Wir fangen uns das Virus alle ein. Früher oder später. Dank dem Bundesrat können wir das aber in «kontrollierter, sicherer Weise» tun – oder so, dass wir langsam und elend daran zugrunde gehen, während wir gleichzeitig das Gesundheitssystem überlasten. Solche Behauptungen kommen in traumwandlerischer Sicherheit daher. Als wenn die Regierung selbst dran glauben würde.

Die Maschinerie ist gut geölt. Panikminister Alain Berset lässt sich von Zeit zu Zeit von Zeitung zu Zeitung herumreichen für ein Sozusagen-Exklusiv-Interview, das dann einen Tag später von den anderen verbündeten Medien nachgebetet wird. Totale Abdeckung, garantiert von den nach staatlichen Subventionen lechzenden Verlagen.

Dieses Mal wurde die halbgöttliche Gnade den Blättern von CH Media gewährt, und die anderen rapportieren brav. Was den Vorteil hat, dass die Paywall, die einige Onlineausgaben haben, elegant umgangen wird, damit eine möglichst breite Leserschaft die gesammelten Weisheiten des Innenministers mit Nebenjob Gesundheit konsumieren kann. Kostenlos zum Beispiel hier.

Wie so oft erfahren wir nichts Neues, aber das Aufgewärmte wird mal wieder mit einer Selbstverständlichkeit herausposaunt, die frösteln lässt.

Zunächst verkündet uns Bundesrat Berset, dass er ja eigentlich gar keine Wahl hat, der Arme. Er muss ja. Weil das Schicksal des Landes in seinen Händen liegt. Bezogen auf die Impfoffensive, mit denen er die Leute noch einmal so richtig wie eine Herde vor sich hertreiben will, sagt er:

««Was ist die Alternative? Mit der Schulter zucken und nichts tun?» »

Ja. Genau. Exakt. Schade, dass der Satz mit einem Fragezeichen endet. Andere haben das längst getan. Auch ohne gigantische Impfquote. Sie leben und nehmen mit befriedigtem Erstaunen zur Kenntnis, wie wenig danach passiert. Sie machen die Erfahrung, dass der wahre Schrecken von Corona auf die breite Bevölkerung bezogen in der Bekämpfung und nicht im Virus lag.

Dann kommt wieder die berühmte Aussage, wonach «sowieso alle mit dem Virus in Kontakt kommen», wird prognostiziert. Ich und mit mir viele andere, genau genommen eine Mehrheit…