Ungeimpfte sollen sich künftig nur noch mit maximal vier anderen Personen treffen können. Verrückt daran ist vor allem, mit welcher Leichtigkeit man solche Vorschläge machen kann. Als ginge es um die Frage, wer schnell die Brötchen für den Zmorge holt.

«Kontaktbeschränkung»: Bisher habe ich diesen Begriff immer eher assoziiert mit Leuten, gegen die ein Strafverfahren läuft und die, um Verdunkelung zu verhindern, gewisse Leute nicht sehen dürfen. Was ja Sinn machen kann. Neuerdings braucht es aber keine Straftat dafür. Es reicht, wenn man etwas nicht getan hat. Nämlich, sich impfen zu lassen.

Der Bundesrat möchte die Kontakte von Ungeimpften – oder sollen wir Sie «Impffreie» nennen? – auf vier gleichzeitig beschränken. Reicht für eine Jassrunde, für sehr vieles aber nicht mehr.

Das kann man im Jahr 2021 mal schnell fordern, ohne allgemeines Entsetzen auszulösen. Was an sich schon entsetzlich ist.

Die Idee geht über andere Monstrositäten wie das Zertifikat an sich hinaus. Sie sorgt endgültig für Stigmatisierung und Ausgrenzung von Menschen, die eigenverantwortlich auf die Impfung verzichten. Man will ihnen das soziale Netz nehmen, sie vom gesellschaftlichen Leben aussperren. Man will ihnen möglichst viele Situationen bereiten, in denen sie buchstäblich das fünfte Rad am Wagen sind. Um sie weichzuklopfen. Keinen anderen Sinn hat diese Regelung, schon gar keinen gesundheitlichen. Aber natürlich wird man früher oder später behaupten, man wolle damit die Ungeimpften selbst schützen. Als wenn jemand, der auf den Impfstoff verzichtet, um den Schutz durch den Bundesrat betteln würde.

Die «Kontaktbeschränkung» ist ein massiver Eingriff in die Persönlichkeitsrechte. Das scheint aber kaum jemandem aufzufallen – oder es stört kaum jemanden. Beides ist unfassbar. Es ist nur noch ein winziger Schritt bis zu dem Punkt, an dem Ungeimpfte das Haus nicht mehr verlassen dürfen. Wieso sollte dann ein Auf…