll von Beiträgen, in denen Geimpfte verkünden, sie hätten ihren Beitrag an die Gesellschaft geleistet, und die anderen stünden dem Wohlergehen aller anderen im Weg. Nur: Stimmt das?

Keine Frage, diejenigen, die das sagen, glauben daran. Wahrhaftig und echt. Nach eineinhalb Jahren der Panikmache kann man ihnen das vermutlich nicht einmal zum Vorwurf machen. Wenn man ihnen überhaupt etwas zur Last legen kann, dann wohl, sich nicht eigenständig zu informieren, Schlagzeilen der grossen Medienhäuser für bare Münze zu nehmen und die wöchentlichen Shows von Bundesrat, Bundesamt für Gesundheit und Task Force inhaltlich unbesehen zu übernehmen.

Diese Lesart einer grossen Masse, vielleicht der Mehrheit inzwischen, führt zum völligen Verlust jeder Empathie. Das ist möglicherweise der grössere Schaden an der Gesellschaft als die wirtschaftlichen Ausfälle.

Ich hatte im August die Gelegenheit, Sucharit Bhakdi zu einem Interview zu empfangen. Wer das tut, kegelt sich selbst effektiv aus dem allseits akzeptierten Dialograhmen. Denn inzwischen gibt es Leute, mit denen man sich nicht einmal mehr unterhalten darf. W…