Die vierte Coronawelle ist gebrochen, und zu verdanken haben wir das der Zertifikatspflicht: So jubelt der «Blick». Doof nur, dass er im selben Artikel das Bundesamt für Gesundheit zitiert, das befindet, es habe keine Ahnung, woran es wirklich liege.

Es zieht sich wie ein roter Faden durch die letzten eineinhalb Jahre. Wenn Politik, Behörden oder die Medien, die diese stützen, die neueste Situation rund um Corona beschreiben, tun sie das so, wie es ihnen am besten nützt. Höhere Fallzahlen? Wir haben eben zu wenig Massnahmen. Höhere Fallzahlen trotz Massnahmen? Offenbar sind die Leute zu wenig diszipliniert. Tiefere Fallzahlen bei weniger Massnahmen? Naja, das Wetter ist eben schön, die Leute sind draussen. So geht das ständig.

Seit dem 8. September haben wir die Ausweitung der Zertifikatspflicht, drei Wochen später sinken die Fallzahlen – logisch, woran es liegen muss. Nur fehlt dafür jeder Nachweis. Und ein Bauchgefühl reicht da nicht.

Aber was kümmert das den «Blick». Völlig unverfroren verkündet er, die vierte Welle sei gebrochen, und die Wende habe die Zertifikatspflicht gebracht. Den «Beleg» dafür liefert Deutschland beziehungsweise das dortige Robert-Koch-Institut. Dieses führe die Entspannung auf 2G- beziehungsweise 3G-Regel in vielen Bereichen in unserem Nachbarland zurück.

Schön und gut, aber die machen das schon wesentlich länger, und wir leben immer noch in der Schweiz. Was also weist bei uns darauf hin, dass die Zertifikatspflicht ein solcher Segen ist? Nichts, sagt das Bundesamt für Gesundheit im selben Artikel. Jedenfalls noch nichts. Es sei zu früh für Aussagen darüber, was die Fallzahlen sinken lasse.

Die Story beziehungsweise das, was uns als Wahrheit verkauft wird, krankt noch an anderen Dingen.

So schreibt der «Blick», die Fallzahlen gingen seit Einführung der Zert…