Ein Sozialwissenschaftler kritisiert die Zeitung «20 Minuten», sie lasse «extremistische Minderheiten» zu stark zu Wort kommen. Der Chefredaktor wehrt sich gegen den Vorwurf. Das wäre eigentlich unnötig, denn der Vorwurf in sich ist schon absurd. Die «Minderheit» kommt gar nicht wirklich zu Wort, sondern wird medial überrollt.

Trychler, «Mass-Voll»-Chef Nicolas Rimoldi, der Videoblogger Daniel Stricker, massnahmenkritische Ärzte: Ja, sie kommen durchaus vor in den Zeitungsspalten der Schweiz. Auch in den Medien, die seit vielen Monaten den offiziellen Coronakurs des Bundesrats auf Gedeih und Verderben stützen und kritiklos alles wiedergeben, was diesem hilft. Nur: Auf welche Weise?

In aller Regel werden diese und andere Leute nur thematisiert, um sie zu diffamieren. Jeder noch so kleine Vorfall wird aufgebauscht oder völlig willkürlich überhaupt mit ihnen in einen Zusammenhang gebracht. Wer sich auf Grundrechte und Verfassung bezieht, ist verdächtig, ein Verschwörungstheoretiker, rechtsextrem und so weiter.

Aber es gibt Leute, die es am liebsten hätten, wenn nicht einmal das passieren würde, wenn massnahmenkritische Leute also ganz aus den Zeitungen verschwinden würden. Wie der Sozialwissenschaftler Marko Kovic. Er wirft «20 Minuten» vor, zu oft darüber zu berichten, wenn sich rund um die Massnahmenkritik etwas ereignet, beispielsweise, wenn es im öffentlichen Raum zu einer Auseinandersetzung kommt, die dadurch ausgelöst wurde.

Das ist eine eigentümliche Interpretation des journalistischen Auftrags. Wobei die Medien selbst ja ihren Auftrag inzwischen auch abenteuerlich interpretieren,

In der aktuellen Ausgabe von 20min.ch verteidigt Chefredaktor Gaudenz Looser die Berichterstattung seiner Zeitung. Er tut das durchaus eloquent und schlüssig. Die Grundthese: Auch Minderheiten hätten ein Recht darauf, angehört zu werden. Das wichtigste Argument dabei: Kovic unterscheide nicht zwischen der – sehr grossen – Minderheit von Menschen, die die Massnahmen ganz oder teilweise als unverhältnismässig ablehnen und der sehr viel kleineren Gruppe der «Aktivisten». Wobei auch diese keineswegs extremistisch sind, wie er behauptet; Geschichten wie die vom angeblich geplanten Sturm aufs Bundeshaus sind verzerrt und absurd.

Natürlich mutet es seltsam an, wenn jede einzelne Auseinandersetzung, beispielsweise rund um Leute ohne Maske in einem Zug, medial zur Topstory wird, aber das liegt in der Natur mancher Zeitung. Bei Marko Kovic wird man den Eindruck aber nicht los, dass ihn n…