«Takeaway» und «Delivery»: Zwei englische Begriffe sind inzwischen für viele von uns prägend. Jedenfalls für Leute wie mich, die nicht wirklich kochen können. Ich hole Essen lieber selbst, als es anreisen zu lassen. Denn so kann ich die Auswirkungen des nackten Wahnsinns vor Ort besichtigen.

In direkter Nähe meines Hauses liegen zwei asiatische Restaurants. Beides waren einst typische einheimische Beizen. Da ich die asiatische Küche liebe, habe ich nichts gegen die Veränderung. Gestern stand ich in einer der heimeligen Gaststuben, um meine Bestellung abzuholen. Es war 18.30 Uhr, die rund zehn Tische waren liebevoll gedeckt, Kerzen flackerten. Die Bedienung sass an einem kleinen Tisch neben den Tresen und ging ihrer aktuell häufigsten Beschäftigung nach: Sie wartete.

Es ist «Warten auf Godot», um es mit Samuel Beckett zu sagen. Natürlich sind Restaurants aktuell nicht grundsätzlich permanent leer. Es gibt sie ja haufenweise, die Leute mit dem Türöffner namens Zertifikat. Aber wenn ein Gasthaus eines Touristenorts an einem Freitagabend um 18.30 Uhr unbesetzt ist, und damit meine ich völlig unbesetzt, und die Takeaway-Bestellung eines Nachbarn das Highlight des Tages ist, dann spricht das Bände. Man biete übrigens mittags jeweils ein Buffet auch zum Mitnehmen an, sagt mir die Frau. Ich stelle mir gerade vor, wie der Koch in grösster Ungewissheit Töpfe füllt und bereitstellt und – naja, eben: wartet.

Früher gab es eine einfache Gleichung. Wenn du kochst und danach das Ergebnis wieder entsorgen kannst, dann kochst du eben einfach schlecht. Oder das Falsche. Jedenfalls tust du etwas, das nicht funktioniert, und du solltest es dringend korrigieren.

Heute sieht es anders aus. Du kannst dein Handwerk verstehen und dir grösste Mühe geben und um 14.30 Uhr do…