Mein «Jahrmarkttext» hat mir eine neue Fülle von Rückmeldungen beigetragen. Sie legen ein Seelenbild eines Teils der Gesellschaft offen. Gleichzeitig verstärken sie Fragen, die sich schon lange stellen. Nicht zur Politik, sondern zu «unten».

Es scheint vielen Leuten so zu gehen wie mir am letzten Samstag. Viele neue Leser sind aufgrund meines Erfahrungsberichts rund um meine Kinder am St.Galler Jahrmarkt neu auf diesen Blog gestossen, zahllose haben sich per E-Mail bei mir gemeldet. Wie immer versuche ich, so oft wie möglich zu antworten, wenn es die Zeit zulässt.

So erfreulich es ist, Rückmeldungen zu erhalten, so sehr stellt sich doch auch die Frage, warum das, was geschieht, geschieht, wenn doch so viele Menschen es als nicht richtig bewerten. Das Geheimnis liegt wohl in der Blase versteckt.

Die Blase: Das, was uns unsichtbar umgibt und einige von uns vereint und von anderen trennt. Das Verhalten, das es schon lange gibt, mit Corona aber neue Höchststände erreicht. Die Unfähigkeit, mit Menschen zu kommunizieren, die anders denken. Das Wohlgefühl, das wir empfinden, wenn wir mit unseren Worten an die gelangen, die dasselbe denken und uns darin bestätigen.

Es ist ein natürliches Gefühl, aber gleichzeitig versperrt es den Weg zu Lösungen.

Die «Coronablasen» haben aber unterschiedliche Hintergründe. Da sind die regierungs- und behördentreuen Kreise, die weiter an das glauben möchten, was ihnen offiziell gesagt wird. Vielleicht müssen sie das sogar tun. Es wäre ein ziemlicher Knacks, plötzlich zu erkennen, hinters Licht geführt worden zu sein, eine verfehlte Politik aktiv oder nur durch Zurückhaltung mitgetragen zu haben. Es ist schwer vorstellbar, dass diese Blase in den letzten eineinhalb Jahren nie gezweifelt hat. Es gab zu viele Unstimmigkeiten, zu viele offensichtliche Un…