Im Rahmen einer Masterarbeit hat eine Studentin das Verhalten der Medien während der Coronasituation durchleuchtet. Ihre generellen Befunde sind überraschungsfrei.

Freundliche Medien, darunter der «Blick» und die SRG besonders freundlich: Das ist das Resultat der Analyse von zehntausenden von Medienberichten zu Corona. Freundlich im Sinn von: Unterstützend gegenüber der offiziellen Coronapolitik und damit dem Bundesrat. – Keine Pointe.

Ohne die Fleissarbeit unter der Mitwirkung von Algorithmen schmälern zu wollen: Zum selben Ergebnis hätte auch die tägliche Lektüre der Medien geführt. Es ist bekannt, es ist erwiesen, und zum Teil wissen wir sogar, dass das Ergebnis kein Zufallsprodukt, sondern systematisch und von oben diktiert war.

Und nun?

Das Problem ist ja nicht (nur) die Berichterstattung der letzten 2,5 Jahre, sondern auch das sture Festhalten daran, das Ausbleiben jeder Erkenntnis oder zumindest das Ausbleiben einer Korrektur. Die deutsche «Bild» hatte einst wenigstens die Grösse, sich für die ebenfalls lange unkritische Auseinandersetzung mit dem Thema zu entschuldigen. Darauf können wir bei uns wohl lange warten.

Im Gegenteil. Bei anderen Themenkomplexen machen die grossen Medienhäuser unverdrossen weiter. Corona ist nicht mehr im Fokus: Dann berichten wir eben im selben Stil einseitig über den Krieg in der Ukraine, den Klimawandel, die Gender-Bemühungen und so weiter. Verlassen wir uns auf das, was ja augenscheinlich funktioniert: Unseren Lesern eintrichtern, was richtig ist und was falsch, das Marketinginstitut für Behörden spielen, abweichende Stimmen ausblenden oder diffamieren.

Und nicht zuletzt bleibt anzumerken, dass die bewusste Analyse sowieso für keinerlei Aufregung sorgen wird. Der «Blick» und die SRG haben Bern brav gestützt? Na, warum denn nicht, das war ja richtig und wichtig, und wer etwas anderes sagt, ist sowieso ein schwurbelnder Verschwörungstheoretiker: So dürfte die breite Masse denken.

Aber hoffen wir mal, dass wenigstens eine gute Note rausschaut.