Weitermachen. Um jeden Preis. Den Menschen nie das Gefühl vermitteln, es sei gut, wie es ist. Immer einen draufsetzen. Und wenn das gerade mal nicht möglich ist: Ankündigen, dass es wieder schlimmer wird. Was tut das mit einem Volk – auf lange Sicht?

Alle Zahlen sind rückläufig. Die der Infektionszahlen. Die der Spitaleinweisungen. Die der Fälle auf der Intensivstation. Das Wort hat Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle beim Bundesamt für Gesundheit:

«Die Schweiz hat eine Atempause. Wir sollten sie nutzen, um die Immunitätsrate zu erhöhen.»

Und wir stehen oder sitzen da und schauen uns an und fragen uns: Hat es je ein Ende? Soll es überhaupt eines haben? Wie lange denn noch? Was braucht ihr genau? Was braucht es mehr? Und ist es irgendwann genug?

Eine Atempause. Für wen? Für uns oder für Euch? Und wie sollen wir frei atmen, wenn Ihr uns schon ankündigt, dass Ihr uns die Luft bald wieder abdrücken wollt, wenn nicht das geschieht, was Ihr einfordert?

Nein, wir wollen die «Atempause» nicht nützen, um Euren Willen umzusetzen. Wir haben keine Lust, sinkende Zahlen einer Gefahr, die von Anfang nicht halb so drastisch war wie von Euch «versprochen», mit Gehorsam zu belohnen, um uns eine neue «Atempause» zu erkaufen, die danach wieder abgelöst wird von neuen Forderungen. Nach der dritten Impfung, der vierten oder sonst etwas.

Was für ein Land, das sich keine Gedanken darüber macht, was diese Stop-and-go-Politik der nackten Willkür mit den Menschen macht. Das sich nicht überlegt, wie es bei der Bevölkerung ankommt, wenn es einfach nie reicht. Wenn es erkennbar einfach immer weiter und weiter und weiter gehen soll. Weil es weitergehen muss. Weil sie es so wollen. Weil gar niemand an den Hebeln der Macht will, dass wir endlich wieder wir…