Geimpft, aber auf der verzweifelten Suche nach jemanden, der einen ansteckt? Oder doch das Gegenteil? Und geimpft und dennoch testen lassen oder ganz bestimmt nicht? Aktuell erreichen uns die unterschiedlichsten Botschaften. Und man will gleichzeitig, dass wir gefälligst tun, was man verlangt. Aber was verlangt man denn?

«Auch Geimpfte sollen sich testen lassen», fordert die Walliser Ärztepräsidentin. Dies, nachdem sie sich selber, obschon geimpft, getestet hatte, weil sie das eine oder andere Signal einer Erkrankung verspürt hatte – und ein positives Resultat erhielt. Um ein Haar hätte sie an einem Anlass als eine Art Superspreader agiert, wie sie sinngemäss die «Blick»-Leserschaft wissen lässt.

Da stutzt die Horde der Geimpften natürlich. Endlich hat man das lang ersehnte Zertifikat im Sack, und da findet eine Expertin – und zwar eine des Vertrauens, sie empfiehlt die Impfung – doch in der Tat, man solle sich doch auch noch testen lassen. Was bekanntlich bald Geld kostet.

Ja was denn nun? Die Frage gilt aktuell sowieso sehr intensiv. Und das könnte für die Politik bald zum Problem werden.


Zum Beispiel, weil sich auch andere Experten widersprüchlich äussern. Christian Drosten, die deutsche Stimme für die aktuelle Coronapolitik, möchte gerne eine Infektion durchmachen. Oder besser gesagt: Mehrere. Denn das sei im Verbund mit der Impfung der beste Schutz. Karl Lauterbach, das lauteste Gewässer seit den Niagarafällen, gibt sofort Kontra: Nie und nimmer würde er sich anstecken wollen.

Ja was denn nun?

Die Frage ist Programm seit über eineinhalb Jahren. Was kann die Maske, was nicht, was schafft der Lockdown, was nicht, was nützen geschlossene Restaurants, was nicht, wovor schützt die Impfung, wovor nicht: Wir leben im Zeitalter der offenen Fragen. Gleichzeitig, und darin liegt die Ironie, wurde uns noch nie in einem solchen Brustton der Überzeugung erklärt, was zweifellos richtig sei und was wir alle sofort zu tun hätten. Trotz offener Fragen.

Totale Verunsicherung, totale …