Im Kanton St.Gallen herrscht Ernüchterung. Der Aufruf, Kinder zu impfen, verhallt ziemlich ungehört. Dringend soll die Zahl nun gesteigert werden. Die Sache ist nur: Die Eltern, die ihr Kind nicht impfen lassen, folgen ganz einfach den offiziellen Empfehlungen.

Auch unter Zwölfjährige (und mindestens Fünfjährige) können sich nun impfen lassen. Und das sollten sie natürlich auch dringend tun, wenn es nach Bund und Kantonen geht. Wie das «St.Galler Tagblatt» schreibt, haben sich bisher aber nur ein paar hundert Eltern entschieden, ihr Kind zur Impfung anzumelden. Von 36’000 Kindern im entsprechenden Alter. Das sei «nicht viel», findet der St.Galler Regierungspräsident und Gesundheitsdirektor Bruno Damann.

«Nicht viel» ist in diesem Fall relativ. Denn die Empfehlung der offiziellen Stellen lautete zu keinem Zeitpunkt, diese Altersgruppe sei möglichst vollständig durchzuimpfen. Sie lautete völlig anders.

Empfohlen wird die Impfung für Kinder, die zu einer Risikogruppe gehören, ferner für solche, die im direkten häufigen Umgang mit solchen Kindern stehen. Wie viele das in Zahlen sind, weiss niemand wirklich, es wurde auch nie eine Angabe publiziert. Die rund 600 Impfanmeldungen könnten so gesehen sehr wohl dem «Soll» entsprechen. Eine Bewertung dieser Zahl ohne jede Information darüber, wie sie eigentlich aussehen müsste, ist völlig sinnlos und unangebracht. Eltern, auf deren Kinder die Empfehlung nicht zutrifft, haben keinerlei Anlass, diese zur Impfung anzumelden. Das müssten auch die Behörden einsehen, wenn sie zu ihrem eigenen Wort stehen.

Der nahe Kontakt zu Kindern aus Risikogruppen ist eine sehr dehnbare Wendung. Reicht es beispielsweise, wenn das eigene Kind mit einem Kind zur Schule geht, das Diabetes hat? Müsste dann die ganze Klasse geimpft werden? Falls ja, müsste man wohl wirklich 100 Prozent anstreben. Aber dann wiederum müsste man auch einfach sagen, Ziel sei es, alle Fünf- bis Elfj…