Die Massnahmen sollen fallen – ausser der Maske in bestimmten Bereichen. Weil das plötzlich ausreicht, um uns vor der Apokalypse zu bewahren? Nein. Als reines Symbol. Weil man die Signalwirkung fürchtet, die ein totaler Schnitt auslösen könnte.

Wie immer wissen diverse Medien schon am Tag vor der Entscheidung, wie diese ausfallen wird. Offenbar ist das Bundesratszimmer löchriger als ein Schweizer Käse. Irgendwo gibt es immer ein Leck. Ein zufälliges oder – wahrscheinlicher – eines mit Kalkül.

Deshalb wissen wir schon am Dienstag, was am Mittwoch verkündet werden soll: Das Ende des Zertifikats ab Donnerstag. Die Maske hingegen soll uns erhalten bleiben, vermutlich im ÖV und in öffentlichen Innenräumen wie Restaurants, Läden, Museen usw.

Wenn am Mittwoch so kommuniziert wie das, was zu den Medien geschwappt ist, bleibt die Maske ein trauriges Kapitel. Man will sie erhalten aus Rücksicht auf die Kreise, die dem Ende der Massnahmen kritisch gegenüberstehen. Und nicht etwa, weil sie etwas nützt. Als «Fuss in der Tür» solle sie vorläufig bleiben, wohl sicher mal bis Ende März.

Es ist durchaus so in der Politik, dass man Kompromisse suchen und Zugeständnisse an verschiedene Gruppen machen muss, um mehrheitsfähig zu sein. Allerdings steht in dieser Sache keine Volksabstimmung an. Es geht um eine banale Entscheidung des Bundesrats. Hält dieser an einer sinnlosen Massnahme fest, nur um Öffnungskritiker nicht zu verärgern, ist das ein Armutszeugnis. Ein Beweis von Mutlosigkeit. Vor allem, weil es dem Bundesrat an diesem «Mut» ja nie gefehlt hat, wenn es darum ging, Ungeimpfte kreativ und masslos einzuschränken.

Wenn es um die epidemiologische Lage so bestellt ist, dass wir alles sein lassen können, sollten wir es lassen. Und ganz bestimmt keine Erinnerung an das Virus aus Stoff oder Papier aus Prinzip belassen. Das sollte sogar für die Leute so sein, die wirklich überzeugt waren, dass die besagte Lage irgendwann dramatisch war.

Die Publikationsorgie rund um die Fallzahlen hat stets verschleiert, dass es weit mehr braucht, das Virus einzufangen, als zumindest indirekt immer suggeriert wurde. Wer wirklich glaubt, man könne schon angesteckt werden, wenn man sich eine Fussgängerzone mit jemand anderem in 20 Meter Entfernung teilt, soll weiterhin Maske tragen (oder auf den Shoppingbummel verzichten). Uns allen weiter eine Maske aufzuzwingen, nur um die aufgebrachten Geister zu beruhigen, die am liebsten für und immer und ewig alle Massnahmen gehabt hätten, ist absurd und unangebracht.

Es ist ja nicht so, dass die Paniktreiber zwei Jahre, nachdem alles begonnen hat, mal schnell alles korrigieren könnten, was sie «verbrochen» haben. Nicht einmal mit einem totalen Verzicht auf die Massnahmen über Nacht. Dafür ist zu viel passiert. Aber immerhin könnten sie nun damit beginnen, das Spiel nicht weiter zu treiben. Das wäre Anstand. Wenn jemand findet, die Maske sei keine Einschränkung, ist es ihr oder ihm unbenommen, sie als Accessoires auf ewig zu tragen. Aber es angesichts der mehr als entspannten Lage und der offensichtlichen Sinnlosigkeit dieses reinen Symbols von uns allen zu verlangen, ist einfach eine Fortführung der nackten Willkür.